Essen

Rot-Weiss Essen wird zum Lacher im Netz: Als RWE für die DDR in der Champions League spielte

Ob Querulant Willi Lippens dem Politbüro damals ein Dorn im Auge war..?
Ob Querulant Willi Lippens dem Politbüro damals ein Dorn im Auge war..?
Foto: imago/Werner Otto

Essen. Die älteren Fußballfans unter unseren Lesern werden sich womöglich noch erinnern. Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 1955 nahm Rot-Weiss Essen in der Saison 55/56 an der ersten Auflage des Europapokals der Landesmeister teil, dem Vorläufer der heutigen Champions League.

Was selbst viele eingefleischte RWE-Anhänger nicht wussten: Die Essener vertraten damals die DDR. Das behauptet zumindest die angesehene spanische Sportzeitung „Marca“.

RWE in der DDR?

Das Blatt hatte in seiner jüngsten Ausgabe an Vereine erinnert, die bei der ersten Austragung des Landesmeisterpokals dabei waren und im Laufe der Jahrzehnte einen sportlichen Absturz erlebten. Darunter auch Rot-Weiss Essen, das von den Spaniern in der DDR verortet wurde.

Hatte der damalige Präsident Ernst Ruhkamp den Verein nach dem 2. Weltkrieg etwa unter Anleitung der SED aufgebaut? „Männer aller Berufe standen einträchtig nebeneinander und schufteten Abend für Abend“, schilderte Vereinslegende Ruhkamp damals den Wiederaufbau des Essener Stadions: „Wenn auch die Hauptarbeit von Handarbeitern, meist Bergleuten, geleistet wurde, so war es doch rührend anzusehen, wie Leute, die nie mit Schaufel oder Spaten gearbeitet hatten, sich abmühten, es den anderen gleichzutun.“

Auch „Raasbrucken“ war dabei

Schaufel und Spaten hier, Hammer und Zirkel dort: Die Parallelen wären jahrzehntelang erkennbar gewesen. Die „Marca“ führt sie uns nun schonungslos vor Augen.

In der besagten Europapokal-Saison 55/56 flog RWE übrigens im Achtelfinale gegen den schottischen Vertreter Hibernian Edinburgh raus. Das wird den Parteibonzen damals gewiss nicht gefallen haben.

Auch der zweite deutsche Vertreter im Landesmeister-Pokal der Spielzeit 55/56 musste im Achtelfinale die Segel streichen. Dabei handelte es sich um den Club aus dem Ludwigsparkstadion, den wir offenbar fälschlicherweise mehr als ein Jahrhundert lang als 1. FC Saarbrücken bezeichnet hatten.

Auch in dieser Causa verschafft die „Marca“ Abhilfe. Bei dem Verein aus dem Saarland handelt es sich demnach in Wahrheit um den 1. FC Raasbrucken (siehe Screenshot).

Haben wir wieder was gelernt...

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