FC Schalke 04: Kult-Spieler Sarpei in Angst: „Sorge, dass meine Kinder...“

Hans Sarpei spielte von 2010 bis 2012 für Schalke.
Hans Sarpei spielte von 2010 bis 2012 für Schalke.
Foto: imago/Christoph Reichwein

Beim FC Schalke 04 erreichte Hans Sarpei auch dank seiner flotten Sprüche einst Kult-Status. Nun wendet der frühere Bundesligaprofi sich jedoch mit einem denkbar ernsten Thema an die Fans.

Der 43-Jährige bezieht nach dem Rassismus-Skandal auf Schalke sowie dem Wahl-Eklat in Thüringen klar Stellung – mit bewegenden Worten. „Die gestrige Wahl unter Duldung von Nazi-Höcke in Thüringen und der Vorfall auf Schalke sind keine Einzelfälle“, schreibt der frühere Spieler des FC Schalke 04 in seiner Kolumne für „GQ“.

FC Schalke 04: Ex-Profi Sarpei mit bewegenden Worten

Sarpei weiter: „Deutschland hat im Jahre 2020 ein Problem mit dem Thema Rassismus. In einem Jahr, in dem sich die Befreiung von Auschwitz zum 75. Male jährt. Es ist ein Jahr, in dem ich mir das erste Mal Sorgen mache, dass meine Kinder hier aufwachsen.“

Sarpei hat zwei Töchter mit der Schauspielerin Pia de Buhr, mit der er seit 2014 verheiratet ist. Der Ex-Schalke-Profi engagiert sich seit Jahren im Kampf gegen Rassismus. „Wenn wir eines aus der deutschen Geschichte gelernt haben sollten, dann, dass sie sich nie wiederholen darf“, so Sarpei: „Die Zeit des Wegsehens ist vorbei. Wer jetzt noch wegsieht, macht sich mitschuldig.“

Die Rassismus-Vorfälle auf Schalke

Beim Pokalspiel zwischen Schalke und Hertha BSC war es am Dienstagabend zu traurigen Szenen gekommen. Hertha-Spieler Jordan Torunarigha war plötzlich in Tränen ausgebrochen und wollte den Platz verlassen, weil er von mehreren Schalke-Fans rassistisch beleidigt worden war.

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Während der FC Schalke derzeit an der Aufklärung der Geschehnisse arbeitet, äußerte Torunarigha sich nun zu den Vorfällen. „Viele können nicht nachvollziehen, was das bedeutet und was sie damit bei den Menschen anrichten“, schreibt der 22-Jährige bei Instagram: „Ich bin in Chemnitz geboren, habe das alles schon in der Jugendzeit durchlebt. Meine Eltern wurden beleidigt. Deshalb wühlt mich so eine Situation wie auf Schalke so auf und deshalb habe ich so emotional reagiert.“

Torunarigha schließt seine Ausführungen mit einem starken Statement ab: „Man kann sich seine Hautfarbe bei der Geburt nicht aussuchen, und sie sollte auch völlig egal sein. Genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Hautfarbe, Religion oder Herkunft unter uns Sportlern in der Kabine ist, sollte es auch in unserer Gesellschaft sein!“

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Der Wahl-Eklat in Thüringen

Bei der Wahl des thüringischen Ministerpräsidenten war es am Mittwoch zu einem Eklat gekommen. In den beiden ersten Wahlgängen hatte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht. Im dritten Wahlgang kandidierte dann auch Thomas Kememrich. Seine beiden Gegenkandidaten waren Bodo Ramelow (Linke) und der von der AfD vorgeschlagene parteilose Bürgermeister Christoph Kindervater. Nach einer Absprache mit der AfD vereinte Kemmerich dann 45 Stimmen auf sich. Ramelow kam nur auf 44 Stimmen. Weil im dritten Wahlgang eine relative Mehrheit ausreicht, wurde Kemmerich somit durch die Hilfe der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt. (dhe)

 
 

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