Sieg beim 1. FC Köln II - Rot-Weiss Essen geht mit einem guten Gefühl in die Winterpause

RWE jubelt: Cedric Harenbrock hat soeben das 1:0 erzielt.
RWE jubelt: Cedric Harenbrock hat soeben das 1:0 erzielt.
Foto: Thorsten Tillmann

Köln. Mit dem erhofften “guten Gefühl” geht es für Rot-Weiss Essen in die Winterpause. Allerdings kann der 2:0 (1:0)-Sieg bei der U21 des 1. FC Köln eine äußerst durchwachsene Hinserie noch nicht übertünchen.

Als im Franz-Kremer-Stadion angepfiffen wurde, war klar, dass diese Partie nur bei einer Naturkatastrophe abgesagt worden wäre: Die Kölner hatten feinste Teppich-Auslegeware ausgerollt, auf dem Hybrid-Rasen muss es einfach Spaß machen, Fußball zu spielen. Auch wenn in der ersten halben Stunde davon nicht viel zu sehen war. Den Gästen merkte man die lange Spielpause an, Sicherheitsfußball ging vor gewagten Aktionen, die einzige Sturmspitze Cedric Harenbrock, der Torjäger Marcel Platzek (Blinddarm-OP) vertreten durfte, hing bei den spärlichen Angriffsbemühungen ziemlich in der Luft. Aber es ging körperbetont zur Sache. Keine Minute war gespielt, da hatte Dennis Malura schon den ersten Schlag ins Gesicht kassiert und blieb liegen.

Die Kölner, bei denen Anas Ouahim und Filip Kusic nach ihrem Bayern-Ausflug mit der Ersten wieder in die Niederungen der Regionalliga mussten, taten zwar mehr für den Angriff, aber auch ohne durchschlagenden Erfolg. Deutlich zu sehen, wo zur Zeit die Schwerpunkte in der täglichen Arbeit von Trainer Argirios Giannikis liegen. Getreu dem alten Türsteher-Motto (“Du kommst hier nicht rein”) machten die Rot-Weissen in der Rückwärtsbewegung mit stattlicher Fünferreihe den eigenen Strafraum dicht.

Wie aus dem oft zitierten Nichts dann die Führung der Essener: Leander Siemann leistete sich eine zu kurze Rückgabe auf Torhüter Jannik Theißen, Harenbrock roch den Braten, spritzte dazwischen und spitzelte die Kugel auch noch am Keeper vorbei. Statt Geißbock ein kapitaler Bock des kleinen FC.

Obwohl noch eine Stunde zu spielen war, ahnte jeder im Stadion: Jetzt wird es noch schwerer für die Pawlak-Elf, die Lücke im RWE-Strafraum zu finden. Dennoch wäre zwei Minuten vor der Pause fast der Ausgleich gefallen: Aus acht Metern zog Stanley Ratifo in der Vorsaison war er zu diesem Zeitpunkt nach Roter Karte schon unter der Dusche -- knallhart ab, doch RWE-Keeper Marcel Lenz klärte mit reaktionsschneller Parade zur Ecke. Das 1:0 zur Pause für RWE war Lohn für einen hellwachen Moment.

Nach dem Wechsel hatten die Gäste keinen Anlass, ihren Sicherheitsmodus zu ändern, aber es ergaben sich jetzt mehr Konterchancen, weil die Kölner natürlich mehr riskieren mussten. Aber wenn es der mittlerweile recht füllige Marius Laux mal aus 18 Metern mit einem strammen Flachschuss versuchte, war Lenz im Nachfassen zur Stelle. Im Gegenzug die auffälligste Szene von Kapitän Benjamin Baier, dessen scharf geschnittener Freistoß auf den kurzen Winkel von einem Abwehrkopf noch aus der Gefahrenzone bugsiert wurde. Und als nach einer Stunde der diesmal nicht so offensive Kamil Bednarski in den Lauf von Harenbrock passte, hätte bei seiner Hereingabe mehr herausspringen können. Aber dafür rückten die Essener auch zu zögerlich nach.

Mitte der zweiten Hälfte beeindruckten die Gastgeber zwar noch immer mit ihrer hohen Laufbereitschaft, aber ihren Angriffsaktionen wohnten schon erste Züge von zunehmender Verzweiflung inne.Viel fiel dem Sturm um Roman Prokoph nicht mehr ein. Im Gegenteil: Als Kai Pröger in der 74. Minute ein 25-Meter-Geschoss an den rechten Pfosten setzte, hätte der Spekulatius gegessen sein können. In den letzten zehn Minuten wurde es noch einmal zugig im RWE-Strafraum, weil FC-Coach Pawlak gleich dreifach wechselte. Dafür kam bei RWE mit Nico Lucas für Harenbrock weiteres Sicherheitspersonal. Und als Kai Pröger in der vorletzten Minute bei einem Konter flach unten links abschloss, war der Deckel auf der Partie.

 
 

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