Ein strenges, aber maßvolles Urteil im Fall Jermaine Jones

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Jermaine Jones fehlt dem FC Schalke 04 bis zum 1. März. Über die Sperre für den fiesen Fußtritt gegen Marco Reus darf sich Jones nicht beschweren. Das Urteil findet die Mitte zwischen den üblichen Sperren und dem vom Boulevard empfohlenen Höchstmaß. Ein Kommentar.

Essen.. Funktionierende Fußball-Mannschaften brauchen nicht die Hilfe eines Trainers, Managers oder Präsidenten, um mit einem egoistischen Außenseiter fertig zu werden. Hätte Jermaine Jones einen solchen Ruf beim FC Schalke 04, würde ihn die Missachtung der Kollegen sicher ebenso hart treffen wie die Sperre bis zum 1. März, die nun der DFB gegen ihn verhängt hat.

Eine interne Ausgrenzung aber muss Jones nicht befürchten. Die Mannschaft hat ihm nach seinem fiesen Fußtritt gegen Marco Reus die Meinung gegeigt, nun stärkt sie ihm den Rücken. „Wir werden ihn jetzt auffangen, denn er hat sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt“, betont Kapitän Benedikt Höwedes.

Jones darf sich nicht beschweren

Jones kämpft eben immer für das Team, auch wenn er bei der Rasenarbeit gerne mal mit dem Feingefühl einer Planierraupe vorgeht. Bei der Wahl seiner Mittel aber ist er nie so aus der Rolle gefallen wie beim Pokal-K.o. kurz vor Weihnachten in Mönchengladbach. Und deshalb darf er sich über das Urteil nicht beschweren.

Denn es ist zwar streng, findet aber die Mitte zwischen üblichen Strafen und dem vom Boulevard empfohlenen Höchstmaß. Dass sich Jones über die Forderung einer halbjährigen Sperre aufgeregt hat, ist verständlich. Aber den Versuch der Rechtfertigung mit der Bemerkung, er habe vorher nicht an den gebrochenen Zeh von Reus gedacht, hätte er besser nur seinem Friseur ins Ohr geflüstert.

 
 

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