Essen

Auch FC Schalke 04 und Borussia Dortmund dabei: Fanszenen planen bundesweiten Mega-Protest – das steckt dahinter

Auch die Fanszenen vom FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund beteiligen sich an den Fanprotesten am 13. Spieltag.
Auch die Fanszenen vom FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund beteiligen sich an den Fanprotesten am 13. Spieltag.
Foto: imago sportfotodienst

Essen. Am 13. Spieltag müssen Fans von Borussia Dortmund, dem FC Schalke 04 und den anderen Bundesligaclubs sich auf Friedhofsstimmung einstellen.

Die Fanszenen der 18 Erstligisten planen für den Spieltag vom 30. November bis 3. Dezember einen großen gemeinsamen Protest. In allen neun Bundesliga-Partien wollen die Fans in der ersten Halbzeit die Unterstützung ihrer Teams komplett einstellen.

Borussia Dortmund, FC Schalke 04 und Co.: Bundesliga-Fans planen Mega-Protest

Dadurch wollen die Fans den Vereinen und Verbänden zeigen, wie unspektakulär der Fußball ohne den Support der treuesten Anhänger wäre. Mit den jüngsten Entwicklungen wie der Einführung von Montagsspielen oder den Überlegungen einer Super League sind die Fanszenen alles andere als einverstanden. Sie sehen in diesen Entwicklungen den finalen Schritt in der Umwandlung des Volkssports Fußball zu einem durchkommerzialisierten Hochglanz-Event.

Borussia Dortmund wird am 13. Spieltag den SC Freiburg empfangen. Der FC Schalke 04 ist in Hoffenheim zu Gast.

Die Erklärung der Fanszenen im Wortlaut:

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun.

+++ Im Video: Virgil van Dijk und die wohl emotionalste Geste des Fußballjahres - DAS passierte nach dem DFB-Spiel gegen Holland +++

Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.

Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die fundamental entgegen den Belangen von uns Stadiongängern stehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits.

+++ Wie beim BVB: Lage um Ousmane Dembélé spitzt sich zu – jetzt setzt Barca der Skandalnudel dieses Ultimatum +++

Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab!

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.

+++ FC Schalke 04: Weston McKennie bricht Länderspielreise verletzt ab – das ergab die Untersuchung +++

Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!

 
 

EURE FAVORITEN