Gelsenkirchen

Abschied von Rudi Assauer: So emotional war die Trauerfeier

Rudi Assauer († 74): Die Höhepunkte seiner Karriere

Eine Fußball-Legende geht: Rudi Assauer ist im Alter von 74 Jahren verstorben.

Eine Fußball-Legende geht: Rudi Assauer ist im Alter von 74 Jahren verstorben.

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  • Rudi Assauer wurde am Freitag in einer Trauerfeier verabschiedet
  • Wegbegleiter erzählen lustige, kuriose und intime Anekdoten aus seinem Leben
  • In unserem Live-Ticker kannst du die Trauerfeier mit verfolgen

Gelsenkirchen. Rudi Assauer ist und bleibt auf Schalke unvergessen. Als Manager, als Macher aber vor allem als Typ des Ruhrpotts.

Vergangene Woche ist Rudi Assauer im Alter von 74 Jahren gestorben. Am Dienstag wurde die Schalker Vereinslegende im engsten Familienkreis und im Beisein langjähriger Weggefährten in Herten beigesetzt.

Am Freitag haben die Fans des FC Schalke 04 Gelegenheit, sich bei ihrem „Assi“ zu verabschieden.

Rudi Assauer: FC Schalke 04 trauert um den Schalke-Manager

Schalke 04 gedenkt dem langjährigen Manager am Freitag ab 11 Uhr im Rahmen einer Trauerfeier in der Propsteikirche St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer.

Rund 1.200 Gäste füllten die Reihen in der bis zum letzten Platz vollbesetzten Kirche. Der Verein hatte 800 Plätze an Schalke-Fans verlost. DER WESTEN ist live vor Ort.

17.51 Uhr: Einer der Gänsehautmomenten des heutigen Tages. Die ganze Trauergemeinde singt „Blau und Weiß, wie lieb' ich dich“ für Rudi Assauer:

Sophia und Simone lachen sich schlapp

15.10 Uhr: Hier die Anekdote über Rudi Assauer von Werder-Torwartlegende Dieter Burdenski, die für den größten Lacher des Tages sorgte:

In dem Video ist auch zu sehen, wie sich Ex-Frau Simone Thomalla und ihre Tochter schlapp lachen. Mit seiner humoristischen Geschichte hat Burdenski einen netten Gegenpol zur sonst eher bedrückten Stimmung geschaffen.

15.00 Uhr: Viele der Reden waren sehr bewegend am Freitagmittag in Gelsenkirchen-Buer. Dazu zählten vor allem die Worte von Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens:

12.49 Uhr: Der Trauergottesdienst ist vorbei. Schalke-Fans können nun noch an der Arena in Erinnerungen schwelgen. Dort gibt es Bratwurst und Bier umsonst.

12.43 Uhr: Nun wird es richtig laut: Die Anwesenden schmettern das Vereinslied „Blau und Weiß“. „Mohammed war ein Prophet..“ singt die Gemeinde in der Kirche bis es zum großen Finale kommt. Tausend Freunde schreien „Schalke“ aus voller Brust. Wie im Stadion. Es ist pure Gänsehaut.

Werder-Legende sorgt für großes Gelächter

12.41 Uhr: Für den größten Lacher bisher sorgt Werder-Legende Dieter Burdenski. Er erinnert an Assauers Zeit bei Werder Bremen. Dort kickte er nicht nur, er führte auch Werder als Manager.

Dabei führte sein Weg in die zweite Liga, ehe er mit den Grün-Weißen wieder aufstieg und Otto Rehhagel verpflichtete.

Dabei erzählt Burdenski eine Anekdote aus der Abstiegssaison. Nach drei Niederlagen forderte Assauer vor dem Spiel gegen die Bayern: „Jetzt trinken alle erstmal zwei Fernet.“ Darauf der damalige Masseur: „Wie ich auch?“ - „Ja“, sagte Rudi: „Alle.“ Der Effekt: Werder kassierte eine 7:0-Niederlage.

Simone Thomalla trauert um Rudi Assauer

12.39 Uhr: Auch Simone Thomalla und ihre Tochter Sophia sitzen in der ersten Reihe und trauern. Assauers Ex-Frau schluchzt immer wieder, zückt ihr Taschentuch.

Ihre Tochter Sophia postete noch am Morgen ein Bild bei Instagram mit der Veltins Arena und dem Wort „Home“. Gemeinsam mit ihrer Mutter verbrachte sie einige Jahre in Gelsenkirchen, bevor sich der Schalke-Manager und die Schauspielerin trennten.

„Er war ein Schalker, den wir in Dortmund geliebt haben“

12.25 Uhr: Der BVB-Präsident Reinhard Rauball spricht über die harte Schale, aber auch den weichen Kern Rudi Assauers.

Dennoch betont er seinen Hang zur Eitelkeit: „Wer trägt schon rund ums Spiel einen Kamm herum, den er nicht ablegen kann?“ Die Rivalität stand nie zwischen ihnen: „Er war ein Schalker, den wir in Dortmund geliebt haben.“ Er wirft die Frage auf: Welcher Mensch schaffe das bei der Konstellation beider Vereine schon?

12.13 Uhr: Es folgt das Steigerlied. Die Trauer-Gemeinde steht auf. Auch die gute, alte „Schnaps-sauf-Zeile“ wird gesungen. Aus Respekt vor der Kirche wird allerdings kein Kurzer getrunken.

Abgang mit Stil

12.08 Uhr: Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ergreift das Wort. „Triumphe öffentlich feiern können viele. Doch auch öffentlich über seine Demenz aufzuklären, können wenige. Das hat Menschen in einer ähnlichen Situation viel Halt gegeben“, sagt der CDU-Politiker. Er bewundert den Abgang mit Stil. Ein Abgang, der still aber mit Ankündigung verlief.

„Glückauf“, so endet seine Rede als perfekter Übergang zum Ruhrkohle-Chor.

Huub Stevens mit intimer Anekdote

12.01 Uhr: Huub Stevens tritt ans Mikrofon. Der Mann, der gemeinsam mit Rudi Assauer die größten sportlichen Erfolge mit Schalke feierte. Er spricht von einer speziellen Beziehung zu seinem ehemaligen Manager: „Er war positiv verrückt.“ Er habe Rudi „Assi“ genannt. „Zu mir sagte er „Alter“, weil er der Meinung war, dass er jünger und besser aussah, als ich.“ Das Publikum lacht über diese erfrischende Geschichte.

Nun wünscht er seinem Wegbegleiter, dass er seine Ruhe und seinen Frieden gefunden hat.

Tönnies: „Rudi war ein Mann des Reviers“

11.59 Uhr: Tönnies verabschiedet sich von Rudi Assauer. Als Manager wäre er immer sehr nah dran gewesen am Verein. „Rudi war ein Mann des Reviers, ein Macher. Einer der eine Nase für gute Spieler, für echte Kämpfer hatte.“

Weiter setzt der Aufsichtsratsvorsitzende fort: „Er war außerdem der Architekt des modernen Schalke.“ Er sei beeindruckt gewesen, mit welcher Effizienz er gearbeitet hat: „Rudi legte ein Tempo vor, dass selbst für mich ganz schön schnell war.“

Noch eine weitere Anekdote hat Tönnies parat. Beim Abschied von Huub Stevens sagte Rudi zu Huub mit Tränen in den Augen: „Alter, wenn du nicht mehr weiter weißt, dann rufst du mich an.“ Genau in diesem Moment habe sein Telefon geklingelt.

Seine abschließenden Worte: „Danke Rudi, dass es dich gegeben hat. Danke, dass es dich gibt. Denn wir tragen die Erinnerung an dich in unserem Herzen.“

Schalke-Pfarrer Dohm: „Rudi Assauer war ein Unikat“

11.41 Uhr: Pfarrer Jochen Dohm, auch bekannt als „Schalke-Pfarrer“ erinnert in seiner Ansprache an Rudi Assauer: „Rudi Assauer war ein Unikat. Für ihn gab es nur schwarz oder weiß. Grau war bei ihm verpönt.“

Dann bringt er die Gemeinde zum Schmunzeln, als er erinnert, dass Rudi Assauer einst dem Fußballgott abgeschworen hat. Damit meint er Assauers Spruch nach der verlorenen Meisterschaft im Jahr 2001. Anschließend hatte er gesagt: „Ich glaube nicht mehr an den Fußball-Gott.“

11.40 Uhr: Der Ruhrkohle-Chor hat gesungen und sich von Assauer verabschiedet. Auch Ebbe Sand und Gerald Asamoah sind übrigens vor Ort.

11.19 Uhr: Propst Markus Pottbäcker grüßt in seiner Predigt Fans, Familie und Freunde gleichermaßen. Dass so viele Menschen gekommen sind, sei ein Zeichen dafür wie besonders Rudi, das Kind des Ruhrgebiets war: „Persönlichkeiten dieser Art gibt es nicht mehr viele.“

Schalke-Spieler nehmen an Trauerfeier teil

11.07 Uhr: Der Gottesdienst wird mit dem irischen Segenslied „Möge die Straße“ eröffnet. Auch aktuelle Spieler Suat Serdar, Matija Nastasic und Yevhen Konopljanka sind vor Ort.

10.55 Uhr: Viel Fußballprominenz ist vor Ort. Auch WDR-Legende Manni Breuckmann und Ex-Schalke-Manager Horst Heldt nehmen Abschied von Assauer. Selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß und BVB-Boss Aki Watzke sind dabei. Weitere Gäste der Trauerfeier sind:

  • Huub Stevens
  • Clemens Tönnies,
  • Youri Mulder
  • Olaf Thon
  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet

Hunderte S04-Fans strömen zur Kirche

10.47 Uhr: Hunderte Schalke-Fans sind in Gelsenkirchen-Buer vor Ort und säumen den Eingang der Prosteikirche. Auch der langjährige DFL-Boss Heribert Bruchhagen nimmt Abschied von Schalke-Legende Rudi Assauer. Auch Schalkes Kult-Fan Trompeten-Willy trauert. „Dat is ganz schlimm“, sagt er gegenüber DER WESTEN. „Ohne Rudi wär ich nicht.“

Auch ein Ruhrkohle-Chor mit 65 Knappen erweist Rudi Assauer die letzte Ehre.

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Schalke überträgt Trauerfeier in der Arena

Der Gedenkgottesdienst sowie die Trauerfeier sind öffentlich. „Jeder ist gern gesehen“, schreibt der FC Schalke 04.

Weil die Plätze allerdings begrenzt sind, hat der Verein zur Video-Übertragung der Trauerfeier auf dem Videowürfel in der Veltins-Arena eingeladen.

Der Eintritt ist frei. Nach der Trauerfeier gibt es für alle kostenlos Bratwurst und Bier – wohl ganz im Sinne von Rudi Assauer.

 
 

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