Der BVB ist noch nicht der Maßstab des FC Schalke 04

Duell im Derby, das Ende Oktober 0:0 endete: Schalkes Choupo-Moting (links) gegen Dortmunds Ginter.
Duell im Derby, das Ende Oktober 0:0 endete: Schalkes Choupo-Moting (links) gegen Dortmunds Ginter.
Foto: Getty Images
Die Revier-Rivalen stehen auf den Plätzen sieben und acht. Doch bevor die Schalker den Dortmundern gefährlich werden könnten, müssen sie die Reifeprüfung schaffen: in Leipzig. Ein Kommentar

Essen. Borussia Dortmund steht auf Platz sieben der Bundesliga. Das Gefühl, das die Mannschaft derzeit bei ihren Fans hinterlässt, ist kein Gutes. Sie wirkt unbeständig, sie bleibt unter ihren Möglichkeiten.

Schalke 04 steht auf Platz acht. Und die Anhängerschaft ist begeistert. Denn endlich hat das Team den Sprung in die obere Tabellenhälfte geschafft – nach einer unfassbaren Negativserie mit fünf Niederlagen zu Saisonbeginn. Die Schalker haben sich stabilisiert, seit zwölf Pflichtspielen sind sie ungeschlagen, zehn Siege feierten sie in dieser Zeit. Der neue Trainer Markus Weinzierl hat das taktische System umgestellt, außerdem tritt die Mannschaft kompakt auf – nachdem sie jahrelang von der Form einzelner Könner wie Jefferson Farfan, Julian Draxler oder Leroy Sané abhängig war.

Früher hätten die Schalker in ähnlicher Lage ganz groß zur Jagd auf Dortmund geblasen. In dieser Saison aber hat es ihnen gut getan, dass sie wegen ihres vergeigten Starts demütig blieben und während ihrer Aufholjagd immer nur auf das nächste Spiel fokussiert waren.

Vier Punkte trennen die beiden Revier-Rivalen derzeit, schon bald könnten die Borussen den heißen Atem des Verfolgers im Nacken spüren. Aber: Schalkes Maßstab ist nicht Dortmund, sondern allein der eigene Anspruch. Im Normalfall wird nämlich das top besetzte Team des BVB zügig den Weg zurück in die Spitzengruppe finden, die Klasse dafür hat es allemal. Schalke 04 dagegen ist von einem Europa-League-Platz noch fünf Punkte entfernt. Und sagenhafte 13 vom nächsten Gegner, vom Sensations-Spitzenreiter RB Leipzig, der als Aufsteiger noch kein Spiel verloren hat.

Schalkes Auftrag: RB Leipzig schlagen

Das also muss Schalkes Auftrag sein: Konsequent den nächsten Schritt zu machen, Leipzig zu schlagen. Erst wenn diese Herausforderung bewältigt ist, kann der schön schräge Spruch des früheren Schalker Verteidigers und Trainers Friedel Rausch gelten. „Ich sehe Licht am Himmel“, hat der mal gesagt.

 
 

EURE FAVORITEN