Cokes Kunststück beim Comeback lässt Schalker Niederlage verblassen

Manfred Hendriock
Foto: firo
  • Was für ein Einstand für Schalkes Coke
  • Nach langer Verletzung traf der Spanier bei seinem ersten Spiel direkt für den S04 in Hannover

Hannover. Manche Geschichten sind so schön, dass man sich kaum getraut, sie sich auszudenken - weil sie zu kitschig sind. Etwa, wenn Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel ein Traumtor schießt - oder wenn Schalkes großem Pechvogel Coke bei seinem Comeback nach fast acht Monaten Pause ein ähnliches Kunststück gelingt.

Der Spanier traf am Donnerstagabend im Schalker Benefizspiel beim Zweitligisten Hannover 96 mit einem Kopfball zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Dass das Spiel am Ende mit 1:3 (0:1) verloren ging, war da fast nur noch eine Randerscheinung - zumindest aus Schalker Sicht.

Coke mit ordentlichem Eindruck

Coke hatte sich Anfang August bei seinem ersten Einsatz für Schalke im Testspiel gegen den FC Bologna eine Kreuzbandverletzung zugezogen. Der frühere Kapitän des FC Sevilla sollte eigentlich der Königstransfer von Manager Christian Heidel sein, doch nach Komplikationen in der Reha dauerte sein Comeback bis in den März. Insgesamt hinterließ der 29-Jährige nach der langen Pause schon wieder einen sehr ordentlichen Eindruck, war sehr ballsicher, überaus engagiert und führte fast alle Standardsituationen aus.

Sein Kopfballtor erzielte er in der 56. Minute nach Vorarbeit von Franco di Santo. Auch für den Bundesliga-Endspurt könnte Coke nun wieder eine Alternative sein.

Ansonsten konnte der Test vor 6500 Zuschauern für Schalke freilich wenig Aufschlüsse bringen. Denn Schalkes Trainer Markus Weinzierl hatte wie angekündigt neben den zehn Länderspiel-Fahrern auch sieben Spieler geschont (Fährmann, Badstuber, Bentaleb, Nastasic, Geis, Caligiuri und Stambouli), zudem fehlten der erkrankte Klaas-Jan Huntelaar und der verletzte Dennis Aogo.

So bot Weinzierl nur sechs Spieler aus dem Profikader auf und füllte die Mannschaft mit Talenten aus der U19 von Norbert Elgert auf.

Nübel zeigt sein Talent

Hannover, das erstmals vom früheren Schalker Trainer André Breitenreiter betreut wurde, war gegen diese zusammengewürfelte Schalker Mannschaft das bessere Team.

Die Tore erzielten Niclas Füllkrug (13.), Edgar Prib (60.) und Artur Sobiech (70.). Schalkes junger Torwart Alexander Nübel sah bei einem Gegentor nicht ganz glücklich aus, zeigte aber bei einigen anderen Paraden sein großes Talent. Positiv für Schalke zudem: Atsuto Uchida und Franco di Santo, ebenfalls lange verletzt, sammelten Spielpraxis. Der Japaner Uchida kniete sich in seine Aufgabe richtig rein.

Schalke hatte neben Cokes Tor nur wenig Chancen. Die beste vergab Bernard Tekpetey in der 32. Minute nach Zuspiel von Uchida.

Eigentlich wollte sich auch Schalkes Manager Christian Heidel das Benefizspiel nicht entgehen lassen, aber er musste kurzfristig erkrankt absagen.

So kam es auch nicht zum Wiedersehen mit seinem Vorgänger Horst Heldt und Schalkes früherem Trainer André Breitenreiter. Beide trafen trotzdem viele alte Bekannte aus Gelsenkirchen - nur allzu viele Schalker Spieler kannten sie in dieser Schalker Mannschaft nicht.

Die Statistik zum Spiel:

Schalke: Nübel - Uchida, Bitter (46. Uphoff), Fleckstein, Hemmerich (82. Taitague) - Coke, Riether, McKennie (75. Toure), Halbauer (67. Wagner) - di Santo, Tekpetey

Tore: 1:0 Füllkrug (13.), 1:1 Coke (56.), 2:1 Prib (60.), 3:1 Sobiech (70.)

Zuschauer: 6500

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