Gelsenkirchen

„Assi hat mich zum ersten Mal seit Jahren wieder erkannt“ - Zwölf Tore und große Emotionen bei Schalkes Eurofighter-Gala

Er brachte die Schalker Nachbildung des Uefa-Pokals aus der Nordkurve in die Arena: Olaf Thon ging durch ein Spalier mit den Fans.
Er brachte die Schalker Nachbildung des Uefa-Pokals aus der Nordkurve in die Arena: Olaf Thon ging durch ein Spalier mit den Fans.
Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen. Zum Schluss wurde das Licht in der Arena heruntergefahren und Schalke verabschiedete seinen Jahrhundert-Trainer in Rente: Mit emotionalen Bildern von und über Huub Stevens ging am Sonntagabend die große Wiedersehens-Party der Eurofighter auf Schalke zu Ende.

Auf den Tag genau 20 Jahre nach dem Wunder von Mailand feierte Schalke noch einmal den größten Erfolg der Vereinsgeschichte: Den Triumph im Uefa-Pokal am 21. Mai 1997.

Assauer am Spielfeldrand

Es war ein hoch emotionaler Abend – auch weil Rudi Assauer die ganze Zeit dabei war. Der inzwischen 73 Jahre alte ehemalige Manager saß gut behütet direkt neben Stevens auf der Bank am Spielfeldrand: Es waren Momente für die ganz großen Gefühle auf Schalke, die keinen kalt lassen konnten.

„Assi hat mich zum ersten Mal seit drei Jahren wieder erkannt“, berichtete Olaf Thon ergriffen. „Er saß neben Huub und hat gesagt: Kleiner, du bist ja auch da.“ Gänsehaut pur in der Arena.

31 997 Zuschauer genossen die Erinnerung an die guten, alten Zeiten und sahen zuvor auf dem Rasen zwölf Tore. 6:6 trennten sich die Eurofighter, die durch einige andere Schalker verstärkt wurden, und eine Auswahl von anderen Spielern aus der Trainer-Zeit von Huub Stevens.

Einziger kleiner Schönheitsfehler: Am Eurofighter-Abend traf keiner der „echten“ Eurofighter ins Schwarze: Die Tore für das verstärkte 97-er Team erzielten Mike Möllensiep (2), Ebbe Sand, Klaas-Jan Huntelaar, Gerald Asamoah und Alexander Baumjohann.

Für die „Euro-All-Stars“ trafen Mike Hanke (2), Kevin Kuranyi (2), Marcel Meeuwis und Oliver Neuville, der vor 20 Jahren für Schalkes damaligen Halbfinal-Gegner CD Teneriffa gespielt hatte.

Auch vom Endspiel-Gegner Inter Mailand waren zwei Spieler dabei: Massimo Paganin und Aron Winter, der damals im Finale einen Elfmeter für Inter vergeben hatte.

Wilmots musste absagen

Schalkes Fans feierten die Eurofighter umso mehr in der Erinnerung an den Erfolg, den sie aktuell nicht geboten bekommen.

Jens Lehmann stand im Tor und ein Spieler wie Jiri Nemec war in der Nacht im Auto aus Tschechien angereist. Nur einige wenige mussten kurzfristig absagen. Von den ganz großen Protagonisten von 1997 fehlten Marc Wilmots, dem Verpflichtungen als Nationaltrainer der Elfenbeinküste dazwischen gekommen waren, Thomas Linke und Radek Latal, die sich beide krank meldeten – und Yves Eigenrauch. Der Verteidiger hatte seine Ankündigung wahr gemacht und verzichtete auf das Spiel.

Die meisten Eurofighter waren aber Feuer und Flamme für dieses Spiel. Einige, wie Mike Büskens oder Marco van Hoogdalem, hatten sich über Wochen in Form gebracht, um noch einmal auf dem Arena-Rasen zu stehen. „Diese Mannschaft hatte die Bereitschaft, mehr zu tun, als eigentlich vorgegeben war“, schwärmt Andreas Müller noch heute

Schöne, alte Fußball-Romantik

Einige Spieler der aktuellen Mannschaft waren auch gestern in der Arena, Klaas-Jan Huntelaar und Sead Kolasinac spielten sogar mit – zum letzten Mal auf Schalke. Es war halt ein Abend der großen Gefühle, für ganz viele gilt das Motto: Einmal Schalker, immer Schalker. Und so kündigte Huub Stevens auch an, dass er zwar zum letzten Mal auf der Trainer-Bank gesessen hat, aber dies nicht unbedingt sein endgültiger Abschied von den Königsblauen sein muss: „Es kann sein, dass ich mich bewerbe, um in den Aufsichtsrat von Schalke zu kommen.“

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