Deshalb braucht Schalke 04 den Umbruch

Auf Schalke rollen die Bagger: Infrastruktur für Spieler, Trainer und Betreuer sowie ein kleines Regionalligastadion sollen den Verein zukunftsfähig machen.
Auf Schalke rollen die Bagger: Infrastruktur für Spieler, Trainer und Betreuer sowie ein kleines Regionalligastadion sollen den Verein zukunftsfähig machen.
Foto: Schalke 04
Schalke 04 investiert nicht nur in Spieler, sondern auch in Infrastruktur. Finanzvorstand Peter Peters hält die Modernisierung für zwingend notwendig.

Gelsenkirchen.. Schalkes Sport-Vorstand Christian Heidel ist nur selten auf seinem Balkon vor dem Büro im dritten Stock der Geschäftsstelle zu finden. Wenn ein Kamera-Team besondere Bilder wünscht, öffnet der 53-Jährige schon mal die Balkontür. Aber auch so hat er schon genug Eindrücke gesammelt. Unterhalb seines Fensters kann Heidel auf einen Teil des Kunstrasens blicken, der von Schalkes Jugendteams genutzt wird. Da mehrere Mannschaften gleichzeitig trainieren, wird die Übungsfläche, die zur älteren Kunstrasen-Generation zählt, unterteilt. Effektives Arbeiten ist so nur begrenzt möglich.

Künftig soll vieles besser werden. Dafür baut der Klub derzeit sein Außengelände um. Im alten Parkstadion wird eine Klein-Arena für die Regionalliga-Mannschaft errichtet. 25 Millionen Euro verschlingt der erste Bauabschnitt, der unter anderem mehr Trainings-Möglichkeiten für Profis und Talente vorsieht.

Umbau erst am Anfang

„Wir sind noch am Anfang“, sagt Finanz-Vorstand Peter Peters, „wir brauchen nicht nur Plätze, sondern auch eine bessere Infrastruktur und Verwaltung.“ Bevor der erste Spatenstich erfolgen konnte, musste ein Plan her. Da die Königsblauen den Parkplatz P2 zu einem zusätzlichen Spielfeld umfunktionieren, war zunächst einmal der Bau eines neuen Parkhauses mit 560 Stellplätzen erforderlich, um die Kapazität der Parkmöglichkeiten aufrecht zu erhalten.

„Wir hatten es schon länger geplant“, sagt Peters, „aber wir haben uns im Grundsatz entschieden, uns nicht neu zu verschulden. Die Gesamtverschuldung wurde in den letzten Jahren weiter reduziert“, sagt der 54-Jährige. Von 2010 bis 2016 hat der Klub über 100 Millionen Euro an Verbindlichkeiten abgebaut. Vieles musste dafür zurückgestellt werden. „Wir wollten Investitionen in die Mannschaft, den Bau und unsere wirtschaftliche Situation in Einklang bringen“, so Peters. Er räumt ein: „Dadurch wurde das, was da war, natürlich älter und nicht unbedingt besser.“

Die Schalker Chefetage bastelt nun an den Neuerungen. „Ist der Engpass die fehlende Kabine für die Spieler, der Rasenplatz oder das Verwaltungsgebäude? Was ist am wichtigsten, was kommt noch dazu? Das bewerten wir gerade, bevor es an die Umsetzung geht. Es geht darum, dass die richtige Entscheidung getroffen wird“, sagt Peters. Der Zeitpunkt, wann das neue Schalke fertig sein soll, ist offen.

Peters denkt auch an Steine

Warum der Europa-League-Teilnehmer nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investieren muss, liegt auf der Hand. Peters: „Wenn man die Infrastruktur nicht hat, wird es den Verein schleichend immer stärker behindern. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht werden wie die Autobahnbrücke von Leverkusen.“

Dort legen manche Lkw, die sich wegen der Gewichtsbeschränkung auf der maroden Brücke nicht umleiten lassen wollen, schon mal den Rückwärtsgang ein und verursachen dadurch Staus. Auf Schalke soll es aber kontinuierlich vorwärtsgehen.

 
 

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