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RWO verliert gegen Uerdingen - „Ergebnis passt nicht zum Spiel“

Oberhausens Tarik Kurt (oben) gegen Christopher Schorch.
Foto: firo
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Krefeld. Das war kein Spiel für Trainer. Beim 4:2 (2:0) des KFC Uerdingen über RWO zeigten beide Abwehrreihen zahlreiche Schwächen. Dafür durfte sich die Stefan Krämer über seine Angreifer freuen. Denn die machten aus fünf, sechs Gelegenheiten vier Tore. Auf der anderen Seite war Mike Terranova nicht so entspannt, denn angesichts des Chancenübergewichtes hätte sein Team sogar gewinnen können. Der sportliche Leiter Jörn Nowak lag richtig: „Das Ergebnis passt nicht zum Spiel.“

Wohl wahr, denn nach sieben Minuten hätte RWO gut und gern 2:0 führen müssen. Angetrieben vom diesmal verbesserten Robert Fleßers, vor allem aber einem spielfreudigen Patrick Bauder legten die Oberhausener dominant los. Nach einem kurz ausgeführten Freistoß passte Maik Odenthal auf den langen Pfosten und dort stand Tarik Kurt völlig frei. Doch er setzte den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten (5.). Zwei Minuten später stand final Patrick Schikowski nach starker Kombination frei, vergab aber überhastet. Doch auch auf der Gegenseite luden die Rot-Weißen ein. Nach einem Fehler von Daniel Heber musste Robin Udegbe alles geben, um gegen Lucas Musculus zu retten (9.).

So ging es munter hin und her, beide Teams suchten die Offensive und die Fehler des Gegners. Die Uerdinger fanden den ersten großen, als Oguzhan Kefkir mit einem Zuckerpass die Innenverteidigung mit Kai Nakowitsch und Jannik Löhden bloß stellte, Maximilian Beister schoss überlegt ein (15.).

RWO agierte erstaunlich selbstbewusst

Doch Oberhausen ließ sich davon wenig beeindrucken, erstaunlich offensiv und selbstbewusst agierten die Gäste gegen die hoch gehandelten Platzherren. Spielerisch sah das von RWO-Seite meist deutlich besser aus. Nur treffen wollten weder Schikowski (18.), Kurt mit einem Volleyversuch nach Ecke von Raphael Steinmetz (25.) oder Steinmetz nach starker Kombination über Bauder und Schikowski (32.).

Glück hatte der KFC dann bei einem unglücklichen Zuspiel von Robin Udegbe auf Yassin Ben Balla. Ein Platzfehler verzögerte den Ball und Kefkir erkannte seine Chance, eroberte den Ball und zog aus 22 Metern ab. Der Ball landete oben rechts im Winkel (42.).

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Kalte Dusche kurz vor der Pause, doch die Rot-Weißen stimmten sich in der Kabine auf weitere Offensive ein. Defensiv jedoch war’s nach wie vor ungeordnet. Denn bei einem langen Freistoß von Kefkir ins Zentrum fühlte sich niemand für den aufgerückten Innenverteidiger Christopher Schorch zuständig. Der verwandelte aus kurzer Distanz trocken (49.). Von Zuordnung war nichts zu sehen.

Doch die Oberhausener waren an diesem Nachmittag offensiv einfach zu überzeugend, um das als Vorentscheidung gelten zu lassen. Zu Recht, denn auch die Uerdinger hatten ihre gepflegten Probleme in der hinteren Zuordnung. Kai Nakowitsch nutzte das mit seinem Kopfball-Tor nach Ecke von Odenthal (55.). Steinmetz hätte bei einem Konter über Bauder und Kurt schon nachlegen können (58.), das gelang ihm aber kurz darauf. Nach einer Ecke erneut von Odenthal bekam Steinmetz den Abpraller an der Strafraumgrenze und diesmal zielte er genau: 3:2 (60.). Damit war bewiesen, dass auch der KFC hinten schwimmen kann.

Leider galt dies aber nach wie vor für die RWO-Verteidigung. Kefkir startete ein Solo an der Strafraumlinie, wurde nur halbherzig bedrängt, kam zum Schuss und der prallte gegen den Pfosten. Beister schaltete am schnellsten und drückte den Abpraller aus fünf Metern ein (68.).

Keine Spur von Hektik bei RWO

Doch die Terranova-Truppe wollte immer noch nicht akzeptieren, dass dies die Entscheidung sein sollte. Weiter wurden die Angriff kühl und zielstrebig nach vorn geführt. Keine Spur von Hektik, da war großes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu sehen. Es hätte klappen können. Der starke Heber tankte sich stark auf rechts durch und steckte auf den langen Pfosten durch. Dort rauschte Odenthal optimal an – und hämmerte den Ball aus drei Metern vor den Pfosten (71.). Mit diesem durchaus möglichen 3:4 wäre RWO wieder im Spiel gewesen und hätte Uerdingen weiter gefordert. Das war der Körpersprache aller RWO-Akteure anzusehen. Doch das sollte die letzte große Gelegenheit bleiben, Uerdingen brachte den Vorsprung mit einiger Mühe über die Zeit. Kurt hatte die letzte Chance, als Bauder ihn per Hacke frei stellte, doch das kam zu überraschend für den Mittelstürmer (90. + 2).

Trotz der ärgerlichen Niederlage: Die Spieler bedankten sich bei den Fans für die ständige Unterstützung. Die Anhänger hatten erkannt, dass sie Zeugen einer Partie voller Herzblut waren. Sieht man nicht alle Tage und war deswegen eines der besten Spiele der Rot-Weißen seit langer Zeit. Da mag man über die Fehler hinweg sehen, aber wenn man die Chancen dagegen rechnet, bleibt ein schaler Nachgeschmack. Denn das Ergebnis stimmte nicht.

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Fr, 10.08.2018, 10.49 Uhr