RWO-Kapitän Weigelt - So fit ist Manuel Friedrich für den BVB

Manuel Friedrich (li.) und Benjamin Weigelt während ihrer gemeinsamen Zeit (hier im Jahr 2005) beim FSV Mainz 05: Derzeit befindet sich Friedrich als Testspieler beim BVB, absolviert dort Trainingseinheiten.
Manuel Friedrich (li.) und Benjamin Weigelt während ihrer gemeinsamen Zeit (hier im Jahr 2005) beim FSV Mainz 05: Derzeit befindet sich Friedrich als Testspieler beim BVB, absolviert dort Trainingseinheiten.
Foto: Imago
Borussia Dortmund testet nach der Verletzung von Innenverteidiger Neven Subotic Ex-Nationalspieler Manuel Friedrich. Der trainierte zuletzt bei Viertligist Rot-Weiß Oberhausen. RWO-Kapitän Benjamin Weigelt vermittelte den Kontakt. Im Interview erklärt er, warum Friedrich für den BVB ein Gewinn wäre.

Oberhausen/Dortmund. Manuel Friedrich absolviert beim Borussia Dortmund derzeit fleißig Probeeinheiten. Der BVB sucht Ersatz für den verletzten Neven Subotic, der nach seinem Kreuzbandriss bis zum Saisonende ausfällt. Friedrich ist für Trainer Jürgen Klopp ein alter Bekannter, doch der BVB möchte zunächst den Fitnesszustand des ehemaligen Nationalspielers ausloten. Eine Entscheidung steht aus.

Nach seinem Abschied aus Leverkusen in der Saison 2012/2013 hielt sich der 34-Jährige zuletzt beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen fit. Sein ehemaliger Weggefährte Benjamin Weigelt vermittelte den Kontakt zu den Kleeblättern. Der RWO-Kapitän kennt Friedrich aus der gemeinsamen Mainzer Zeit zwischen 2004 bis 2007. Ein Interview.

Manuel Friedrich hat zwei Wochen bei Ihrem Verein Rot-Weiß Oberhausen trainiert. Nun testet ihn Borussia Dortmund. Wie fit ist er für den BVB?

Weigelt: Er hat in Oberhausen einen Laktattest mitgemacht. Die Werte waren gut für einen Innenverteidiger. Er muss sich dazu keine Sorgen machen. Natürlich fehlt ihm noch die Spritzigkeit und das Timing bei den Zweikämpfen. Aber mit der Erfahrung aus mehr als 300 Bundesliga-Spielen geht das zügig. Wenn er mit den Hochkarätern wie Mkhitaryan oder Aubameyang trainiert, wird er sich schnell zurechtfinden. Ich würde mich für ihn freuen, wenn es klappt.

Sie kennen die Denke Ihres ehemaligen Trainers Jürgen Klopp. Warum hat er Manuel Friedrich zu sich geholt?

Weigelt: In Mainz haben sie sich immer geschätzt und viel miteinander gesprochen. Jürgen Klopp geht kein Risiko ein, was den Menschen Manuel Friedrich angeht. Es ist eine Gefahr für große Vereine, jemanden zu verpflichten, der nicht passt - der nicht die Sprache der Mannschaft spricht. Bei Manuel ist Jürgen Klopp auf der sicheren Seite. Das ist ein riesiger Pluspunkt. Er ist jemand, den man, wenn es hart auf hart kommt, jederzeit in ein Spiel werfen kann...

Ob nun Bundesliga oder Regionalliga: Wie wichtig sind erfahrene Spieler wirklich, um das Fundament einer Mannschaft zu stärken?

Weigelt: Das sehen wir bei uns in der Liga durch einen Gerald Asamoah bei der zweiten Mannschaft von Schalke. Aber auch in Bochum oder Wolfsburg ist das ja so. Die jungen Burschen brauchen erfahrene Leute, damit sie hier und da nicht die Verantwortung tragen müssen. Ich hätte das mit 20 Jahren auch nicht in allen Situationen gekonnt. Es ist in jungen Jahren nicht leicht, in einem engen Aufstiegs- oder Abstiegskampf einen kühlen Kopf zu bewahren.

Was hat RWO das Gastspiel von Manuel Friedrich genutzt?

Weigelt: Ich persönlich war froh, dass ich jemand an meiner Seite hatte, den ich aus früheren Zeiten kannte. Alle Spieler konnten etwas mitnehmen, weil Manuel einer ist, der in der Kabine viel erzählt. Er ist sehr bodenständig und einfach ein netter Kerl. So konnten die jungen Burschen Dinge erfahren, von denen sie sonst wohl nie was gehört hätten.

Bei einigen Oberhausener Fans gab es aber auch Hoffnungen auf eine Verpflichtung. Können Sie verstehen, dass einige jetzt enttäuscht sind?

Weigelt: Diejenigen, die nah am Trainingsbetrieb dran sind, können das gut einordnen und wussten auch, dass er sich hier ausschließlich fithalten wollte. Ich wäre froh, wenn ich noch einmal mit ihm zusammenspielen könnte. Und er sieht das genauso.

 
 

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