So prägt der Ex-Schalker Leon Goretzka schon die Bayern

Die Bayern jubeln: Leon Goretzka (l.) umarmt Robert Lewandowski.
Die Bayern jubeln: Leon Goretzka (l.) umarmt Robert Lewandowski.
Foto: firo

Stuttgart. So selbstverständlich Leon Goretzka das 3:0 (1:0) des FC Bayern mit einem Tor, einer Vorlage und einer insgesamt starken Leistung geprägt hatte, so selbstverständlich sprach er hinterher auch über sein gelungenes Startelfdebüt im vierten Pflichtspiel der Saison. Etwas Besonderes wollte der ehemalige Schalker darin nicht erkennen: „Wir wollten auf den beiden Achterpositionen versuchen, die Zwischenräume zwischen Abwehr- und Mittelfeldlinie zu bespielen. Das war meine Aufgabe.“

Es gehört zu den Gepflogenheiten, eigene gute Leistungen nicht zu sehr selbst zu loben. Bei Goretzka stellte sich aber schnell der Eindruck ein, dass er aus fester Überzeugung bescheiden und demütig auftritt. Und es fügte sich ins Bild, dass er nicht sein bedacht ins untere Toreck eingeschobenes 1:0 aus der 37. Minute hervorhob, das Trainer Niko Kovac als „Türöffner“ bezeichnete. Stattdessen genoss Goretzka besonders Thomas Müllers 3:0 (76.), zu dem er weitaus weniger beigetragen hatte als zur Führung und zu Robert Lewandowskis 2:0 (62.), das er mit dem Außenrist aufgelegt hatte.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Borussia Dortmund: Moukoko trumpft mit Dreierpack wieder auf

Starker Goretzka führt Bayern an die Tabellenspitze

• Top-News des Tages:

Liverpool weiter Tabellenführer – Schürrle trifft erneut

Gladbach: Dieser Sturm-Zugang rettet Mönchengladbach den guten Saisonstart

-------------------------------------

Rudy als mahnendes Beispiel

Ein paar Zweifel begleiten Zugänge beim FC Bayern immer. Vor allem dann, wenn sie noch jung sind und sich erstmals in einem Starensemble wie dem der Münchner beweisen müssen. Für viele Vorgänger erwies sich diese Herausforderung auf Dauer als zu groß. Das jüngste Beispiel lieferte der ehemalige Hoffenheimer Mittelfeldspieler Sebastian Rudy, der im Vorsommer wie nun der Mittelfeldspieler Goretzka ablösefrei zu den Bayern übergelaufen war, in der vergangenen Woche nach nur einem Jahr aber schon wieder Abschied nahm und sich Goretzkas bisheriger Mannschaft des FC Schalke 04 anschloss.

Für Goretzka ist Rudy ein mahnendes Beispiel von vielen. Zugleich kam sein Startelfdebüt in Stuttgart nun wie ein Versprechen daher, sich in der Münchner Weltauswahl etablieren zu können.

Respekt von Robben

So deutete das auch der erfahrene Kollege Arjen Robben: „Man hat schon im Training gesehen, dass er ist ein sehr guter Spieler ist. Er kann laufen, geht auch in die Tiefe, er ist vielseitig.“

Zum 1:0 des 23 Jahre alten Goretzka hinzugekommen waren viele weitere Offensivaktionen, mit denen er das Spiel der Münchner vor allem in der ersten Halbzeit mit einer erstaunlichen Selbstverständlichkeit geprägt hatte. Auch nach 90 Spielminuten wurde der halblinks aufgebotene Achter als der Akteur mit den meisten Torschüssen, nämlich fünf, geführt.

Goretzka setzt ein Ausrufezeichen

Dass Bundestrainer Joachim Löw zum beeindruckten Fachpublikum in der Stuttgarter Arena gezählt hatte, war für Goretzka vor den Länderspielen gegen Weltmeister Frankreich am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) in München und gegen Peru am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Sinsheim aber nur ein schöner Nebeneffekt.

„Ich bin nicht in das Spiel gegangen, um mich für die Nationalmannschaft zu beweisen. Ich wollte mich vor meinen Mannschaftskollegen beweisen und zeigen, dass ich der Mannschaft eine Hilfe sein kann“, sagte Goretzka. Es gelang ihm mit Ausrufezeichen.

 
 

EURE FAVORITEN