Claudio Pizarro hat die Wahl zwischen Schalke und Dortmund

Peter Müller
Geht er Schalke ins Netz? Oder Dortmund? Claudio Pizarro nach dem Champions-League-Finale in London, bei dem er auf der Bayern-Bank saß.
Geht er Schalke ins Netz? Oder Dortmund? Claudio Pizarro nach dem Champions-League-Finale in London, bei dem er auf der Bayern-Bank saß.
Foto: Andreas Gebert / dpa
Der 34-jährige Stürmer Claudio Pizarro vom FC Bayern München ist bei Schalke 04 und Borussia Dortmund im Gespräch. Bayern-Co-Trainer Peter Hermann wird Assistent von Jens Keller. Der Wechsel von Felipe Santana von Schwarz-Gelb zu Blau-Weiß steht ebenfalls fest.

Gelsenkirchen. Fürs Feiern war Claudio Pizarro schon immer genauso geeignet wie fürs Toreschießen. Der Peruaner, Typ Sonnyboy, genoss deshalb auch ausgiebig den Champions-League-Triumph des FC Bayern München in London, obwohl er selbst beim 2:1-Sieg in diesem denkwürdigen Finale gegen Borussia Dortmund nur auf der Bank gesessen hatte.

Aber Pizarro, mittlerweile 34 Jahre alt, wusste ja vor der Saison, worauf er sich bei der Rückkehr aus Bremen nach München eingelassen hatte. Im Konkurrenzkampf der Top-Stürmer mit Mario Mandzukic und Mario Gomez war er häufig nur die dritte Wahl.

Pizarro ist der treffsicherste ausländische Profi der Bundesliga-Geschichte

Sollte Pizarro, mit 166 Toren der treffsicherste ausländische Profi der Bundesliga-Geschichte, auch mit Blick auf eine mögliche Verstärkung der Bayern mit BVB-Stürmer Robert Lewandowski beabsichtigen, in der kommenden Saison wieder häufiger auf dem Platz zu stehen, so bieten sich ihm offenbar zwei attraktive Möglichkeiten – und zwar im Ruhrgebiet: Sowohl Borussia Dortmund als auch Schalke 04 sollen ihr Interesse an dem Angreifer angemeldet haben.

„Das kommentiere ich nicht, Pizarro ist allerdings ohne Frage ein sehr interessanter Spieler“, sagt Schalkes Sportchef Horst Heldt. Die Königsblauen hätten den Peruaner schon vor einem Jahr gerne verpflichtet, gegen die Bayern aber waren sie finanziell chancenlos.

Ein neuer Anlauf ergäbe Sinn: In dieser Saison wurde deutlich, dass Schalke im Angriff viel zu harmlos aufgestellt ist, wenn Klaas-Jan Huntelaar ausfällt. Noch aber sind auch die Münchener im Spiel, eine Verlängerung des nach Saisonschluss auslaufenden Vertrages von Pizarro ist nicht ausgeschlossen.

Für die Abwehr haben die Schalker dagegen schon eine Personalie abgehakt: Der Transfer des brasilianischen Innenverteidigers Felipe Santana von Schwarz-Gelb zu Blau-Weiß war mit Rücksicht auf Dortmunds Teilnahme am Champions-League-Finale noch nicht verkündet worden, jetzt herrscht auch offiziell Klarheit. Der 27-Jährige erhält einen Vertrag bis 2016. Er verlässt den BVB schweren Herzens, erhofft sich aber mehr Spielzeit und damit eine Chance auf eine WM-Teilnahme 2014 in seiner Heimat. „Die Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen“, betont Santana. „Das sieht man schon daran, dass ich meinen Vertrag im vergangenen Sommer noch einmal verlängert habe, obwohl ich kein Stammspieler war.“

Santana tritt mit Höwedes und Matip in Konkurrenz - Hermann kommt

Auf Schalke muss er mit Benedikt Höwedes und Joel Matip in Konkurrenz treten – und vielleicht auch noch mit Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche ist bei englischen Klubs im Gespräch, Schalke täte die fest geschriebene Ablösesumme in Höhe von 21 Millionen Euro gut, doch „Papa“ war lange verletzt – ein Transferrisiko.

Auf der Wunschliste der Königsblauen stehen noch Rafinha vom FC Bayern, Pirmin Schwegler von Eintracht Frankfurt, Christian Clemens vom 1. FC Köln und Vaclav Kadlec von Sparta Prag. In Kürze dürfte auch ein Neuzugang für den Trainerstab verkündet werden. Peter Hermann, 61-jähriger Assistent von Bayern-Trainer Jupp Heynckes, wird Co-Trainer von Jens Keller, Hermann sagte bereits: „Schalke ist ein guter Verein.“