Arthur Saager ist der Villinger unter den Schalkern

Für Arthur Saager ist der Samstag ein Feiertag. Der SFCV-Vorstand trifft mit seiner großen Liebe Schalke 04 auf seine alte Liebe FC 08 Villingen

Gelsenkirchen.. Das Fußballherz von Arthur Saager schlägt für zwei Klubs. Unschwer zu erkennen, wenn man auf das Autokennzeichen des Vorstandsmitglieds des Schalker Fan-Club Verbands schaut: GE - VL - 504. GE für Gelsenkirchen, die Heimat seines S04, dessen Fans sich gerne und häufig aus gutem Grund für die drei Ziffern 504 auf ihrem Kennzeichen entscheiden. VL steht für Villingen, seine alte Heimat. Der FC 08 Villingen ist heute Schalkes Gegner in der 1. Runde des DFB-Pokals.

Die Auslosung im Juni verfolgte der 62-Jährige zu Hause vor dem Fernseher. Anschließend stand sein Telefon nicht mehr still. Zu den Anrufern gehörte auch die Mutter eines Spielers des FC 08, die vor Freude in den Hörer schrie. Es war die Mutter von Abwehrspieler Marcel Jerhof. „Marcel ist wie ein Patenkind für mich. Als er jung war, war er Bayern-Fan. Das konnte ich nicht so stehen lassen. Also habe ich ihn zum Schalker erzogen. Mit Erfolg“, sagt Arthur Saager und lacht. Ob Marcel Jerhof tatsächlich auf seine großen Idole trifft, weiß er aber nicht. „Er ist ein hochtalentierter Spieler, aber erst gerade von der A-Jugend zu den Senioren hochgekommen.“

Ein Jahr war Arthur Saager alt, als seine Eltern von Schleswig-Holstein nach Villingen zogen. Als er in den Jugendmannschaften des FC 08 kickte, war die Seniorenmannschaft noch Regionallist, also eine große Nummer auf der Fußball-Landkarte. Nach den eigenen Spielen in der Jugend ging es an jedem zweiten Wochenende ins alte Stadion Friedengrund, das sich laut Saager seitdem gar nicht groß verändert hat.

Torwart Nigbur als Idol

Trotz der Entfernung von über 550 Kilometern sei für ihn schnell klar gewesen, dass es neben seinen 08ern nur einen Klub in Deutschland für ihn geben kann: den FC Schalke 04. „Mitte der 60er kannte den FC Bayern fast niemand. Villingen ist im Badener Land, Stuttgart im Schwabenland. Ging also auch nicht. Und bei Schalke stand mein Idol Norbert Nigbur im Tor.“

Als 18-Jähriger fuhr er, wann immer es ging, zu den Schalker Spielen. „Damals habe ich gedacht, dass ich der einzige Schalker aus der Region bin. Wenn ich sehe, was heute jedes zweite Wochenende aus der Schwarzwald-Ecke nach Gelsenkirchen kommt, ist das schon Wahnsinn“, sagt er.

Seit 1998 hauptamtlich dabei

1994 besuchte er zum ersten Mal ein Schalker Trainingslager. Dort lernte er den damaligen Vorsitzenden Rolf Rojek kennen, wenig später wurde er Sprecher der Fanbezirke im Süden Deutschlands und übernahm auch einen Posten im Beirat des SFCV. Als 1998 ein Geschäftsstellenleiter gesucht wurde, brach er die Zelte im Schwarzwald ab und wechselte zu Schalke. „Ablösefrei“, wie er feststellt. Seinem ehemaligen Chef, dem Leiter einer Zigarettenfabrik, sagte er nur: „Ich hau ab auf Schalke.“ Eine Entscheidung, die der SFCV-Vorstand noch keine Sekunde bereut hat.

Um drei Uhr in der Früh macht sich der SFCV-Tross am heutigen Samstag auf den Weg nach Freiburg. Der FC 08 Villingen hat für das Pokalspiel gegen Schalke extra das große Schwarzwaldstadion des SC Freiburg gemietet, rund 60 Kilometer vom eigenen Stadion entfernt. Nach dem Spiel geht es für Arthur Saager aber gleich wieder zurück nach Gelsenkirchen. Für einen Trip in die alte Heimat bleibt keine Zeit.

Im Vorfeld der Partie wurde er oft gefragt, wem er die Daumen drücken wird. „Ganz klar Schalke“, sagt er. „Dem FC 08 wünsche ich ein geiles Spiel und einen unvergesslichen Tag. Aber ich will im Mai zum Endspiel nach Berlin. Und das geht nur mit Schalke.“

 
 

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