Beschämender Auftritt - Schalke muss Spielweise überdenken

Die Schalker Benedikt Höwedes, Eric Maxim Choupo-Moting und Roman Neustädter nach dem verlorenen Derby.
Die Schalker Benedikt Höwedes, Eric Maxim Choupo-Moting und Roman Neustädter nach dem verlorenen Derby.
Foto: imago
Ideenlos, schläfrig, unsicher - so hat unser Kommentator den Derbyauftritt von Schalke 04 erlebt. Nur die Dortmunder wollten den Sieg unbedingt haben.

Dortmund.. Es hatte in den vergangenen Jahren schon einige Revierderbys in Dortmund gegeben, in denen der BVB Angriff auf Angriff in Richtung Schalker Tor fuhr und dabei Chance um Chance ausließ. Weil Schalkes Torhüter jeweils über sich hinausgewachsen waren. Manuel Neuer, Lars Unnerstall und Ralf Fährmann hatten mit herausragenden Leistungen mögliche Niederlagen der Königsblauen verhindert.

An diesem Samstag aber brach Schalke ein. Schon in der ersten Halbzeit versemmelte der BVB sieben prächtige Gelegenheiten. Als dann zwölf Minuten vor Schluss das 1:0 durch Pierre-Emerick Aubameyang fiel, war es hochverdient. Schalke war erledigt, demoralisiert, orientierungslos, nicht mehr widerstandsfähig. Und kassierte folgerichtig noch zwei weitere Treffer, die das Ergebnis am Ende dann doch dem Spielverlauf in etwa angemessen erschienen ließen.

Der BVB agiert, Schalke reagiert nur

Was denken sich die Schalker eigentlich? Dass sie mit solchen Leistungen tatsächlich Ansprüche auf einen Champions-League-Platz stellen können? Die Spielweise ist ja seit Wochen fragwürdig. Als anfangs die Ergebnisse stimmten, war sie immerhin noch zu rechtfertigen. Nach der Negativ-Entwicklung mit dem 0:1 in Frankfurt und dem 1:1 gegen Bremen aber war die Derby-Pleite nun ein absoluter Tiefpunkt.

Die Blau-Weißen spielten ideenlos, schläfrig, teilnahmslos, unsicher. Hinten wackelten sie bedenklich, überstanden die erste Hälfte nur mit großem Glück dank des lausigen Umgangs der Schwarz-Gelben mit ihren vielen gut herausgespielten Chancen. Auf der anderen Seite hatten die Schalker vorne rein gar nichts zu bieten. Die Angreifer Klaas-Jan Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting wurden überhaupt nicht gefüttert, es gab nämlich keine Entlastungsangriffe. Schalkes Spiel bestand ausschließlich aus Reaktion. Eigene Initiativen waren nicht zu erkennen. Die Blau-Weißen hatten offenbar auf ein 0:0 und vielleicht auf ein Glückstor gehofft. Aber wie hätte das fallen sollen, wenn BVB-Torwart Roman Weidenfeller keinen Schalker aus der Nähe zu sehen bekommt?

Schalke könnte schnell durchgereicht werden

Trainer Roberto Di Matteo sollte sich fragen, welchen Beitrag er mit seinem sturen Festhalten an der defensiven Grundidee zu dieser Niederlage beigetragen hat. Und einige Schalker Spieler sollten sich fragen, ob sie tatsächlich alles aus sich herausgeholt haben in diesem Derby. Wenn sie so weitermachen, werden sie nach hinten durchgereicht. Und vielleicht schon bald von den Borussen überholt, deren Aufschwung anhält. Die Dortmunder verdienten sich den Derbysieg, weil sie ihn unbedingt haben wollten. Der Auftritt der Schalker an einem für ihre Fans so wichtigen Tag war einfach nur beschämend.

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