Rot-Weiss Essen: 1:1 - Zehn Essener kämpften auch für Trainer Sven Demandt

RWE-Trainer Sven Demandt ist bei den Fans umstritten.
RWE-Trainer Sven Demandt ist bei den Fans umstritten.
Foto: Thorsten Tillmann
  • Rot-Weiss Essen hat am Freitag in Wattenscheid Unentschieden gespielt
  • In Unterzahl erzielten die Männer von Sven Demandt noch den Ausgleich

Wattenscheid und RWE sind in letzter Zeit auf Unentschieden programmiert. 1:1 hieß es auch am Freitagabend am Ende in der Lohrheide, zehn Essener hatten sich in Unterzahl den einen Punkt hart erarbeitet und auch für ihren Trainer gekämpft. Genug, um Sven Demandt den Arbeitsplatz zu sichern? Die nächsten Tage werden es zeigen.

Was wünscht sich ein Trainer in dieser prekären Situation? Ein frühes Tor -- aber nicht auf der Gegenseite! Doch so kam es: Die Partie war gerade dabei Fahrt aufzunehmen, da ließ Joseph Boyamba den Essener Innenverteidiger Boris Tomiak ordentlich Lehrgeld zahlen: Mit einer Körpertäuschung ließ er den Youngster alt aussehen und auch Torhüter Robin Heller keine Abwehrchance: 1:0, lange Gesichter im Gästeblock.

Wattenscheid immer gefährlich

Aggressiv wollten die Gäste die Partie im Lohrheidestadion angehen, nun ging es in der Folgezeit verständlicherweise erst mal wieder in die Breite. Marcel Platzek (8.) setzte einen ersten Warnschuss ans Außennetz ab, Kai Pröger (18.) zog knapp links am Pfosten vorbei. Aber keine Frage, die Wattenscheider waren im Angriff klar besser drauf und brandgefährlich.

Boyamba spielte im Strafraum nicht nur mit Tomiak, sondern auch mit einem so erfahrenen Spieler wie Philipp Zeiger „Wilder Mann”, fast spielerisch ging der Stürmer aus der Schalker Jugend durch zwei Mann durch, passte auf Jonas Erwig-Drüppel - diesmal lenkte Heller aber reaktionsschnell zur Ecke. Zwei Minuten später machte es der überragende Mann mit der Nummer 9 selbst, wieder war Heller der Sieger.

RWE kurz vor der Pause stärker

Aber die Partie war jetzt offener, die Rot-Weissen stemmten sich nun mehr dagegen. Als Nico Lucas (31.) volley abzog, klärte ausgerechnet Jeffrey Obst, der Ex-Essener, für seinen Torhüter auf der Linie. Und als drei Minuten später Kamil Bednarski flach und hart von der linken Seite hineinflankte, fand er keinen Abnehmer in der Mitte. Nach 36 Minuten klaute er Obst die Kugel, seine Flanke auf den einschussbereiten Platzek klärte Felix Clever mit energischem Schritt.

Auch wenn sich die Chancen am Ende häuften, die Führung der Gastgeber zur Halbzeit ging in Ordnung, spielten sie doch mutiger nach vorne. Trainer Demandt war es offensichtlich im Strafraum zu zugig, er stellte nach der Pause um: Hervenogi Unzola kam für Tomiak, dafür ging Meier zurück in die Innenverteidigung, Kevin Grund spielte nun zentraler.

Spielerische Linie fehlte

Die Platzherren ließen die Essener nun kommen und setzten auf ihr schnelles Umschaltspiel in der Spitze. Den RWE-Spielern war das Bemühen um die Wende nicht abzusprechen, aber wie so oft fehlte der finale Pass im Zentrum. Und als die Flanke von Unzola in der Mitte einmal den Kopf von Kevin Grund fand (55.), klärte Torhüter Sancaktar zur Ecke. Vieles war in der Folgezeit Kampf, eine spielerische Linie meist nicht zu erkennen. Verständlich in dieser Situation.

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Nach 64 Minuten wurde die Mission fast zu einer unmöglichen: Nach Foulspiel an Berkant Canbulut, weit entfernt vom eigenen Tor, sah der vorbelastete Meier Gelb-Rot -- nun auch noch in Unterzahl! Unzola ging auf seine Position. Dafür schlich sich Bruder Schlendrian ins Spiel: Pröger passte zu kurz auf Zeiger, Erwig-Drüppel ging dazwischen, aber wenigstens Heller war hellwach und klärte mit den Füßen vorweg (70.).

Kurz darauf kam David Jansen für Pröger und aus dem Gästeblock die überfälligen „Demandt-Raus”-Rufe. Doch noch war die Messe nicht gelesen: Kevin Grund brachte den Freistoß hinein, genau auf den Kopf von Platzek: 1:1 (75.), Lohn für den großen Arbeitsaufwand. Zehn Essener schoben nun eine Malocher-Viertelstunde, Kevin Grund zog knapp am Pfosten vorbei (80.), Baier flankte lausig (82.) -- das war’s.

 

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