Gelsenkirchen

FC Schalke 04: Wie Clemens Tönnies mein Fan-Herz Stück für Stück zerlegte

FC Schalke 04: Clemens Tönnies tritt zurück.
FC Schalke 04: Clemens Tönnies tritt zurück.
Foto: imago images / Sven Simon
  • Ein Kommentar zum Rücktritt von Clemens Tönnies auf Schalke

Gelsenkirchen. Die Ära Clemens Tönnies beim FC Schalke 04 ist zu Ende. Seine Entgleisungen in dieser Saison waren mit den Werten des Klubs nicht mehr vereinbar. Selbst sein altes Versprechen an die Fans zum Status als eingetragener Verein wackelte.

Jetzt hat Clemens Tönnies dem Druck der Fans und der Öffentlichkeit nachgegeben und sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 niedergelegt – zum Glück! (Alle aktuellen Entwicklungen und Hintergründe zum Rücktritt liest du hier >>>)

FC Schalke 04: Clemens Tönnies geht – und jetzt?

Oft habe ich mich gefragt, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich Clemens Tönnies beim Derby im Fan-Block neben dir steht. Das Vereinslied schmettert. Die Jungs auf dem Rasen anfeuert. Sich volksnah gibt.

Ein Unternehmer, der mit Billigfleisch Milliarden verdient (Berichte über die Ausbeutung von Mensch und Tier gab es schon weit vor Corona). Ein Mann, der eine waschechte Männerfreundschaft mit Russlands Präsident Wladimir Putin führt. Der Gönner am blau-weißen Geldhahn.

+++ Corona-Ausbruch bei Tönnies: Warum jeder Einzelne diese Krise hätte verhindern können +++

Kann dieser Mann einer von 1.000 Freunden sein, dem ich beim Derby-Tor um den Hals fallen will? Wohl kaum!

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Rassismus-Farce beim FC Schalke 04

Was ist überhaupt sportlicher Erfolg wert, wenn ich mich nur noch für meinen Verein schäme? Wenn der Mann an der Spitze des FC Schalke 04 seine menschenverachtende Weltanschauung (hier mehr dazu >>>) nach außen trägt und es im Verein kein Gremium gibt, das dies sanktioniert?

Wenn nur ehemalige Spieler wie Gerald Asamoah oder Hans Sarpei ihre Ablehnung, ihr Entsetzen zeigen? Nur die Fans Tönnies wegen Rassismus „die Rote Karte“ zeigen?

Schalke verschleudert Geld und Werte

Die beispiellose sportliche Talfahrt der letzten Monate gerät dabei zur Randnotiz. Vielmehr stellt sich die Frage, warum der FC Schalke 04 trotz gewaltiger Sponsoren-Deals, etwa mit Gazprom, und der jahrelangen Teilnahme am internationalen Geschäft weiter Millionenschulden anhäuft.

Die Corona-Krise war dabei in vielen Belangen ein Katalysator. Während sich die Gesellschaft in Solidarität übte, blamierte sich Schalke bei der Ticketrückerstattung mit einem Härtefallantrag für Fans (alles dazu hier >>>) und kündigte Busfahrern, die schon seit Ewigkeiten Fahrdienste im Verein übernehmen. Sportvorstand Jochen Schneider wehrte sich zwar gegen die Kritik (mehr hier >>>).

Clemens Tönnies verlässt Schalke – geht jetzt auch meine Scham?

Doch die Identität als Malocherklub, die der FC Schalke 04 mit einem nachgebauten Bergbaustollen als Eingang in die Arena und dem Slogan „Wir leben dich“ vermarktet - sie ist unter Clemens Tönnies verloren gegangen. Der „starke Mann“ auf Schalke hat mein Fan-Herz langsam ausbluten lassen.

Durch die deutlichen Fan-Proteste, die den Druck auf Tönnies immens erhöht haben und letztlich zu seinem Rücktritt führten, keimt jedoch neue Hoffnung auf. Hoffnung auf eine Rückbesinnung der gemeinschaftlichen Werte, die den Verein so einzigartig gemacht haben. Die Weichen mit der angekündigten Gehaltsobergrenze sind gestellt.

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Alle aktuellen Entwicklungen beim FC Schalke 04 im Zusmmenhang mit dem Tönnies-Rücktritt hier im Newsblog >>

 
 

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