Ex-Schalker Julian Draxler riskiert seine Zukunft bei Paris Saint-Germain

Julian Draxler.
Julian Draxler.
Foto: Getty Images

Paris. Selten hat man Julian Draxler derart frustriert gesehen. Es ist kurz vor Mitternacht, als er nach der 1:2-Niederlage gegen Real Madrid mit gesenktem Kopf den Prinzenpark verlässt.

Der deutsche Nationalspieler ist immer noch sauer. Sauer auf Paris-Saint-Germain-Trainer Unai Emery, der ihn schon wieder spät einwechselte. Sauer auf das erneut bittere Aus seines Klubs in der Königsklasse. Sauer wegen seiner komplizierten Lage bei den Hauptstädtern.

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Schon kurz nach Spielende ließ er im ZDF mächtig Dampf ab. „An diesem Abend habe ich sehr gelitten“, gab er ehrlich zu und analysierte schonungslos: „Das war insgesamt viel zu wenig von uns. Es ist einfach schwer zu akzeptieren, dass wir so sang- und klanglos ausgeschieden sind. Wir hätten den Gegner unter Druck setzen sollen, aber das haben wir nicht gemacht und sind verdient ausgeschieden. Das sollte uns zu denken geben.“

Gigantische Ausgaben ohne Ertrag

Zum zweiten Mal nacheinander verabschiedete sich der Scheich-Klub bereits im Achtelfinale der Champions League, nachdem die Verantwortlichen im vergangenen Sommer 400 Millionen Euro für Neymar und Kylian Mbappé ausgegeben hatten. Selbst diese gigantischen Investitionen also haben Paris international keinen Schritt weitergebracht.

Aber auch persönlich läuft es für den ehemaligen Schalker nach fünfzehn Monaten in der Stadt der Liebe nicht wie gewünscht. In den großen Spielen sitzt der 24-Jährige meist auf der Ersatzbank, er muss sich mit Einsätzen in der französischen Liga gegen Troyes, Dijon oder Guingamp zufriedengeben, was ihm zunehmend schwer fällt. Denn zuletzt waren seine Leistungen überzeugend.

„Seit Neymar und Mbappé in Paris sind, wirkt Draxler unzufrieden. Nie bleibt er in der Interview-Zone stehen, obwohl er sehr gut Französisch spricht und ein intelligenter Junge ist“, sagt Dominique Séverac, PSG-Chefreporter bei der Tageszeitung „Le Parisien“. Bereits am 5. Dezember nach der 1:3-Niederlage in München gegen den FC Bayern am letzten Spieltag der Gruppenphase hatte sich Draxler alles andere als glücklich gezeigt. Dieses Mal aber ging er im TV-Interview nach dem Spiel direkt auf seinen Trainer los, nachdem Draxler in der 71. Minute bereit für seine Einwechselung an der Seitenlinie gestanden hatte und anschließend von dem Basken erneut zum Aufwärmen geschickt wurde, weil seine Mannschaft gerade den 1-1-Ausgleich erzielt hatte.

Erst fünf Minuten später durfte Draxler endlich ran. „Was der Trainer dabei veranstaltet hat war unsensibel, und ich habe es auch nicht ganz verstanden. Das 1:1 hat uns überhaupt nichts gebracht. Ich weiß nicht, was los war. Ich war überrascht und auch ein bisschen sauer“, sagte er und riskierte damit einen Krach mit dem Trainer.

Rechnet er vielleicht sogar mit dessen vorzeitiger Ablösung? Klar ist: Unai Emery wird spätestens im Sommer Paris verlassen. Sein Vertrag läuft zum 30. Juni aus und wird definitiv nicht verlängert. Nur ein Einzug ins Halbfinale der Champions League hätte automatisch für eine Verlängerung um eine Saison gesorgt.

Vertrag bei PSG bis Juni 2021

In seinen ersten Monaten in Paris hatte Draxler noch das Vertrauen des ehemaligen Trainers des FC Sevilla genossen. Seit Saisonbeginn ist er kein Stammspieler mehr. Draxler steht noch bis Juni 2021 bei PSG unter Vertag. Vor der neuen Saison wird sich erneut einiges tun auf dem Transfermarkt, und Paris muss unbedingt einige Stars verkaufen, um die Kriterien des Financial-Fair-Plays zu erfüllen. Die Zukunft des Deutschen hängt auch von dem Emery-Nachfolger ab. Als Favorit gilt der frühere Barcelona-Trainer Luis Enrique, der seit dem letzten Sommer ohne Job ist.

Draxler aber braucht auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft regelmäßig Spielpraxis. Doch seine herbe Kritik an Emery könnte, falls der Trainer bis zum Saisonende im Amt bleibt, dafür sorgen, dass seine Einsätze noch rarer werden…

 
 

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