OGM-Chef Schmidt erklärt den Kauf der RWO-Geschäftsstelle

Ralf Bögeholz
Die RWO-Geschäftsstelle an der Lindnerstraße wurde von der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) gekauft.
Die RWO-Geschäftsstelle an der Lindnerstraße wurde von der Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) gekauft.
Foto: WAZ/FotoPool
Der Kauf der Geschäftsstelle des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen durch die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH sorgt für Diskussionen. OGM-Geschäftsführer Hartmut Schmidt erläutert den Kauf des Gebäudes und der VIP-Lounge.

Oberhausen. Der Kauf der RWO-Geschäftsstelle durch die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) schlägt derzeit hohe Wellen. Die dadurch abgewendete Insolvenz des klassenhöchsten Oberhausener Fußballvereins ist momentan Gesprächsthema Nummer eins und viele Bürger reagieren besorgt und äußern ihren Unmut auch in diversen Internetforen. Dabei werden viele Fragen aufgeworfen. Die Sportredaktion ist wie immer um Antworten bemüht und hat daher bei OGM-Geschäftsführer Hartmut Schmidt nachgefragt.

Warum kümmert sich die OGM eigentlich um RWO?

Hartmut Schmidt: Die OGM ist zuständig für alle städtischen Grundstücke, dazu zählen auch die Sportanlagen. Wir haben auch das Jugendleistungszentrum, in das die Geschäftsstelle integriert ist, gebaut und an die Stadt vermietet. Daher waren wir der logische Ansprechpartner.

Warum nimmt die Stadt in Person der OGM in Zeiten des Sparzwangs und derzeit sogar der Haushaltssperre so viel Geld für einen Profi-Verein in die Hand?

Schmidt: Das muss man trennen. Es ist ein Eigengeschäft der OGM, das entsprechend nichts mit der Haushaltssperre zu tun hat. Wir bauen auch die ehemalige Eislaufhalle in Vonderort für 700 000 Euro um und vermieten sie an die Stadt, damit dort Inlinehockey gespielt werden kann. Wäre RWO ein reiner Profi-Club, hätten wir es nicht gemacht. Viele vergessen, dass der Amateurbereich und die große Jugendabteilung ebenfalls in die Insolvenz gegangen wären. Das wäre sehr traurig, da dort sehr gut auch unter dem sozialen und integrativen Aspekt gearbeitet wird. Daher haben wir dem Verein auch nahe gelegt, möglichst bald eine Trennung von Profi- und Amateurbereich vorzunehmen, um eine Transparenz zu gewährleisten.

Aber noch einmal: Kann die OGM sich das leisten, während an anderer Stelle geknapst werden muss?

Schmidt: Es geht auf jeden Fall nicht zu Lasten des Steuerzahlers. Keine andere unserer Aufgaben wird dadurch beeinträchtigt. Die OGM hält 2014 nicht nur das geforderte Einsparvolumen von 8,1 Millionen Euro, sondern wird das Ergebnis wahrscheinlich auf 8,6 Millionen erhöhen können.

Handelt es sich trotzdem nicht um eine Subvention für den Verein?

Schmidt: Auf keinen Fall. Es ist ein ganz normaler Kauf. Was Herr Jöring dann mit seinem Geld macht, ist wiederum ganz alleine seine Sache.

Kann sich denn der Kauf der Geschäftsstelle rechnen?

Schmidt: Davon gehen wir aus. Wir bekommen Miete dafür und selbst wenn der Verein irgendwann diese nicht mehr zahlen kann, haben wir den Gegenwert in Form der hochwertigen Container dafür, die wir notfalls auch abbauen und woanders hin verkaufen könnten.

Wie hoch ist denn die Miete?

Schmidt: Zahlen nennen wir nicht, aber RWO zahlt die gleiche Miete wie vorher.

Dann dürfte es sich um knapp 5000 Euro handeln.

Schmidt: Das kommt dem schon recht nahe und dann kann jeder für sich bei den heutigen Zinsen nachrechnen, wie und wann es sich rechnet.

Gehört zu der Geschäftsstelle auch das Grundstück, auf dem diese steht?

Schmidt: Das Grundstück gehört der Stadt. Die hatte RWO eine Nutzungsüberlassung bis zum Jahre 2042 gegeben. Diese wiederum soll jetzt auf die OGM übergehen. Darüber müssen aber der Sportausschuss am 6. November und der Rat der Stadt am 17. November noch entscheiden. Daher wurden zunächst auch nur 150 000 Euro überwiesen, der Rest soll am 18. November folgen.