FC Schalke 04: Tönnies unter Beschuss! SIE erhebt schwere Vorwürfe: „Sowas habe ich nicht für möglich gehalten“

Beim FC Schalke 04 gerät Clemens Tönnies immer mehr unter Druck.
Beim FC Schalke 04 gerät Clemens Tönnies immer mehr unter Druck.
Foto: imago images/Kirchner-Media - YouTube/Michael Voregger - Collage: DER WESTEN

Beim FC Schalke 04 hat die Wut der Fans auf Clemens Tönnies ein neues Level erreicht.

Grund für die nächste Empörung über den Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke sind ausführliche Schilderungen der ehemaligen Ehrenrätin Kornelia Toporzysek. Die Richterin zählte im vergangenen Sommer zu dem fünfköpfigen Gremium, das im Rassismus-Skandal um Tönnies über eine Strafe entscheiden sollte.

FC Schalke 04: Tönnies im Kreuzfeuer der Kritik

Weil sie mit den Vorgängen des sogenannten Ehrenrats in der Causa Tönnies nicht einverstanden war, trat Toporzysek nach dem Rassismus-Eklat zurück. Nun schilderte sie im Gespräch mit dem Journalisten und Schalke-Fan Michael Voregger, was in dem vermeintlichen Verfahren im vergangenen Jahr wirklich ablief. Es sind Worte, die bei Fans auf Schalke gewaltige Wut auslösen.

„Ich bin mittlerweile schon ziemlich lange Richterin und bringe eine gewisse Berufserfahrung mit“, sagt Toporzysek zu Beginn: „Es war meine Auffassung, dass es sich beim Ehrenrat um ein Gericht handelt. Das steht so in unserer Satzung, und so ist auch die Außendarstellung des Ehrenrats.“

Doch der Fall Tönnies belehrte die Richterin eines Besseren. „Ich dachte also, dass dort alles wie bei einer Gerichtsverhandlung abläuft. Bei einer Gerichtsverhandlung wäre es so, dass wir fünf Richter auf der einen Seite sitzen. Und Herr Tönnies hätte dann die Möglichkeit gehabt, einen Anwalt mitzubringen. Davon hat er keinen Gebrauch gemacht. Das ist erst mal ungewöhnlich, wenn man die Schwere der Vorwürfe bedenkt.“

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Die Causa Tönnies

  • Am Tag des Handwerks in Paderborn hatte Tönnies am 30. Juli eine Rede zum Thema Klimawandel gehalten. Den Klimawandel könne man bremsen, indem man in Afrika 20 Kraftwerke baut, meinte Tönnies. „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“
  • Die rassistischen Aussagen lösten in ganz Deutschland eine Welle der Empörung aus. Viele Fans forderten Tönnies' Rücktritt.
  • Die „Strafe“: Der Ehrenrat hatte Tönnies' Vorschlag angenommen, das Amt drei Monate ruhen zu lassen.
  • Auch die Entscheidung des Ehrenrats löste große Entrüstung aus.

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Ein Richter verteidigte den Angeklagten

Und weiter: „Es wäre üblich gewesen, dass Herr Tönnies zu Wort kommt, und anschließend würden die Richter sich beraten. Und am Ende wird eine Sanktion verhängt. Das war zumindest meine naive Vorstellung, die von meinem Berufsalltag geprägt war.“

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Schalke im Abseits oder das Ende eines Mythos

Doch auf Schalke ticken die Uhren offensichtlich anders, wie Toporzysek feststellen musste. „Was dann tatsächlich abgelaufen ist, hatte damit nicht wirklich viel zu tun“, sagt die frühere Ehrenrätin des FC Schalke 04: „Ein Mitglied des Ehrenrats, also ein Mitglied des Gerichts, hat ganz offen die Verteidigung von Herrn Tönnies übernommen. Ich finde das unglaublich. Sowas habe ich nicht für möglich gehalten.“

Damit meinte sie wohl Dr. Klaus Bernsmann. „Das liegt ziemlich auf der Hand“, sagt die Richterin: „Das war jemand, der Herrn Tönnies bekanntlich auch schon in anderen Verfahren anwaltlich verteidigt hat.“

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„Eine reine Inszenierung“

Die kuriosen Szenen wird Toporzysek niemals vergessen. „Was bizarr war: Nach wenigen Minuten hat dieser Kollege mich angegangen und ist auf Konfrontationskurs gegangen, obwohl er ja eigentlich Teil des Ehrenrats war. Er hatte behauptet, von mir würde die größte Gefahr ausgehen. Das stimmte überhaupt nicht. Ich bin nicht dorthin gegangen und habe gerufen: Tönnies raus. Ich bin dort mit einer ganz moderaten Position reingegangen. Das war total überzogen.“

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Toporzysek weiter: „Diese ganze „Verhandlung“ war eine reine Inszenierung. Ich habe sowas noch nie erlebt. Das sprengt alles, was ich mir hätte vorstellen können. Das konterkariert alles, was ich den Mitgliedern auf Schalke versprochen habe und wofür ich stehe. Das hat mit einem normalen Verfahren nichts zu tun. Ich war fassungslos und bin immer noch empört.“

Das ganze Interview findest du HIER.

 
 

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