Ultras Essen haben sich nach 13 Jahren aufgelöst

Christian Brausch
Die Ultras Essen gibt es nicht mehr.
Die Ultras Essen gibt es nicht mehr.
Foto: imago
Nach 13 Jahren haben sich die Ultras Essen aufgelöst. RevierSport sprach mit Claudia Wilhelm vom Essener Fanprojekt über das Aus des RWE-Fanklubs.

Essen. Rund um das Regionalliga-Spiel von Rot-Weiss Essen gegen Wegberg-Beeck (1:0) gab es schon die Gerüchte, am Sonntag folgte dann die Bestätigung. Die Ultras Essen haben sich aufgelöst und bedankten sich auf ihrer Homepage in einem kurzen Statement. Der Wortlaut der Erklärung: "Kurz und schmerzvoll möchten wir an dieser Stelle informieren, dass unsere Gruppe mit sofortiger Wirkung als aufgelöst gilt. Wir bedanken uns bei allen, die in den vergangenen 13 Jahren ein Stück mit uns den steinigen Weg der Ultraszene in Essen gegangen sind. Behaltet unser Andenken in Ehren!"

RevierSport sprach mit Claudia Wilhelm vom Essener Fanprojekt über diesen Schritt der Ultras.

Claudia Wilhelm, war das Aus der Ultras Essen abzusehen?

Claudia Wilhelm: Gesprochen wurde zuletzt schon darüber, nun ist es offiziell. Auch uns wurde das rund um das Spiel gegen Wegberg-Beeck zugetragen. Jetzt ist es eben so, es ist auch nichts passiert, es waren am Ende einfach immer weniger Leute. Vielleicht muss auch einmal etwas enden, damit etwas Neues beginnen kann.

Wie finden Sie das persönlich?

Wilhelm: Ich finde das schade, denn wir vom Fanprojekt arbeiten seit 20 Jahren mit den Ultras zusammen, alle kennen sich, wir haben die Gruppe quasi von Kindesbeinen an begleitet. Aber man muss auch Verständnis haben, wenn die Leute mal nicht mehr die Verantwortung haben wollen.

Und wie geht es mit der Stimmung nun weiter?

Wilhelm: Die Ultras haben zuletzt ja schon weniger gemacht. Trotzdem sind sie nicht weg aus der Kurve. Sie lieben ihren Verein weiterhin, sie geben nur nicht mehr den Ton an. Das war zuletzt auch schon so. Es wird von gemischten Gruppen vorgelebt, die versuchen Stimmung zu erzeugen. Denn alle RWE-Fans haben eines gemeinsam, sie wollen ihre Mannschaft unterstützen. Kein Fanklub stellt sich gegen einen anderen. Es ist nur so, dass die Ultras eine Übergruppierung waren, die nun nicht mehr da ist. Jetzt werden sich andere finden, die den Gesang anstimmen. Wir müssen offen für etwas Neues sein.

Mit Choreografien wird es nun aber schwierig, oder?

Wilhelm: Da müssen wir abwarten, es gibt ja auch noch die Westtribünen-Initiative. Ich hoffe, dass sich Leute finden werden, die diesen Part übernehmen. (RS)