FC Schalke 04 muss Traum von Weinzierl-Verpflichtung begraben

Peter Müller und Andreas Ernst
Der FC Schalke 04 wird Markus Weinzierl nicht bekommen. Der Augsburger Trainer erteilte S04 eine Absage.
Der FC Schalke 04 wird Markus Weinzierl nicht bekommen. Der Augsburger Trainer erteilte S04 eine Absage.
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Der FC Schalke 04 wird Markus Weinzierl nicht bekommen. Der Augsburger Erfolgstrainer hat den Schalkern eine Absage erteilt - nun drängt die Zeit.

Gelsenkirchen. Alles zurück auf Anfang. Die Trainersuche des FC Schalke 04 erweist sich zunehmend als schwierig. Am Mittwoch mussten die Königsblauen die Absage von Markus Weinzierl hinnehmen, den Schalkes Manager Horst Heldt zu gerne nach Gelsenkirchen gelotst hätte. Jetzt gilt als einziger Top-Kandidat wieder der Wunschtrainer von Schalkes Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies: Der frühere blau-weiße Vorzeigeprofi und heutige belgische Nationaltrainer Marc Wilmots will sich aber nicht vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitagabend in Wales äußern.

Für die Schalker drängt nun die Zeit. Nach der Absage von Weinzierl dürfte sich die Verhandlungsposition von Wilmots verbessert haben. Inzwischen ist durchgesickert, dass er deutliche Forderungen gestellt haben soll. Die Bild-Zeitung hat vorgerechnet, dass es neben der Ablösezahlung in Höhe von zwei Millionen Euro um eine Jahresgage von vier Millionen Euro gehe, ein Dreijahresvertrag würde Schalke also 14 Millionen Euro kosten. Zudem wolle Wilmots unbedingt sein belgisches Trainerteam mitbringen.

Schalke-04-Absage sorgt für Aufatmen beim FC Augsburg

Möglicherweise haben diese Vorstellungen des Belgiers Schalke dazu bewogen, die Bemühungen um Markus Weinzierl zu intensivieren. Horst Heldt hatte den Augsburger Überflieger schon direkt nach der Trennung von Di Matteo auf dem Zettel. Kein Wunder – allein die Tabellenkonstellation nach dem letzten Spieltag der Bundesliga erklärt, warum die Schalker den Niederbayern als geeigneten Kandidaten ansehen mussten. Am letzten Spieltag hatte Augsburg Schalke noch abgehängt: Der kleine, mutige Klub auf Platz fünf, der große, ambitionierte auf Platz sechs – das sprach für sich.

In Augsburg atmen nun alle auf. Beim FCA waren sie nämlich reichlich irritiert von der am Dienstagabend kolportierten Nachricht, dass Weinzierl den Schalkern bereits seine Bereitschaft für einen Wechsel signalisiert habe. Der 40-jährige genießt bei seinem Verein einen tadellosen Ruf, er gilt als vertrauenswürdig und zuverlässig. Deshalb hatte FCA-Vorstandsvorsitzender Klaus Hofmann schon am Mittwochmorgen betont, er habe keine Information darüber, dass Weinzierl den Verein verlassen wolle. Außerdem, stellte der Klubchef klar, gebe es auch keine Ausstiegsklausel im Vertrag.

Weinzierl verlängerte Augsburg-Vertrag nach Schalke-Spiel

Dieser Vertrag war erst vor zwei Monaten unterzeichnet worden. Er hat eine Laufzeit bis 2019, das alte Papier war bis 2017 datiert. Die Vertragsverlängerung wurde am Ostersonntag auf der Videoleinwand im Stadion verkündet – pikanterweise vor dem 0:0 gegen Schalke 04. Diese Botschaft animierte die Zuschauer zu Jubelstürmen, und natürlich wurde die schöne Show mit dem üblichen Gesäusel garniert. „Es macht unheimlich viel Spaß, Trainer des FC Augsburg zu sein,“ versicherte Weinzierl. „Es passt für alle Seiten. Vielleicht ist irgendwann der Punkt da, an dem man eine neue Herausforderung sucht. Aber den sehe ich noch nicht, deswegen haben wir diesen Schritt jetzt getan.“

Auch wegen dieser Aussagen konnten es sich die Augsburger jetzt nicht vorstellen, dass dieser Trainer den Verlockungen so früh nachgeben und wechseln würde. Weinzierl hatte seinen Verein bereits in der vergangenen Woche über das Schalker Interesse in Kenntnis gesetzt – „so wie er das bisher bei allen anderen Angeboten auch gemacht hat“, erklärte Klubchef Hofmann im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen.

Schalke-Manager Heldt hält sich zurück

Bei den Schwaben kehrt jetzt wieder Ruhe ein. Auf Schalke hingegen bleibt es permanent unruhig. Er werde sich weder an den medialen Spekulationen beteiligen, noch werde er einzelne Namen kommentieren, erklärte Horst Heldt. „Fakt ist, dass wir derzeit Gespräche mit fachlich hervorragend geeigneten Trainern führen. Wir werden uns hierzu äußern, wenn es etwas zu verkünden gibt.“

Am 28. Juni bittet Schalke die Profis zum Trainingsstart. Wäre nicht schlecht, wenn dann auch ein Trainer auf dem Rasen stünde.