Essen

RWE muss Aufwärtstrend gegen Borussia Dortmund bestätigen

Auf geht’s: Auch beim Mittelfeldmann Timo Brauer zeigt die Formkurve nach oben. Foto: Thorsten Tillmann
Auf geht’s: Auch beim Mittelfeldmann Timo Brauer zeigt die Formkurve nach oben. Foto: Thorsten Tillmann
Regionalligist Rot-Weiss Essen hat aus vier Spielen zehn Punkte geholt. Argirios Giannikis denkt vor Spiel gegen BVB II aber Schritt für Schritt.

Essen. Rot-Weiss Essen entwickelt sich – Schritt für Schritt. Und das Gute daran ist, es geht in die gewünschte Richtung. Zehn Punkte haben die Rot-Weissen aus den vergangenen vier Liga-Spielen gesammelt und darüber hinaus das Viertelfinale im Verbandspokal erreicht. Eine nahezu optimale Ausbeute für Cheftrainer Argirios Giannikis, der vor viereinhalb Wochen angetreten ist, um die sportliche Krise in Essen zu meistern. Stand heute darf man feststellen: Es läuft wieder.

An diesem Freitag beginnt für die Essener die Rückrunde mit dem Heimspiel gegen die U 23 von Borussia Dortmund (19.30 Uhr, Hafenstraße). „Eine neue Herausforderung“, stellt Giannikis lapidar fest. Woche für Woche gelte es, „das zu bestätigen, was uns stark macht“. Und weiter zu lernen, wie man Probleme löst, vor die einen die gegnerische Mannschaft stellt.

Nach starkem Saisonstart in die falsche Richtung entwickelt

In der Hinrunde hatten die Rot-Weissen allerdings vor allem auch Probleme mit sich selbst. Sie entwickelten sich in die falsche Richtung. Gerade vor der Partie gegen den BVB II am Freitag fragt man sich: Was ist eigentlich passiert mit dieser Mannschaft im Verlauf der Hinrunde? Der Saisonstart Ende Juli war jedenfalls verheißungsvoll. „Die Demandt-Elf bot schon zum Start ein lange nicht gesehenes Höchstmaß an Willenskraft und unbändiger Spielfreude“, war zu lesen. Die Abwehr stand stabil, wie schon in der Spielzeit zuvor. Die Offensive war quicklebendig, agil und gefährlich – besser als in der Saison davor. Mit einer klasse Leistung trotzten die Roten damals den hochgehandelten Dortmundern ein mehr als verdientes 2:2 ab. Und heimsten großes Lob ein.

Das kann was werden, hatten die Fans geglaubt, doch es funktionierte nicht. Die Abwehr entpuppte sich plötzlich als Risikofaktor, von wegen höchste Sicherheitsstufe. RWE kassierte viel zu viele Tore und entfernte sich immer weiter vom Ziel. Zur Halbzeit liegen die Essener satte 13 Punkte hinter dem Spitzenreiter KFC Uerdingen.

Trainer Giannikis ist ein Tüftler und gewissenhafter Analyst. Er hat, wie er damals bei seiner Vorstellung in Essen sagte, alle RWE-Spiele der Hinrunde gesehen, live oder per Videoaufzeichnung. Doch wie dieses Team so abbauen konnte, vermag auch er nicht zu erklären oder maßt es sich auch gar nicht erst an. „Da war ich zu weit weg“, sagt Giannikis „Ich habe aber eine intakte Mannschaft übernommen, ansonsten wäre die Herangehensweise so nicht möglich gewesen, und es hätte wohl auch nicht funktioniert.“

Das Personal hat sich nicht geändert, außer dass Nico Lucas nicht mehr in der Startelf steht. Die neue Taktik vermittelt offenbar Sicherheit, und es gab ja Positionswechsel. Beispiel: Benjamin Baier agiert nun wieder direkt vor der Abwehr als Sechser, neben ihm Timo Brauer, was recht gut harmoniert.

„Ich denke, dass jeder Trainer seine eigenen Methoden hat“, sagte Brauer nach dem 2:0 gegen Düsseldorf und versuchte zu erklären: „Man sieht, dass wir den Plan, den der Trainer uns vorgibt, auf dem Platz umsetzen. Dass wir im vierten Spiel hintereinander ungeschlagen sind, gibt auch Selbstvertrauen.“ Und Kai Pröger, der ebenfalls wieder aufgeblüht ist, ergänzte: „Ein neuer Trainer bringt oft neuen Schwung. Es gibt klare Anweisungen, jeder muss jedem helfen. Das haben mittlerweile auch alle begriffen.“

 

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