Di Matteo muss liefern – Schalke hat keine Ausreden mehr

Schalke-Trainer Roberto Di Matteo.
Schalke-Trainer Roberto Di Matteo.
Foto: Getty Images
Zu viele Verletzte? Zu viele Spiele? Zu starke Gegner? Auf diese Ausreden kann Schalke-Trainer Di Matteo nicht mehr zurückgreifen. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen.. Das Wort "Endspiel" weisen die Verantwortlichen und Spieler des FC Schalke 04 vor dem Auftritt beim FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr, live in unserem Ticker) energisch zurück. Sollten die Königsblauen aber verlieren, könnten sie das angestrebte Ziel "Champions League" schon weit vor dem Saisonende wohl vergessen. Trainer Roberto Di Matteo steht besonders unter Druck - denn zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt Anfang Oktober 2014 hat er keine Ausreden mehr.

Ausrede 1: Schalke hat zu viele Verletzte

Sehr oft betonte Di Matteo, dass er aufgrund der langen Verletztenliste sein gewünschtes taktisches System nicht einstudieren konnte und von Woche zu Woche improvisieren muss. Nun sind viele Spieler zurückgekehrt. Ralf Fährmann und Leon Goretzka spielen am Sonntag beim FC Augsburg von Beginn an, auf der Bank sitzen Sead Kolasinac und Jefferson Farfan. Ins Mannschaftstraining kehrte zuletzt auch Julian Draxler zurück. Im Saisonendspurt steht der Nationalspieler seinem Team wieder zur Verfügung. Nun fehlen nur noch Ergänzungsspieler wie Chinedu Obasi, Fabian Giefer, Kaan Ayhan und Jan Kirchhoff. Das kann Di Matteo verschmerzen.

Ausrede 2: Die englischen Wochen schlauchen zu sehr

Von den acht Bundesligaspielen nach den Auftritten in der Champions League gewann Schalke nur eine. Die desaströse Bilanz: ein Sieg, drei Unentschieden, vier Niederlagen. "Das war das dritte Spiel in kurzer Zeit. Am Ende hat die Kraft etwas nachgelassen", sagte zum Beispiel Manager Horst Heldt nach dem 1:2 gegen Köln. Bis zum Saisonende am 23. Mai kann sich Schalke ganz auf die Bundesliga konzentrieren. Englische Wochen oder gar ein Länderspiel gibt es nicht mehr.

Ausrede 3: Starke Gegner

In den ersten Wochen der Rückrunde hatten es die Königsblauen schwer. Sie trafen in kürzester Zeit auf den FC Bayern, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund und zweimal auf Real Madrid. Schwere Aufgaben in englischen Wochen - und dann noch mit einer Notelf. Nun treffen die Schalker bis zum Saisonende auf sechs (!) Abstiegskandidaten: Freiburg, Mainz, Stuttgart, Köln, Paderborn und Hamburg. Nur noch die Auswärtsspiele in Augsburg und Wolfsburg sind schwer. Mindestens 18 von den noch zu vergebenden 24 Punkten sollten die Königsblauen anpeilen.

Dann kann es mit dem angestrebten Ziel "Champions League" auch noch klappen. Sollte es lediglich bei einem Europa-League-Platz bleiben, wäre die Schalker Saisonbilanz maximal durchschnittlich. Verpassen die Königsblauen einen internationalen Wettbewerb und landen sogar noch hinter dem Revierrivalen BVB, müssen sich Di Matteo und Heldt gute Antworten auf sehr unangenehme Fragen überlegen.

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