Essen

RWE-Trainer Demandt sieht Derby gegen Oberhausen als Werbung für die 4. Liga

Timo Brauer fährt RWO-Torjäger Simon Engelmann in die Parade.Links greift auch Dennis Malura noch ein.
Timo Brauer fährt RWO-Torjäger Simon Engelmann in die Parade.Links greift auch Dennis Malura noch ein.
Foto: Tillmann

Essen. Beim letzten Heimspiel der Regionalliga-Saison gab es für Rot-Weiss Essen noch einmal etwas zu feiern. Und es war nicht irgendein Sieg, sondern die Gastgeber hatten immerhin gegen den Revier-Rivalen RW Oberhausen mit 3:2 (1:1) gewonnen.

So ein Derby-Sieg sorgt ja immer für besonders gute Laune. Die Fußballer feierten den Erfolg auch ausgelassen mit den Fans auf der Westtribüne und machten die Welle. Nachdem es im eigenen Stadion in dieser Spielzeit eher selten so rund lief, war dieser Erfolg ein willkommener Abschluss.

RWE-Trainer Sven Demandt wirkte nach dem Schlusspfiff allerdings nicht gerade so, als würde er gleich die Welt umarmen. Euphorie sieht anders aus. Aber der Fußballlehrer ist ja für seine nüchterne Sachlichkeit bekannt, auch bei Niederlagen, wonach er nicht gleich in Depressionen verfällt. Außerdem steht ja auch noch viel Arbeit bevor. Also machte es Demandt kurz: „Wir haben heute von beiden Seiten ein sehr gutes Spiel gesehen, das war Werbung für die 4. Liga vor einer tollen Kulisse. Es war ein verdienter Sieg für uns.“

Gäste suchen bis zum Schlusspfiff ihre Chance

Unverdient war dieser Heimsieg gegen die beste Mannschaft der Rückrunde sicher nicht, aber gegen einen spielstarken und selbstbewussten Gegner, der bis zum Schluss seine Chance suchte, musste die Essener ordentlich malochen. RWO-Trainer Mike Terranova sah seine Mannschaft „spielerisch auf Augenhöhe“. Mindestens, denn zuweilen kombinierten die Gäste flüssiger und mit etwas mehr Sicherheit als RWE. „Es gab Chancen auf beiden Seiten“, fasste Terranova zusammen. „Ein Punkt für uns wäre auch in Ordnung gewesen. Da bin ich schon ein bisschen enttäuscht.“

Die Rot-Weissen können absolut zufrieden sein mit dem, was sie abgeliefert hatten. Demandt hat ja immer betont, dass dieses Team Charakter habe und stets willig an die Arbeit gehe. Und dieser Wille zeigte sich auch gegen RWO, auch wenn nicht alles funktionierte. Nach gut einer Viertelstunde gab’s die erste Chance. Kevin Grund drängte in den Strafraum, anstatt jedoch selbst mit Mumm abzuschließen, kam ein schwacher Querpass in die Beine des Gegners. Zwei Minuten später demonstrierte Kapitän Benjamin Baier Entschlossenheit, hebelte mit seinem energischen Dribbling die gesamte Abwehr aus, und vollendete zum 1:0 (18.).

Gast sucht nach Antworten

Der Gast suchte nach Antworten. Der Ausgleich fiel aber aus dem Nichts nach einem Eckball ausgerechnet durch Güngör Kaya. Der Stürmer hat bekanntlich eine, wenn auch eher unrühmliche RWE-Vergangenheit (Wett-Affäre). Fortan bearbeiteten sich die beiden Kontrahenten und neutralisierten sich.

RWE aber war nach Wiederanpfiff gleich auf Betriebstemperatur. Der erste Angriff brachte die Führung. Nach einer scharfen Hereingabe in den Strafraum wirkte die RWO-Abwehr ein wenig sorglos, Steurer ließ passieren, hinter ihm rauschte Marcel Platzek heran, der mit seinem nunmehr 13. Saisontor zur 2:1 -Führung traf (46.). RWO-Trainer Terranova reagiert und brachte erst seinen erfolgreichsten Schützen Simon Engelmann (bisher 14 Tore), später noch Rafael Garcia und Raphael Steinmetz. Er setzte voll auf Offensive und hatte in puncto Personal den Essenern einiges voraus. Demandt musste den leicht angeschlagenen Baier durch Kasim Rabihic ersetzten, die einzige offensiv orientierte Kraft, die noch auf der Bank saß. Doch es sollte sich lohnen. Denn nach einer Balleroberung im Mittelfeld erzielte dieser aus 20 Metern mit einem präzisen Schuss das 3:1.

Nach Entscheidung roch es noch nicht. Gracia, der zuvor den Pfosten getroffen hatte (58.), schlenzte den Ball von der Strafraumkante ins Netz zum 2:3. (75.). Schönes Tor, es blieb spannend. Philipp Zeiger verhinderte mit einer grandiosen Grätsche den Ausgleich, Engelmann wiederum ließ sich, nachdem er Torhüter Heller bereits umkurvt hatte, fallen, anstatt den Ball ins Tor zu schieben. Statt Jubel, gab’s Gelb für diese Schwalbe (83.). Strafe muss sein. RWO machte an diesem Tag die entscheidenden Fehler.

 

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