Blackout von Huntelaar lässt Schalke vor Endspiel bangen

Ein Jubel mit Folgen: Klaas-Jan Huntelaar kassierte für seine Zaun-Besteigung die fünfte Gelbe Karte und fehlt Schalke damit am letzten Spieltag gegen Nürnberg.
Ein Jubel mit Folgen: Klaas-Jan Huntelaar kassierte für seine Zaun-Besteigung die fünfte Gelbe Karte und fehlt Schalke damit am letzten Spieltag gegen Nürnberg.
Foto: dpa
Drei Punkte für die Champions League, aber auch ein großes Handicap für das letzte Endspiel gegen Nürnberg: Schalkes 2:0-Sieg in Freiburg wurde getrübt durch die 5. Gelbe Karte, die sich Klaas-Jan Huntelaar abgeholt hat. Der Hunter sah Gelb, weil er beim Jubeln auf den Zaun geklettert war.

Freiburg.. Nach seinem Treffer zum erlösenden 2:0 in Freiburg gingen bei Schalkes Torjäger Klaas-Jan Huntelaar die Gäule durch: Er lief zu den Schalker Fans in die Kurve - und kletterte dabei dummerweise ein Stück auf den Zaun. Weil dies verboten ist, zeigte ihm Schiedsrichter Florian Meyer regelkonform die Gelbe Karte - und weil es seine fünfte in dieser Saison war, muss Schalke im letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Nürnberg ohne seinen Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar auskommen. Ärgerlicher kann man sich eine Sperre nicht abholen.

Huntelaar erklärte seinen Blackout danach mit dem Adrenalin, dass ihm nach dem Tor den Verstand geraubt hatte: “Ich wusste, dass ich vier Gelbe Karten hatte. Während dem Spiel bleibt man da manchmal extra im Zweikampf weg, um nur keine Karte zu riskieren, aber beim Torjubel denkt man nicht nach - da kommt was Verrücktes in den Kopf.”

Huntelaar wurde vor Spielbeginn mehrmals vor möglicher Gelbsperre gewarnt

Nun muss am Samstag gegen Nürnberg Adam Szalai stürmen. Für Schalke hoffentlich kein schlechtes Vorzeichen: Als Huntelaar vor einer Woche gegen Mönchengladbach wegen einer Erkältung nur auf der Bank saß, konnte Szalai ihn nicht gleichwertig ersetzen - und Schalke kassierte die erste Heimniederlage der Rückrunde. “Nun müssen wir sehen, dass wir es auch ohne Klaas-Jan hinbekommen”, knurrte Schalkes Manager Horst Heldt.

Heldt hielt seinen öffentlichen Ärger über Huntelaars Sperre einigermaßen zurück: “Dass ihm das passiert ist, ist nicht gut, aber menschlich.” Mit dem Hunter sei in diesem Moment wohl das Adrenalin durchgegangen. Allerdings sagte Schalkes Sportchef auch, dass man Huntelaar vor dem Spiel eigens noch vor einer unnötigen Gelben Karte gewarnt habe: “Ich weiß gar nicht, wie viele Leute ihm vor dem Spiel noch gesagt haben: Alles darf passieren - nur nicht, dass du dir die 5. Gelbe Karte abholst.”

Trainer Keller ärgert sich über Huntelaar und Santana

Deutlicher als Heldt wurde Trainer Jens Keller. Auf die Frage, ob ihn die unnötige Karte für Huntelaar ärgern würde, antwortete Keller erst mit dem für ihn typischen Sarkasmus: “Das freut mich total, dass er gesperrt ist - wir haben ja so viele Alternativen.” Und dann sagte er deutlich, dass einem 30 Jahre alten Weltklassestürmer so etwas ganz einfach nicht passieren dürfe: “Die Sperre für Klaas-Jan ärgert mich genauso wie die Gelb-Rote Karte für Felipe Santana. Die war genauso unnötig.”

 
 

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