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Oberhausen

RWO erlebt gegen Rödinghausen Pleite mit Erinnerungswert

Hängende Köpfe: Auch Tarik Kurt vergab kurz nach seiner Einwechselung eine große Torchance. Hinten: Maik Odenthal (r.) und Felix Haas.
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Oberhausen.  „Das ist schon ein Ding!“, entfuhr es Rödinghausens holländischem Trainer Alfred Nijhuis eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff. Seine Elf – gekommen mit der „Empfehlung“ von fünf sieglosen Spielen in Folge – gewinnt beim Team der Stunde mit 4:2. Wenn das kein „Ding“ ist.

Zu rechnen war damit lange Zeit nicht, das muss nochmals festgehalten werden. RWO präsentierte sich eine halbe Stunde lang überlegen, überlegt, aber bisweilen überhastet vor dem gegnerischen Tor. „Wir müssen einfach mehr Buden machen“, war Torschütze Raphael Steinmetz selbstkritisch.

Wie ein roter Faden durch die Saison

Kapitän Patrick Bauder hieb ebenfalls in diese Kerbe: „Ich glaube, dass wir gegen eine gute Mannschaft lange Zeit die bessere Mannschaft waren, aber einfach nicht genug Tore geschossen haben. Das zieht sich schon fast wie ein roter Faden durch die Saison.“ RWO-Trainer Mike Terranova resümierte: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, früh in Führung gegangen und haben es dann verpasst, unsere Chancen zu nutzen. Zum Handelfmeter kann ich nur sagen, dass der Schiedsrichter eigentlich nichts sehen konnte und spät entschieden hat. Abgesehen davon: So doof kann kein Spieler sein, absichtlich mit der Hand zu einem Ball zu gehen, der ohnehin nichts bewirkt.“

Der Coach weiter: „Danach waren wir ein paar Minuten sehr ungeordnet und kassieren Treffer, die so nicht fallen dürfen.“ Trotzdem war der 41-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch optimistisch: „Ich habe nicht daran geglaubt, das Spiel zu verlieren. Wir sind auch gut wiedergekommen, haben aber auch gegen eine sehr gute Abwehr gespielt. Bei uns ist noch viel Luft nach oben, besondern in Sachen Abschluss. Für die Zuschauer war das bestimmt ein sehr gutes Spiel.“

Im Fußball geht es rasend schnell

Dass Kapitän Patrick Bauder die Rolle des Schiedsrichters erwähnte („Wir waren auch noch in Unterzahl“) ist seine Sicht, und alle Augenzeugen können sie nachvollziehen. Der ziemlich willkürlich verhängte Handelfmeter ließ die bis dahin eindeutige Partie kippen, zeigte aber auch, wie dramatisch schnell das gehen kann. In acht Minuten war alles umgeschmissen! Mit diesem Phänomen muss RWO, müssen sich die Verantwortlichen natürlich auch befassen.

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Aber was am Dienstagabend bei wahrlich nicht freundlichen Temperaturen zu sehen war, das war auch Regionalligafußball der besseren Sorte, das hat Spaß gemacht. Zwei tolle Teams mit Hang zum Spiel und auch zur Leidenschaft, eine Atmosphäre, die irgendwie an Pokalfights erinnerte, was wohl an den offenen Visieren lag, mit denen die Schlacht bestritten wurde. Einfach beeindruckend!

800 000 Euro zu wenig

Die Pleite als Dämpfer für RWO in Sachen Aufstiegskampf zu sehen, sollten die Fans aber nicht tun. Denn Präsident Hajo Sommers erklärte, dass die Dritte Liga für die Kleeblätter in der derzeitigen finanziellen Situation nicht realisierbar sei. Eine Entscheidung, die sich bereits im Winter abzeichnete. „Wir waren Zehnter zu dem Zeitpunkt. Und man muss es so klar sagen: Selbst wenn wir sportlich aufsteigen würden und die Lizenz beantragt hätten, hätten wir die 3. Liga nicht stemmen können.“

Die Gründe liegen neben den Altschulden in der nicht ausreichenden Unterstützung durch Zuschauer oder Sponsoren. „Wir bräuchten etwa 800 000 Euro mehr an Sponsoring-Einnahmen, dann wäre die 3. Liga machbar, wenn auch mit einem schlechten Etat.“

Vor RWO liegen nun zwei schwere Auswärtsaufgaben, am Samstag bei Borussia Dortmund, am Mittwoch bei Viktoria Köln. (NRZ)

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Fr, 10.08.2018, 10.49 Uhr