Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Jobst stellt den „e.V.“ in Frage – „Müssen darüber eine intensive Diskussion führen“

Alexander Jobst schlägt radikale Maßnahmen beim FC Schalke 04 vor.
Alexander Jobst schlägt radikale Maßnahmen beim FC Schalke 04 vor.
Foto: imago images/Team 2

Gelsenkirchen. Diese Aussagen dürften für ordentlich Zündstoff beim FC Schalke 04 sorgen!

In einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ stellt Marketingvorstand Alexander Jobst die Vereinsstrukturen der Königsblauen in Frage und regt baldige Änderungen an.

Das sind die Rekordspieler von Schalke 04
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Gerade bei den Fans des FC Schalke 04 dürfte das nicht gerade für Freudensprünge sorgen. Für sie ist der Status des „eingetragenen Vereins“ (e.V.) fast schon ein Heiligtum, welches sie nicht kampflos aufgeben werden.

FC Schalke 04: Fußballgeschäft nicht krisenresistent

Die Coronakrise hat so ziemlich alle Vereine in der Fußballwelt hart getroffen, die Schalker sogar noch ein bisschen mehr. Über die Gründe dafür äußert sich nun Alexander Jobst ungewöhnlich deutlich. Er macht klar, dass die Knappen ein Spezialfall seien, die zu allem Überfluss auch noch an „chronischen Vorerkrankungen“ zu knabbern hätten.

Die finanziellen Sorgen des Vereins hätten mehrere Ursachen, so Jobst. „Der Verlust im Geschäftsjahr 2019, der geringe sportliche Erfolg der letzten Jahre, die Restriktionen der Vereinsstruktur und damit verbunden vergleichsweise beschränkte Finanzierungsmöglichkeiten. All dies führt dazu, dass wir schneller in eine auch existenziell bedrohliche Schieflage geraten können als andere Klubs“, meint der 46-Jährige.

Besonders die Aufzählung der Vereinsstruktur lässt aufhorchen. Als einer der wenigen Bundesligavereine ist der FC Schalke 04 noch ein eingetragener Verein. Außer auf die Königsblauen trifft das nur noch auf den SC Freiburg, Mainz 05 und Union Berlin zu.

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Will man in Zukunft allerdings konkurrenzfähig bleiben, müsse man über eine Änderung der Strukturen nachdenken, schreibt Jobst in seinem Beitrag. Ohne Geld aus internationalen Wettbewerben müsse man das wirtschaftliche Niveau runterfahren und sich davon verabschieden zum oberen Bundesliga-Drittel zu gehören. „Dies gilt im Übrigen auch, falls wir weiter an den traditionellen Vereinsstrukturen festhalten“, so Jobst im „Handelsblatt“.

Diskussion mit den Fans führen

Daher habe man nun die Aufgabe, „an einer einzigartigen, zukunftsfähigen Struktur zu arbeiten.“ Die Entscheidung wird allerdings nicht ohne die Zustimmung der Fans tragbar sein. Das weiß auch Jobst, der sich daher für eine offene Diskussion in dieser Sache einsetzt.

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Die neue Struktur müsse zum Verein passen und die Mitglieder überzeugen. „Darüber müssen wir eine intensive Diskussion führen“, ist der Marketingvorstand entschlossen. Nur so könne man gewährleisten, auch in den kommenden Jahren sportlich erfolgreich zu sein.

Rolle rückwärts nach wenigen Wochen

Noch vor einigen Wochen klang das bei Jobst ganz anders. Auf der Pressekonferenz zur Saisonanalyse hatte er kundgetan, dass Corona nicht das „Sprungbrett für eine geänderte Rechtsform“ sein könne. Dies sei keine Thematik für die nächsten Monate, teilte er damals mit. Diese Ansicht hat er nun sehr schnell wieder geändert.

Spieler soll verkauft werden

Währenddessen versucht Schalke 04 durch Spielerverkäufe an Geld zu kommen. Der heißeste Verkaufskandidat ist Nabil Bentaleb. Der Problem-Profi wurde bereits vom Training freigestellt, damit er sich um seine Zukunft kümmern kann. Hier erfährst du alle Infos >> (mh)

 
 

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