Bitteres Aus für Schalke im DFB-Pokal

Peter Müller
Gegen Borussia Mönchengladbach gab es für den Titelverteidiger FC Schalke 04 das Aus im DFB-Pokal. Foto: imago
Gegen Borussia Mönchengladbach gab es für den Titelverteidiger FC Schalke 04 das Aus im DFB-Pokal. Foto: imago
Der FC Schalke 04 kann seinen Titel im DFB-Pokal nicht verteidigen: Im Achtelfinale verloren die Königsblauen mit 1:3. Arango bracht die Borussia in Führung, Marco Reus sorgte mit seinem Doppelpack für die Entscheidung. Klaas-Jan Huntelaar und Jermaine Jones mussten jeweils mit Gelb-Rot vom Platz.

Mönchengladbach. Es war doch angeblich so schön in Berlin. Es war doch das Ziel, den im Mai gewonnenen DFB-Pokal zu behalten. Doch was sich die Profis des FC Schalke 04 am Mittwochabend leisteten, war eines Titelverteidigers nicht würdig. 20 Minuten Volldampffußball am Schluss retteten die Schalker nicht mehr. Borussia Mönchengladbach gewann das Achtelfinalspiel hochverdient mit 3:1, und das Ergebnis darf nicht als Ausdruck der tatsächlichen Kräfteverhältnisse gesehen werden.

Es sollte nicht als Ausrede gelten dürfen, dass die Schalker ohne ihren Trainer Huub Stevens auskommen mussten, der bei seiner kranken Mutter in den Niederlanden geblieben war. Auch dessen Assistent Seppo Eichkorn hatte den Profis nicht verboten, sich voll reinzuhängen.

Schalkes Torjäger ohne Wirkung

Hatte jemand den Nachmittags-Kaffee der Gäste mit K.o.-Tropfen aufgefüllt? Ein Pokalspiel stand an, ein Achtelfinale, eine Begegnung mit einem Klasse-Team, das derzeit auch zu den vier Spitzenmannschaften der Bundesliga zählt. Aber begriffen hatten den Charakter dieser Partie offenbar nur die Gladbacher. Von Anfang an spielte Schalke unkonzentriert, unkoordiniert, unsauber. Die Bälle versprangen bei schludrigen Annahmeversuchen, Pässe fanden nicht die vorgesehenen Adressaten. Strukturierter Spielaufbau fand nicht statt, und dadurch hatten auch Schalkes Torjäger keine Bindung: Klaas-Jan Huntelaar, Teemu Pukki und Raúl blieben ohne jede Wirkung, weil so gut wie nichts bei ihnen ankam.

Schalke enttäuschte in der ersten Halbzeit komplett: kein Tempo, keine Zielstrebigkeit, keine Ordnung – und nicht einmal eine Torchance. Das war die Mannschaft, die erst am Samstag mit 5:0 über Bremen hinweggerauscht war?

Gelb-Rot für Huntelaar

Deutlich sicherer, homogener und vor allem williger wirkten die Borussen. Aber: Bei allem Eifer versäumten sie es, ihre hochverdiente Führung früh auszubauen. Beim 1:0 in der 18. Minute hatte Marco Reus den Ball scharf in die Strafraummitte gespielt, die Fußabwehr von Kyriakos Papadopoulos misslang, denn an der Strafraumgrenze wartete Juan Arango, der den von vorne kommenden Ball gefühlvoll ins linke untere Eck legen konnte.

Schalke quälte sich in die Pause und hoffte auf Besserung danach. Doch schon zwei Minuten nach dem Wechsel sank das Thermometer der Zuversicht auf Minustemperaturen. Denn Klaas-Jan Huntelaar erwies seinem Team einen Bärendienst, als er seinen Frust an falscher Stelle entlud. Der Niederländer zeigte zuerst dem Schiedsrichter-Assistenten, der einen Ball im Aus gesehen hatte, einen Vogel – Gelbe Karte. Und weil Huntelaar daraufhin meinte, höhnisch applaudieren zu müssen, zückte Schiedsrichter Wolfgang Stark Gelb-Rot.

Gladbach wackelt, aber zu spät

Die Konsequenz: In der 57. Minute erhöhte Gladbach auf 2:0. Nach einem Einwurf kam der Ball zu Marco Reus, und weil der Nationalspieler nur noch den halbherzig störenden Joel Matip vor sich sah, hielt er einfach mal drauf. Der Ball schlug links unten ein, das schien der K.o. für die Schalker zu sein.

Doch sie erhoben sich noch einmal. In der 70. Minute setzten sie ein Zeichen. Einen Schuss von Jose Manuel Jurado konnte Torhüter Marc-André ter Stegen nicht festhalten, Julian Draxler umkurvte ihn und schob den Ball ein.

Plötzlich wackelte Gladbach, plötzlich drückte Schalke. Aber zu spät, viel zu spät. In der 88. Minute machte Marco Reus nach einem Patzer von Lars Unnerstall bei einem Konter alles klar. Und in der Schlussminute sah auch noch der bereits verwarnte Jermaine Jones nach einer Rangelei mit Igor de Camargo Gelb-Rot.