Essen

Rot-Weiss Essen baut Erfolgsserie aus und kann wieder lachen

Da ist es passiert: Marcel Platzek trifft zum 2:0 für die Rot-Weissen.
Da ist es passiert: Marcel Platzek trifft zum 2:0 für die Rot-Weissen.
Foto: Thorsten Tillmann

Essen. Es war ein typischer Novembertag, trist und unangenehm kühl. Doch das konnte die Stimmung der Rot-Weissen an diesem Sonntag nicht trüben. Unter dem neuen Trainer Argirios Giannikis ist der Spaß an die Hafenstraße zurückgekehrt, es wird wieder gelacht, man ist entspannt, und die Fans sind ebenfalls zufrieden.

Es passt. Seit Giannikis in Essen arbeitet, ist der Regionalligist erfolgreich, so dass sich die sportliche Krise innerhalb von vier Wochen verflüchtigt hat. Der 2:0-Heimsieg über Fortuna Düsseldorf II war hochverdient. Und aus vier Partien hat RWE nunmehr zehn Punkt geholt und sich ins Tabellenmittelfeld vorgearbeitet. Eine überzeugende Bilanz.

Das neue System hat sich inzwischen bewährt

Das neue System bei Rot-Weiss hat sich bewährt und innerhalb kürzester Zeit tatsächlich die gewünschte Stabilität gebracht. Auch das wurde gegen den Tabellennachbarn offensichtlich. Eine Dreierkette bei Ballbesitz, fünf Mann werden es beim Rückwärtsgang. Und davor postierte sich diesmal ein weiteres Quartett, so dass nur noch Marcel Platzek vorne lauerte.

Diszipliniert und konzentriert praktizierten die Rot-Weissen diese Taktik, und man hatte den Eindruck, sie wissen, was sie zu tun haben. Das ist selten spektakulär, auch nicht immer schön und spannend anzusehen, doch es bringt Sicherheit. Und die Fehler machen nun die anderen.

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Für Düsseldorf gab es jedenfalls kein Durchkommen. Die Gäste konnten sich in den 90 Minuten nicht eine einzige Chance erspielen. „Es war keine gute Leistung von uns“, meinte Düsseldorfs Trainer Taskin Aksoy. Seine junge Mannschaft habe nur in Ansätzen den Ball laufen lassen, sei aber immer wieder steckengeblieben.

Kurzum: Der Gast zeigte keine Durchschlagskraft und war absolut harmlos, aber dazu gehören auch immer zwei. „So kann man in Essen nicht auftreten“, resümierte Aksoy, der dem Gegner einen verdienten Erfolg attestierte. Und Giannikis fand: „Wir haben es uns erarbeitet.“

Die Essener begannen die Partie mit neuer Sachlichkeit. Der Chef fand’s gut: „Die ersten 15, 20 Minuten waren von der Struktur her so ähnlich, wie ich es mir das vorstelle“, lobte Giannikis. Doch zunächst passierte gar nichts auf dem Rasen, was auch schnell in Langeweile umschlagen kann, wenn man nicht gerade für ein Taktik-Seminar studiert.

Gastgeber zunächst mit einer optimalen Chancenverwertung

Doch dann patzte der Gegner erstmals, und RWE war hellwach und reagierte blitzschnell. Nach einem ungenauen Zuspiel rutschte der Düsseldorfer Dario Bezerra Ehret aus, wovon Kai Pröger profitierte. Er schnappte sich entschlossen die Kugel, zog los und setzte den Ball ins lange Eck zur 1:0-Führung (15.). Erste Chance, erstes Tor – optimale Ausbeute.

Die Düsseldorfer bemühten sich weiterhin, doch manch unwirsche Reaktion von Trainer Aksoy verdeutlichte, dass er gar nicht zufrieden war, was seine Jungs da anboten. Als die Fortunen etwas besser ins Spiel zu kommen schienen, wurden sie jäh wieder ausgebremst. Zweite Chance, zweites Tor. Nach einem Eckball verlängerte Philipp Zeiger mit dem Kopf, Torjäger Marcel Platzek war zur Stelle und köpfte das 2:0 (32.).

Während Düsseldorfs Trainer den Rückstand der eigenen Unzulänglichkeit zuschrieb, bot Giannikis seine Sichtweise an. Man habe den Fehler, der zum 1:0 führte, durch intensives Gegenpressing erzwungen. „Und ein Spiel wird nun mal oft durch solche Umschaltmomente entschieden.“

Bei Chancen nach Kontern zu unentschlossen

Die Rot-Weissen demonstrierten anschließend ihre wiedergewonnene Sicherheit, sie standen gut gestaffelt, gewannen die Zweikämpfe im Mittelfeld, hätten ihre Chancen bei Kontern allerdings konsequenter ausspielen müssen. Aber es brannte ja nichts an.

Ein Feuerwerk, das man mit Aaah und Oooh begleitet, war es zwar nicht, aber es war ein konzentrierter und engagierter Auftritt gegen einen schwachen Gegner. Souverän. Oder um es mit Giannikis Worten zu sagen: Darauf lässt sich aufbauen.

 

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