Essen

„RWE ist tief in meinem Herzen.“ Gegen Ahlen trifft Rot-Weiss Essen auf einen ehemaligen Publikumsliebling

Stand zwischen 2002 und 2004 zwischen den RWE-Pfosten: Sascha Kirschstein
Stand zwischen 2002 und 2004 zwischen den RWE-Pfosten: Sascha Kirschstein
Foto: firo
  • Rot-Weiss Ahlen reist am Samstag an die Essener Hafenstraße
  • Mit im Ahlener Bus sitzt dann auch Sascha Kirschstein
  • Ein alter Bekannter in Essen

Essen. Von 2002 bis 2004 hütete „Kirsche“, wie er in der Szene genannt wird, das RWE-Tor. Er kam von Eintracht Braunschweig und wurde prompt zum Publikumsliebling im altehrwürdigen Georg-Melches-Stadion.

Da kam es nicht überraschend, dass sich viele Rot-Weisse eine Kirschstein-Rückkehr gewünscht hatten, vor allem als in diesem Winter über den Transfer des Torwarts nach Ahlen diskutiert wurde.

Letztendlich unterschrieb Kirschstein am 17. Januar 2017 einen Vertrag bis zum Saisonende bei Rot Weiss Ahlen. Vor dem Spiel bei Rot-Weiss Essen unterhielten wir uns mit dem 36-jährigen Schlussmann, der heute in Bergkamen lebt.

Sascha Kirschstein, kribbelt es im Bauch, wenn Sie an das Spiel gegen Essen denken?
Sascha Kirschstein: Ja, natürlich. Ich habe zwei wunderschöne Jahre in Essen gehabt. Das war mit die schönste Station in meiner Karriere. RWE ist tief in meinem Herzen.

Waren Sie in der Vergangenheit im neuen RWE-Stadion?
Kirschstein: Mein bester Freund, den ich zu RWE-Zeiten kennengelernt habe, kommt aus Essen. Ich bin jedes Jahr einige Male in Essen und freue mich immer wieder in der Stadt zu sein. Als ich das neue Stadion besuchen war, wurde ich auf der Tribüne angesprochen. Da fragte einen seinen Kumpel. 'Is datt nicht unser Torwart?' Das hat mir schon geschmeichelt und mich sehr gefreut. Die Fans in Essen sind einzigartig. In jeder Kneipe wird über Rot-Weiss gesprochen. Die Menschen sehnen sich so sehr nach besseren Zeiten. Diese wünsche ich auch RWE von Herzen.

Gab es eigentlich irgendwann einmal das Thema einer Kirschstein-Rückkehr nach Essen?
Kirschstein: Ja, in der letzten Transferperiode. Aber da hat sich leider Herr Welling nicht bei mir gemeldet sondern viele, viele RWE-Fans. Das hat mich stolz gemacht und gezeigt, dass ich den Fans in einer guten Erinnerung geblieben bin. Ich werde im Juni 37 Jahre alt, ein paar Jährchen will ich noch im Kasten stehen. Wer weiß, was in den nächsten Jahren noch passiert (lacht).

Zurück zu Ahlen: Was hat Sie dazu bewogen, wieder an der Werse anzuheuern?
Kirschstein: Der Verein hat sich sehr um mich bemüht. Ich war nach über 17 Jahren aktiver Karriere das erste Mal ein halbes Jahr ohne Verein und wurde verrückt. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich war alleine im Wald laufen und habe privat trainiert. Das ist für einen Profifußballer eine Qual. Man will einem Verein, einer Mannschaft zugehörig sein. Deshalb freut es mich, dass Ahlen mich so sehr wollte. Ich habe ja auch schon einmal für Ahlen gespielt und gute Erinnerungen an den Verein gehabt.

Und mit Ihnen im Tor läuft es wieder gut...
Kirschstein: Wir haben in fünf Spielen im neuen Jahr sieben Punkte geholt. Das ist eine ordentliche Bilanz, wenn man die Hinrunde zum Vergleich zieht. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut und wir glauben fest an den Klassenerhalt.

Trotzdem beträgt der Abstand noch fünf Punkte. Was macht Sie so optimistisch?
Kirschstein: Wir lagen doch schon elf Punkte zurück. Deshalb ist die aktuelle Ausgangssituation gar nicht schlecht. Bislang haben wir nur gegen Wuppertal enttäuscht, sonst waren wir in jedem Spiel ebenbürtig - auch beim 1:3 bei Viktoria Köln. Zuletzt hätten wir Wiedenbrück auch mit 8:1 oder 9:1 besiegen können. Man sieht doch, dass die Mannschaften vor uns nervös werden: Schalke II tauscht den Trainer aus, bei Düsseldorf II läuft es auch nicht und in Wiedenbrück gibt es Diskussionen um den Trainer. Wir dagegen arbeiten weiter daran, den Abstand zu verkleinern. Ich bin zuversichtlich, dass wir am Ende über dem Strich stehen.

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