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Fan-Zoff auf Schalke – „Ultras GE“ verlassen Fanclubverband

Fan-Zoff auf Schalke – „Ultras GE“ verlassen Fanclubverband

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Schalke 04 II - FC Homburg 08 in Gelsenkirchen Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Es kriselt auf Schalke – nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen: Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Spannungen zwischen unterschiedlichen Fangruppierungen. Nun haben die „Ultras GE“ ihren Austritt aus dem Schalker Fanclubverband erklärt – dieser sei zu vereinsnah.

Gelsenkirchen. 

Paukenschlag auf Schalke: Die „Ultras GE“ veröffentlichten am Montag eine Erklärung, in der die Gruppe ihren Austritt aus dem Schalker Fanclubverband erklärt.

Hauptbeweggrund ist die zuvor von vielen Fans schon kritisierte Eingliederung des Verbands (SFCV) in den Verein: „Der SFCV vertrat unserer Meinung nach nicht mehr die Interessen der ihm angeschlossenen Fanclubs, sondern immer mehr die des S04-Vorstands, indem er zu jeglichen Themen, die von Fanseite aus kritisch gesehen wurden, zu Gunsten der Verantwortlichen und nicht – wie es eigentlich Aufgabe einer Fanvertretung ist – für die Fans spricht. Als Beispiele hierfür sind unter anderem die Haltung gegenüber der Kampagne ’12:12′ sowie die Kartenpreispolitik oder aber auch hinsichtlich des Vertrags mit Viagogo zu nennen. Anstatt hier die Meinung der Fanbasis aufzunehmen und diese gegenüber dem Verein zu vertreten, wurde nur versucht, die Argumente des Vereins den Fans aufzuerlegen und die kritischen Stimmen mundtot zu machen. Schlimmer noch, der stellvertrende Vorsitzende des SFCV, der als Fan-Vertreter im Aufsichtsrat sitzt, hat seine Zustimmung in der entsprechenden Aufsichtsratssitzung zu diesem Vertrag gegeben, anstatt sich zumindest der Stimme zu enthalten, oder gegen den Vertrag zu stimmen.“

Idee einer Neugründung

Gespräche über eben diesen Zwiespalt haben nach Auffassung der Ultras GE nicht die erwünschte Wirkung gehabt. Zur Wahrung der eigenen Unabhängigkeit vom Verein sah sich die Organisation veranlasst, sich aus dem SFCV zu verabschieden: „Aufgrund dieser Vorfälle haben wir nicht mehr den Eindruck, dass der SFCV noch in ausreichendem Maße die Interessen der Fans vertritt und die Aufgabe einer Fanvertretung wahrnimmt. Die Konsequenz, die wir daraus ziehen ist für uns, die Mitgliedschaft im SFCV zu beenden. Wir sind nicht bereit, einen Verband zu unterstützen, der statt die Interessen und Ziele der Fans zu vertreten, nur die Argumente der Vereinsverantwortlichen unterstützt!“


[kein Linktext vorhanden]Die Ultras GE schließen ihre Erklärung mit dem Blick nach vorn – und der Idee zur Gründung einer neuen, übergeordneten Fan-Organisation: „Wir bleiben lieber unabhängig und bilden gern mit anderen Fanclubs und Fans eine neutrale Interessenvertretung, welche die Meinungen und Interessen der Fans gegenüber dem S04-Vorstand vertritt. Hierzu kann man uns jederzeit gerne ansprechen.“

Die Erklärung der „Ultras GE“ im Wortlaut 

Wir sind im Sommer 2009 mit dem Ziel, eine gemeinsame Fanvertretung auf Schalke zu bilden und zu unterstützen, in den SFCV eingetreten. Durch das gemeinsame Auftreten für die Fans konnten hier in vielerlei Hinsicht positive Entwicklungen erreicht werden. Insbesondere im Kampf gegen die Machenschaften des Felix Magath hat sich gezeigt, wie gut und vor allem wichtig eine funktionierende Fanvertretung ist, die gemeinsam am Gelingen eines Ziels arbeitet.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass uns eine tatkräftige Opposition, die für die Interessen und Meinungen der Fans arbeitet, sehr wichtig war und ist.

Im vergangenen Jahr hat sich aber gerade diese Zusammenarbeit zusehends verschlechtert. Der SFCV vertrat unserer Meinung nach nicht mehr die Interessen der ihm angeschlossenen Fanclubs, sondern immer mehr die des S04-Vorstands, indem er zu jeglichen Themen, die von Fanseite aus kritisch gesehen wurden, zu Gunsten der Verantwortlichen und nicht – wie es eigentlich Aufgabe einer Fanvertretung ist – für die Fans spricht. Als Beispiele hierfür sind unter anderem die Haltung gegenüber der Kampagne „12:12“ sowie die Kartenpreispolitik oder aber auch hinsichtlich des Vertrages mit Viagogo zu nennen. Anstatt hier die Meinung der Fanbasis aufzunehmen und diese gegenüber dem Verein zu vertreten, wurde nur versucht, die Argumente des Vereins den Fans aufzuerlegen und die kritischen Stimmen mundtot zu machen. Schlimmer noch, der stellvertrende Vorsitzende des SFCV, der als Fan-Vertreter im Aufsichtsrat sitzt, hat seine Zustimmung in der entsprechenden Aufsichtsratssitzung zu diesem Vertrag gegeben, anstatt sich zumindest der Stimme zu enthalten, oder gegen den Vertrag zu stimmen.

Anfang des Jahres gab es ein gemeinsames Treffen zwischen Vertretern unserer Gruppe und dem Vorstand des SFCV, um eben diese und weitere Probleme anzusprechen und zu lösen. Bei diesem Gespräch wurde von Seiten des SFCV eingeräumt, in der Vergangenheit durchaus Fehler gemacht zu haben, welche sie aber beheben wollten. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sollte ein Abend in offener Gesprächsrunde sein, um sich hier die Stimmung und Meinung der Fans anzuhören. Aber auch hier zeigte sich, dass die kritischen Meinungen der Fans zwar gehört, jedoch in keiner Weise angenommen worden sind. Im Gegenteil, bei der Veröffentlichung der Zusammenfassung des Gesprächs wurde wieder die Meinung des Vereins dargelegt und mit keiner Silbe die kritischen Meinungen der anwesenden Fans auch nur ansatzweise erwähnt.

Aufgrund dieser Vorfälle haben wir nicht mehr den Eindruck, dass der SFCV noch in ausreichendem Maße die Interessen der Fans vertritt und die Aufgabe einer Fanvertretung wahrnimmt.

Die Konsequenz, die wir daraus ziehen ist für uns, die Mitgliedschaft im SFCV zu beenden. Wir sind nicht bereit, einen Verband zu unterstützen, der statt die Interessen und Ziele der Fans zu vertreten, nur die Argumente der Vereinsverantwortlichen unterstützt!

Wir bleiben lieber unabhängig und bilden gern mit anderen Fanclubs und Fans eine neutrale Interessenvertretung, welche die Meinungen und Interessen der Fans gegenüber dem S04-Vorstand vertritt. Hierzu kann man uns jederzeit gerne ansprechen.