Gelsenkirchen

Ärger beim FC Schalke 04: Warum das Team von Nabil Bentaleb genervt ist

Nabil Bentaleb hat es sich mit den Teamkollegen verscherzt.
Nabil Bentaleb hat es sich mit den Teamkollegen verscherzt.
Foto: firo

Gelsenkirchen. Die Lobeshymnen der Schalker Spieler auf Domenico Tedesco klingen trotz zwei Niederlagen in der Liga in Folge nicht ab. Sie schätzen vor allem, dass der Trainer auch die Spieler mitnimmt, die nicht zum Einsatz kommen. Ein Spieler, der auf der Ersatzbank sitzt, ist für Tedesco genauso wichtig wie die elf Spieler, die auf dem Rasen stehen.

Tedesco, der einen großen Einfluss auf seine Spieler hat, erklärt ihnen plausibel, warum sie nicht in der Startelf stehen. Nur einen, den erreicht der Trainer partout nicht. Spielt er nicht, hält sich sein Verständnis dafür arg in Grenzen: Nabil Bentaleb.

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Bentaleb geht dem Team auf die Nerven

Vor dem wichtigen Bundesliga-Heimspiel des FC Schalke 04 am Samstag gegen die TSG Hoffenheim kritisierten Domenico Tedesco und Manager Christian Heidel den defensiven Mittelfeldspieler scharf . Die Einstellung des 23-Jährigen stinkt der sportlichen Leitung gewaltig.

Es sieht ganz danach aus, als würde Bentaleb auf Schalke immer einsamer. Auch die Teamkollegen sind mittlerweile genervt vom Verhalten Bentalebs, der als sehr launisch gilt und im Training auch schon mal richtig hinlangt, wenn ihm mal wieder etwas nicht passt. Je weniger er zum Einsatz kommt, desto häufiger schlägt er über die Stränge.

„Es ist ja bekannt, dass wir in den letzten Tagen und Wochen nicht einverstanden sind mit der Art und Weise von Nabil“, sagt Domenico Tedesco. „Wir haben die Mannschaft auch mit ins Boot geholt. Die Sachen sind ganz klar formuliert und angesprochen. Es liegt an ihm selbst.“ Nach kurzer Pause ergänzte der Schalker Trainer noch: „Nabil versteht das. Unter vier Augen ist immer alles super.“

Bentaleb kam von Tottenham zum FC Schalke 04

Schalkes Manager Christian Heidel, der Bentaleb im Sommer 2016 von Tottenham Hotspurs zunächst ausgeliehen hatte, später die Kaufoption zog und ihn für 19,5 Millionen Euro verpflichtete, wurde sogar noch deutlicher: „Es gibt nur eine Überschrift: Die Mannschaftsinteressen stehen immer über den Einzelinteressen.“

Heidel sagt, dass er Nabil Bentaleb gut einschätzen kann. „Er ist kein böser Mensch. Aber er ist überehrgeizig und eher so ein Typ: Wenn wir 5:0 gewinnen und Nabil hat nur eine Halbzeit gespielt, dann läuft er trotzdem herum, als wenn wir 0:5 verloren hätten. Alles ist schlecht, wenn er nicht spielt.“

Heidel: „Da muss er sich verändern“

Heidel teilt Tedescos Eindruck, dass der Spieler im persönlichen Gespräch Verständnis zeigt, wenn ihm erklärt wird, warum er nicht in der Startelf stehen wird. „Wenn die Mannschaftsaufstellung dann kommt und er auf der Bank sitzt, dann versteht er nichts mehr“, sagt Heidel und stellt klar: „Da muss er sich verändern, da gibt‘s nur einen einzigen Weg.“

Beispielhaft nennt Heidel den Sieg im Heimspiel im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg vor gut einer Woche. Auch darüber hielt sich die Freude Bentalebs in Grenzen, weil er 90 Minuten auf der Bank saß. „Wir sind ins Pokal-Halbfinale eingezogen und haben uns alle sehr darüber gefreut. Nur einer läuft herum, als wenn wir 0:4 verloren hätten.“

Vorzeitiger Abschied?

Heidel ergänzt: „Das sieht eine Mannschaft und jeder spürt, dass Nabil seine eigene Situation wichtiger ist als die der Mannschaft und des Klubs. Das muss er abstellen, da gibt es keine Diskussion.“ Als die Schalker drei Tage später beim FC Bayern München spielten, stand Bentaleb erst gar nicht im Kader.

Spekulationen, dass sich Schalke trotz eines Vertrages bis zum 30. Juni 2021 vorzeitig von Bentaleb trennen könnte, erteilt Heidel noch eine Absage. „Nein, wir haben ihm sehr deutlich gemacht und werden ihm nochmal deutlich machen, dass das so nicht geht.“

 
 

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