Gelsenkirchen

Heidel-Rücktritt auf Schalke: Diesen Vorwurf muss sich der Manager jetzt gefallen lassen

Christian Heidel ist auf Schalke zurückgetreten.
Christian Heidel ist auf Schalke zurückgetreten.
Foto: dpa

Gelsenkirchen. Christian Heidel sollte der große Heilsbringer auf Schalke werden. 2016 konnte Schalke-Boss Clemens Tönnies ihn, seinen absoluten Wunschkandidaten, vom FSV Mainz loseisen.

Nach turbulenten Jahren unter Felix Magath und Horst Heldt sollte mit der Verpflichtung von Christian Heidel im Verein endlich Ruhe einkehren. Das war der Plan.

Doch zweieinhalb Jahre später ist das Projekt gescheitert. Der Schalke-Manager hat am Samstag an seiner alten Wirkungsstätte seinen Rücktritt verkündet. Das bringt den FC Schalke 04 in große Bedrängnis.

Christian Heidel tritt auf Schalke zurück – trotz dieses Wunders

Schließlich hatte Christian Heidel zu Beginn seiner Schaffenszeit auf Schalke ein wahres Wunder vollbracht.

Trotz eines unterirdischen Starts in die Saison 2016/17 unter Trainer Markus Weinzierl blieb es ungewohnt ruhig auf Schalke – auf den Rängen und innerhalb des Vereins. Auch Clemens Tönnies, der sich in der Vergangenheit immer wieder öffentlich zu Wort gemeldet hatte, hielt sich im Hintergrund.

Das war so zuvor zwar klar kommuniziert. Aber selbstverständlich ist das auf Schalke nach den Erfahrungen der Vergangenheit nicht.

Heidel bringt Schalke auf Kurs

Nach dem bescheidenden Abschneiden in seiner ersten Amtszeit zog Christian Heidel die Reißleine.

Markus Weinzierl, seines Zeichens Wunschkandidat des neuen Schalke-Managers, musste seinen Hut nehmen. Und Christian Heidel zauberte mit Domenico Tedesco einen neuen Trainer aus dem Hut, den wohl niemand so richtig auf dem Schirm hatte.

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Sein Mut wurde belohnt. Unter Tedesco kehrte auf Schalke wieder die Euphorie zurück. Das 4:4 beim Derby in Dortmund steht sinnbildlich für den Spirit der Mannschaft in der Vizemeister-Saison.

Schalke verliert reihenweise Eigengewächse

Doch die Transferpolitik wirft einen Schatten auf die Leistung des Schalker Managers. Trotz des sportlichen Erfolgs musste der Verein in schöner Regelmäßigkeit seine Eigengewächse ziehen lassen.

Die Verträge von Sead Kolasinac (FC Arsenal), Leon Goretzka (FC Bayern München) und Max Meyer (Crystal Palace) konnte Heidel nicht rechtzeitig verlängern. Alle drei verließen den FC Schalke 04 ablösefrei.

Streitpunkt Transferpolitik

Die Abgänge von Leroy Sané (Manchester City) und Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain) spülten immerhin ordentlich Geld in die Kassen.

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Doch das gab Christian Heidel auch mit großen Händen aus. Insgesamt investierte Schalke unter Christian Heidel 154 Millionen Euro in neue Spieler.

Omar Mascarell, Salif Sané, Suat Serdar und Sebastian Rudy. Das waren zwar alles nachvollziehbare Transfers. Die sportliche Talfahrt konnte das in dieser Saison nicht aufhalten. Daran wird in diesem Geschäft nicht nur der Trainer sondern auch der Sportvorstand gemessen.

Was bleibt nach der Ära Heidel?

Bitter für Schalke: Der Verein hat unter Christian Heidel reihenweise Talente aus der Knappenschmiede und Identifikationsfiguren wie Benedikt Höwedes verloren.

Daran trägt der Manager sicher nicht die alleinige Schuld. Für Unruhe im Verein hat der ein oder andere Abgang allerdings gesorgt.

Dabei wurde Christian Heidel geholt, damit endlich Ruhe beim FC Schalke 04 einkehrt. Davon ist der Verein nach seinem Rücktritt und der aktuellen sportlichen Talfahrt derzeit meilenweit entfernt. Den Vorwurf muss sich der scheidende Manager gefallen lassen.

 
 

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