Gelsenkirchen

Schalke-Sportchef Heidel spricht von „Schrott-Saison“ - warum er dennoch Applaus bekommt

Thomas Tartemann und Krystian Wozniak
Manager Christian Heidel vom Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 spricht bei der Mitgliederversammlung des Bundesligisten in der Veltins Arena.
Manager Christian Heidel vom Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 spricht bei der Mitgliederversammlung des Bundesligisten in der Veltins Arena.
Foto: dpa
  • Christian Heidel zeigt sich auf der Jahreshauptversammlung selbstkritisch
  • Er kündigt zwei neue Transfers an und will Leon Goretzka halten
  • Partnerschaft mit Veltins fortgesetzt und Umbro wird neuer Trikotsponsor

Gelsenkirchen.  Schalke bleibt ruhig. Als Sportvorstand Christian Heidel bei der Mitgliederversammlung am Sonntag in der Arena seine ausführliche Analyse der vergangenen Saison beendet hatte, gab es keine Pfiffe.

Heidel bekam aufmunternden Applaus vom Großteil der rund 7000 Mitglieder.

Die selbstkritische Einschätzung des Managers, der bei seiner Bewertung den Begriff „Schrott-Saison“ nutzte und sich der Verantwortung stellte, kam gut an.

Christian Heidel zeigt sich kämpferisch

Heidel blickte kämpferisch nach vorne. „Misserfolge sind das Doping für künftige Erfolge. Wir lassen uns von unserem Weg nicht abbringen.“

Nach dem Absturz ins Bundesliga-Mittelmaß will Schalke in der Saison 2017/2018 wieder angreifen. Der neue Trainer Domenico Tedesco, der sich von der Mitgliederkulisse beeindruckt zeigte und ebenfalls mit viel Zuspruch empfangen wurde, soll den Traditionsklub wieder auf Kurs bringen.

Heidel warb um Vorschusslorbeeren für Tedesco: „Er wird Schalke leben. Schenkt ihm Vorvertrauen. Wir werden gemeinsam nicht Ruhe halten, bis der FC Schalke wieder da ist, wo er hingehört.“

Zwei Profis stehen vor dem Wechsel zu Schalke

Heidel und Tedesco wollen auch die nächsten Tage dazu nutzen, Korrekturen am Kader vorzunehmen. Nach wie vor muss das Trainerteam aufgestockt werden, da Tedesco keinen Assistenten von seiner letzten Station in Aue mit in den Ruhrpott bringt.

Mit Amine Harit (20/FC Nantes) und Pablo Insua (23/Deportivo La Coruna) stehen zwei Profis vor dem Wechsel zu den Königsblauen.

Dazu setzen die Schalker auf junge Kräfte aus den eigenen Reihen. „Wir werden mit Breel Embolo und Leon Goretzka in eine neue, spannende Saison gehen“, kündigte Heidel an.

Auch dafür brandete Beifall auf. Ein Goretzka-Wechsel in diesem Sommer ist damit vom Tisch. Der FC Bayern München gilt aber weiterhin als möglicher künftiger Arbeitgeber Goretzkas, dessen Vertrag im Sommer 2018 ausläuft.

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Der Mittelfeldspieler könnte dann ablösefrei wechseln. Breel Embolo, der seit Oktober verletzt war, wird sich pünktlich zum Schalker Trainingsstart am 1. Juli fit zurückmelden.

„Die Leidenszeit ist langsam vorbei. Familie, Freunde und meine Freundin haben es acht Monate mit mir ausgehalten. Ich freue mich, ab Juli mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen“, sagte Embolo am Sonntag in der Arena.

Partnerschaft mit Veltins fortgesetzt

Trotz des sportlichen Abrutschens ist Schalke finanziell gut aufgestellt. Die Zusammenarbeit mit Stadion-Namensgeber Veltins wurde vorzeitig bis ins Jahr 2027 verlängert.

Veltins-Generalbevollmächtigter Michael Huber: „Wir haben gefragt, Schalke hat Ja gesagt. Die bisherigen 20 Jahre haben sich für beide Seiten gelohnt.“ Die Schalker können durch die Fortsetzung der Partnerschaft mit der Brauerei aus dem Sauerland mit rund 65 Millionen Euro planen.

Umbro wird neuer Trikotpartner

Zudem steigt ab Juli 2018 mit der britischen Firma Umbro ein neuer Trikotpartner über fünf Jahre ein und löst damit den langjährigen Ausrüster Adidas ab. „Es ist ein Klasse-Vertrag für uns“, sagte Schalkes Marketing-Vorstand Alexander Jobst.

Schalke soll künftig das Flaggschiff von Umbro werden. Der Deal spült über die gesamte Laufzeit rund 30 Millionen Euro in die Kasse. Das Motto des neuen Trikotpartners („Trage es mit Stolz, spiele mit Leidenschaft“) passt laut Jobst exakt zu Schalke: „Das ist genau das, was wir von unserer Mannschaft einfordern.“

Büskens nun in der Ehrenkabine

Um die Umsetzung soll sich ab dem 1. Juli Domenico Tedesco kümmern. Der 31-Jährige will die Anhänger von Beginn an am neuen FC Schalke teilhaben lassen. Nur eine Einheit pro Woche wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

„Abschotten sollen sich andere. Wir sind ein Klub, der die Fans lebt und liebt“, sagte Tedesco. Er scheint schon zu wissen, was man auf Schalke gerne hört.

Mike Büskens weiß das schon lange. „Ich bin stolz, ein Schalker zu sein“, sagte der legendäre Eurofighter in seiner Liebeserklärung an den Verein, in dessen Ehrenkabine er aufgenommen worden war.