Draxler bleibt Schalker - Trainer-Entscheidung in der Winter-Pause

Andreas Ernst, aufgezeichnet in der Mixed Zone
Unter Beobachtung: Schalke-Trainer Jens Keller.
Unter Beobachtung: Schalke-Trainer Jens Keller.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Auch der Einzug ins Champions-League-Achtelfinale dürfte Schalke-Trainer Jens Keller nicht retten. "Ich kann nicht nach einem Sieg alles revidieren", sagte Manager Horst Heldt und kündigte weiter eine ausführliche Analyse in der Winterpause an. Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Gelsenkirchen. Erleichterung beim FC Schalke 04 nach dem 2:0-Erfolg über den FC Basel: Die Königsblauen stehen im Achtelfinale der Champions League - und dann wird Julian Draxler auch noch das S04-Trikot tragen. Das bestätigte Manager Horst Heldt. Der hat nicht vor, Draxler gegen Kevin de Bruyne vom FC Chelsea zu tauschen. "Ich glaube nicht, dass Schalke die Absicht hat, mich abzugeben", sagte Draxler. Erst im Sommer 2014 kann der 20-Jährige den Verein für 45,5 Millionen Euro verlassen. Denn die Ausstiegsklausel greift nicht in der Winter-Transferperiode.

Ob Trainer Jens Keller die Schalker auch auf die Rückrunde vorbereiten darf, verriet Heldt nicht: "Ich kann nicht nach einem Sieg alles revidieren." Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Jens Keller (Trainer FC Schalke 04): "In den ersten 15 Minuten waren wir ein bisschen nervös, aber der Druck war nicht klein heute ... (schmunzelt). Danach haben wir genau so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir standen kompakt und haben dem FC Basel wenig Raum gegeben. Nach der Roten Karte haben wir das sehr souverän runtergespielt. Wir haben noch vier, fünf hundertprozentige Torchancen liegenlassen. Ich bin wahnsinnig erleichtert."

Keller über den Druck: "Ich bin seit 360 Tagen Trainer. Sagen Sie mir einen Tag, an dem kein Druck da war. Es gab aber nicht nur schlechte Tage. Ein Großteil der Tage ist schon schön gewesen."

Horst Heldt (Manager FC Schalke 04): "Wir haben verdient gewonnen, weil wir über 90 Minuten eine konzentrierte Leistung gezeigt haben. Wir waren die bessere Mannschaft. Wir haben das Achtelfinale nach der Auslosung als Ziel ausgegeben - und das haben wir jetzt erreicht. Ich freue mich aber auch über die Leistung der Mannschaft. Das Geld können wir gut gebrauchen, das ist klar. Außerdem ist es für unser Renomee sehr wichtig, dass wir es ins Achtelfinale geschafft haben."

Heldt über Jens Keller: "Ich kann nicht nach einem Sieg alles revidieren - genau wie ich das nach einer Niederlage nicht kann. Nach dem letzten Spiel in Nürnberg machen wir eine Halbjahresbilanz und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Heute ist der Tag der Erleichterung, Freude und des Lächelns."

Heldt über die Wechselgerüchte um Julian Draxler: "Er wird mit Schalke das Achtelfinale bestreiten."

Julian Draxler (FC Schalke 04): "Wir haben ein ganz wichtiges Spiel gewonnen und die nächste Runde erreicht. Deshalb ist eine Riesenlast abgefallen. Am liebsten wäre mir, wir würden jede Woche so spielen. Da müssen wir hinkommen."

Draxler über die Wechselgerüchte: "Spekuliert wird immer viel. Ich habe davon gar nicht viel mitbekommen. Außerdem glaube ich nicht, dass Schalke die Absicht hat, mich abzugeben."

Benedikt Höwedes (Kapitän FC Schalke 04): "Viele Kritiker haben uns den Sprung ins Achtelfinale nicht zugetraut. Unsere Mannschaft ist intakt und stabil - auch deshalb haben wir uns alle tierisch gefreut."

Kevin-Prince Boateng (FC Schalke 04): "Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen, weil so ein Riesendruck im Spiel war."

Adam Szalai (FC Schalke 04): "Die Rote Karte für den Innenverteidiger von Basel ging in Ordnung. Er war der letzte Mann und zieht mich klar runter."

So analysiert Basels Trainer Murat Yakin das Spiel 

Murat Yakin (Trainer FC Basel): "Wir waren gut drin, haben das Spiel kontrolliert. Ich weiß nicht, was dann passiert ist. Mit einem Mann weniger war es schwer, wir konnten uns nicht mehr befreien. Das zweite Gegentor war die absolute Krönung. Das hat mit Spitzenfußball nichts zu tun. Alle haben gesehen, dass vier Spieler im Abseits standen, nur die fünf Schiedsrichter nicht."