FC Schalke 04 erlebt bei Borussia Mönchengladbach den Höhepunkt des Videoschiri-Wahnsinns! Hier die Szenen im Detail

David Herten
Schiedsrichter Sascha Stegemann geriet unfreiwillig ins Zentrum der Diskussionen.
Schiedsrichter Sascha Stegemann geriet unfreiwillig ins Zentrum der Diskussionen.
Foto: imago/mika

Mönchengladbach. Kaum ein Bundesliga-Spieltag vergeht, ohne dass der Videoschiedsrichter Gesprächsstoff bietet. Den vorläufigen Höhepunkt in den Diskussionen um den Videobeweis gab es wohl am Samstagabend bei der Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04 (hier alle Infos zum hart umkämpften 1:1).

Innerhalb weniger Minuten musste Schiedsrichter Sascha Stegemann gleich zweimal mit seinem Videoassistenten Rücksprache gehalten. Erst wurde Gladbach ein Treffer aberkannt, wenig später ein Elfmeter. Als Verlierer durfte sich auch mal wieder der Zuschauer fühlen. Aber eins nach dem anderen.

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Stindl jubelte zu früh

37. Minute: Vincenzo Grifo hämmerte den Ball aus wenigen Metern an die Latte. Lars Stindl staubt ab zum vermeintlichen 2:0. Der Linienrichter zeigt jedoch an, dass Stindl beim Schuss von Grifo im Abseits stand.

Stegemann hält Rücksprache mit Köln und gibt den Treffer zu Recht nicht. Die Gladbacher Fans regten sich zwar mächtig auf. Aber immerhin war in dieser Szene für jeden Zuschauer nachvollziehbar, welchen Regelverstoß die Unparteiischen kontrollierten. Kurz darauf wurde es hingegen deutlich wilder.

Irres Elfmeter-Theater

40. Minute: Naldo will Stindl im Schalker Strafraum den Ball abnehmen. Der Schalker Derbyheld rutscht dabei aus und trifft den Gladbacher klar am Bein. Schiri Stegemann zeigt sofort auf den Punkt und Naldo sieht Gelb.

Dann wird’s unübersichtlich. Stegemann nimmt wieder Kontakt mit Köln auf. Es dauert. Und dauert. Und dauert. Die Zuschauer im Stadion haben keine Ahnung, warum die Unparteiischen so viel Zeit brauchen. Und die Fans vor dem Fernseher können es erst Recht nicht nachvollziehen, weil sie ganz genau sehen, dass Naldo seinen Gegenspieler klar gefoult hat.

Dann der Hammer: Stegemann nimmt den Elfmeter zurück und entscheidet auf Abstoß. Die Menschen im Stadion wissen gar nicht, wie ihnen geschieht, während die TV-Zuschauer immerhin wenig später vom Sky-Experten und ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann aufgeklärt werden.

Mehr Übersichtlichkeit?

Gagelmann erklärte, dass der Strafstoß zurückgenommen wurde, weil Gladbachs Oscar Wendt kurz vor Naldos Foul selbst ein Foul an Schalkes Daniel Caligiuri begangen hatte.

Der Videobeweis sollte ursprünglich mehr Übersichtlichkeit in die Entscheidungsfindung der Schiedsrichter bringen. Wie so oft konnten wir das auch in dieser Szene nun wahrlich nicht erkennen.