„Schnauze voll“ - RWO schießt gegen Ex-Stürmer Güngör Kaya

Die RWO-Verantwortlichen schießen gegen Ex-Stürmer Güngör Kaya.
Die RWO-Verantwortlichen schießen gegen Ex-Stürmer Güngör Kaya.
Foto: Throsten Tillmann
  • Vor einer Woche haben RWO und Güngör Kaya (27) die Zusammenarbeit beendet
  • Der Verein ist über das Verhalten des Stürmers immer noch verärgert

Oberhausen. Trotz eines gültigen Vertrages bis zum Sommer 2018 war das Kapitel Rot-Weiß Oberhausen für Güngör Kaya nach nur einer Saison beendet. Mit hohen Erwartungen wechselte der Angreifer im Sommer 2016 von der SG Wattenscheid 09 nach Oberhausen.

16 Tore hatte er in der Saison 2015/16 für den Ligarivalen von RWO erzielt. Die erhoffte Verstärkung wurde Kaya für die Kleeblätter nicht.

Fragwürdige Einstellung

Das lag jedoch nicht an seinen sportlichen Fähigkeiten. Der ehemalige Essener brachte die Verantwortlichen mit seiner fragwürdigen Einstellung zum Sport zur Verzweiflung.

Der Vertrag wurde aus diesem Grund vor einer Woche aufgelöst. Kaya hat nun die Möglichkeit, sich einen Verein auszusuchen. Der Stürmer liebäugelt mit einem Wechsel in die Türkei.

Dass er in Deutschland nochmal ein lukratives Angebot erhält, dürfte spätestens nach den jüngsten Vorfällen in Oberhausen unwahrscheinlich sein.

Während einer offiziellen Pressekonferenz am Mittwoch im Stadion Niederrhein kam das Thema Kaya nochmals zur Sprache. Sowohl Trainer Mike Terranova als auch der Sportliche Leiter Jörn Nowak holten zum verbalen Rundumschlag gegen den Deutsch-Türken aus.

Dabei kamen auch neue Details an Licht, die das Ausmaß des Zerwürfnisses zwischen Spieler und Verein verdeutlichen.

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Verspätung beim ersten Training

Bekannt war bereits der Umstand, dass Kaya beim Laktattest zum Start der Vorbereitung den schlechtesten Wert aller Spieler vorweisen konnte. Nowak verriet nun, dass Kaya zum ersten Training mit großer Verspätung eintraf:

„Vor dem Urlaub waren die Gespräche mit Güngör Kaya gut. Wir hatten gehofft, dass er seine Einstellung zum Sport ändert. Das hatte er versprochen. Dann kam der Trainingsstart. Alle waren pünktlich, nur er nicht. Wir mussten ihn anrufen. Er meinte, dass um 14 Uhr trainiert wird. Auf dem Trainingsplan stand aber 12:30 Uhr. Und das mit zwölf Ausrufezeichen", erklärte Nowak.

Auch ein weiteres ernstes Gespräch mit dem Skandal-Stürmer, der im Jahr 2012 bei Rot-Weiss Essen aufgrund unerlaubter Sportwetten suspendiert und anschließend vom DFB für fünf Monate gesperrt wurde, brachte keine Besserung.

Kaya war nicht mehr dazu bereit, unter professionellen Bedingungen zu trainieren und forcierte eine Rückkehr zur SG Wattenscheid 09. Aufgrund einer späteren Offerte aus der Türkei dürfte sich diese Option aber nun für ihn erledigt haben.

Keine finanzielle Entschädigung

Doch Kaya wollte Oberhausen offenbar nicht ohne eine entsprechende finanzielle Entschädigung verlassen und verlangte eine Abfindung. Dies ließ der Verein allerdings nicht zu:

„Günni dachte, er könne noch ein wenig Gehalt mitnehmen. Danach haben wir die Zusammenarbeit beendet. Ohne dass er zusätzliches Geld bekommen hat."

Auch sein Ex-Trainer Mike Terranova, der ihm in der vergangenen Saison trotz diverser Eskapaden mehrere Chancen einräumte, war mit der Geduld irgendwann am Ende: „Er dachte, er müsste sich nur im Spiel bewegen und nicht im Training. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll."

 
 

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