Ex-FC-Schalke-04-Spieler Leroy Sané ist zurück auf dem rechten Weg

Leroy Sané (l.), Antonio Rüdiger (M.) und Jerome Boateng bereiten sich im Stadion in Belfast auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland vor.
Leroy Sané (l.), Antonio Rüdiger (M.) und Jerome Boateng bereiten sich im Stadion in Belfast auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Nordirland vor.
Foto: Reuters
Leroy Sané ist vor dem Nordirland-Spiel wieder beim DFB-Team. Grund dafür ist auch eine erzieherische Maßnahme seines Klubs Manchester City.

Belfast. Im Falle leibhaftiger Gefahr besteht zumindest bei Leroy Sané Hoffnung.

Das ist seit den vergangenen Tagen bekannt, weil sich die britische Boulevardzeitung um eine recht bizarre Recherche bemühte und zutage förderte, dass der Fußball-Profi von Manchester City einer Begegnung mit einem Braunbären, einer schwarzen Mamba oder auch einem Tyrannosaurus Rex mit heiler Haut entkommen könnte. Und zwar indem er einfach wegliefe.

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Das genannte Getier, von der Natur durchaus mit Schnelligkeit bedacht, käme nach britischer Datenlage nicht hinter dem Mann her, der am vergangenen Wochenende einen Rekord in der englischen Premier League aufgestellt hatte: 35,48 Stundenkilometer schnell lief er bei einem seiner Sprints. Der Alltagsnutzen dieser Erkenntnis darf wegen der doch seltenen Begegnungen mit Dinosauriern oder Giftschlangen in Zweifel gezogen werden. Und doch ist das eine bedeutsame Anekdote. Denn sie erzählt etwas über Leroy Sané und seine derzeitige Wahrnehmung.

Acht Siege in der WM-Qualifikation

Zusammen mit der deutschen Nationalmannschaft reiste er am Mittwoch nach Belfast, wo am Donnerstagabend (20.45 Uhr/ RTL) im Windsor Park das neunte WM-Qualifikationsspiel ausgetragen wird. Bislang stehen acht Siege zu Buche. Ein Unentschieden reicht dem Team von Bundestrainer Joachim Löw schon, um die Startberechtigung für Russland 2018 zweifelsfrei zu erlangen. Dabei helfen könnte Sané, was nicht eine Selbstverständlichkeit ist.

Unzweifelhaft gehört der gebürtige Essener zu den größten Talenten des Landes. In letzter Sekunde schaffte er den Sprung zur EM 2016 in Frankreich. Seitdem aber pendelt Sané zwischen den Welten. Nach dem Turnier spielte er kaum mehr eine große Rolle, wenn sich der elitäre Zirkel des deutschen Fußballs versammelte: Mal war er verletzt, mal verzichtete Löw freiwillig auf dessen Dienste.

SanGroßflächige Tätowierung sorgte für Aufsehen

Am Confed-Cup im Juni hätte Sané eigentlich teilnehmen sollen, doch der Profi entschied sich, sich einer Nasenoperation zu unterziehen. Ein weiterer Eingriff wurde am Rücken vorgenommen. Eine großflächige Tätowierung. Motiv: Leroy Sané beim Torjubel. Das sorgte sogar im Egoismusbetrieb Fußball für Aufsehen. Raheem Sterling, prominenter Kollege aus der Liga, verlachte Sané öffentlich für das narzisstische Werk.

Gravierender als das aber geriet, dass der 21-Jährige in nicht gerade prächtiger Verfassung aus dem Sommerurlaub kam, wie Pep Guardiola offenbarte. „Er hat keine gute Vorbereitung absolviert, er war nicht gut in den Testspielen, er hatte es nicht verdient zu spielen“, erklärte der Star-Trainer seinen Verzicht auf Sané zu Beginn der Saison. Sein letztes Länderspiel war zudem im März in Aserbaidschan zu besichtigen.

Sané ist zurück auf dem rechten Weg

Doch die erzieherischen Maßnahmen scheinen gefruchtet zu haben. Sané ist zurück auf dem rechten Weg.

Bundestrainer Joachim Löw überzeugte sich zuletzt selbst live im Stadion davon. Zwei Tore gegen Liverpool spülten ihn für jenes Spiel gegen Crystal Palace in die Startelf. Er traf erneut und bereitete zwei Treffer vor für den Tabellenführer. „Er ist bei Manchester gereift und hat sich sehr, sehr gut entwickelt“, lobt Löw einen Tag vor dem Spiel gegen die Nordiren. „In der Premier League, wo sehr körperbetont gespielt wird, hat er sich eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit angeeignet.“ Und darüber hinaus kann er, was nur wenige können, „in manchen Spielen den Unterschied ausmachen mit seiner Geschwindigkeit. Wenn er sich so weiterentwickelt, macht er uns sehr viel Freude in Zukunft.“

Mit seiner Geschwindigkeit läuft er der Gefahr davon, nicht gebraucht zu werden. Vielleicht schon gegen Nordirland, aber wohl auch bei der WM 2018.

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