Rang fünf fällt für RWE unter die Rubrik Mindestanforderung

RWE-Trainer Sven Demandt hat noch drei Planstellen zu vergeben.
RWE-Trainer Sven Demandt hat noch drei Planstellen zu vergeben.
Foto: Thorsten Tillmann

Hagen.. Unentschieden. Treffender konnte die Regionalligasaison für Rot-Weiss Essen nicht enden als mit dem 1:1 beim Absteiger TSG Sprockhövel. Unentschieden - von einem Spitzenteam noch beträchtlich entfernt, aber auch zu gut für graues Mittelmaß. Rang fünf in der Endabrechnung fällt dann am Ende unter die Rubrik Mindestanforderung.

Der Film der letzten 90 Ligaminuten ist schnell abgespult: Auf dem auffallend hohen Rasen im Ischeland-Stadion von Hagen, der sich für Zwerge vorzüglich fürs Versteckspielen geeignet hätte, waren die Rot-Weissen anfangs sehr um eine engagierte offensive Spielweise bemüht. Den Lohn der Bemühungen gab es schon nach 20 Spielminuten: Tolga Cokkosan, der zuvor aus vollem Lauf schon ein paar brauchbare Flanken geschlagen hatte, kann es auch mit dem ruhenden Ball. Seinen Freistoß von der rechten Seite verlängerte Timo Becker mit dem Seitenscheitel ins lange Eck zur 1:0-Führung.

Den biederen Gastgebern, die sich aber anständig aus der Vierten Liga verabschieden wollten, war nach dem Wechsel das Bemühen um den Ausgleich nicht abzusprechen. Aus dem Spiel heraus wäre er wohl nicht gefallen, zu sicher stand die trotz der Umstellungen sichere RWE-Abwehr. So fiel das 1:1 ebenfalls aus einem ruhenden Ball: Tim Dudda (50.) zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern an den rechten Innenpfosten, unhaltbar für den ansonsten beschäftigungslosen Robin Heller. In der Folgezeit war den Gästen die dringlichste Aufgabe, sich vor dem Pokalfinale gegen den MSV am Donnerstag nicht noch unnötig zu verletzen, deutlich anzusehen.

Darum wollte RWE-Coach Sven Demandt nachher auch gar nicht groß über das letzte Spiel reden, die Partie hatte, wenn überhaupt, ein paar Fingerzeige auf die kommende Saison gegeben. Zum Beispiel, dass der auffällig unaufgeregte 18-jährige Boris Tomiak, diesmal und wohl auch in Zukunft Innenverteidiger für Gino Windmüller, wohl ziemlich schnell den Anschluss an den Seniorenfußball finden wird. “Boris hat es in seinem ersten Spiel für uns von Anfang an sehr ordentlich gemacht, den einen Fehler hat er selbst wieder ausgebügelt, alles okay also. Und Timo Becker hat sein erstes Tor gemacht und auch sonst sind wir auf der rechten Seite schon gut durchgekommen”, fiel das Fazit des Trainers gerade bei der Jugend sehr positiv aus.

Auch Tomiak fand sein Startelf-Debüt gelungen: “Ich glaube, ich hab es ganz gut gemacht, auch wenn die Umstellung enorm ist. Das ist mit der Jugend nicht zu vergleichen, hier ist alles viel körperlicher”, meinte er und war froh, einen Ruhepol wie Philipp Zeiger neben sich zu wissen: “Das tat gut, er hat mir echt geholfen.”

Auch das Saisonfazit von Sven Demandt fiel überwiegend positiv aus: “Gerade in der Rückrunde haben wir viele Dinge gut gemacht, wir haben drei Punkte mehr geholt und mit die wenigsten Gegentore kassiert, wir haben mit Becker und Lucas zwei Jugendspieler eingebaut, was hier nicht selbstverständlich ist. Nun sind wir Fünfter, das ist ausbaufähig, da ist sicherlich noch Luft nach oben.”

Mit welchem Personal der nächste Klimmzug erfolgen soll, darüber hüllte sich der Coach noch in Schweigen. Nur so viel: “Wir werden viele Spieler wiedersehen, aber nicht alle. Momentan sind wir mit vielen Beratern und Spielern im Gespräch. Aber sie können ja alle rechnen: 17 Spieler inklusive Torhüter sind fix, ein 20er Kader wäre schon gut.”

Das hieße, dass drei Planstellen noch zu vergeben wären. Klingt nicht nach großem Umbruch, was sich in den letzten Jahren auch nicht gerade als positiv herausstellte.

TSG Sprockhövel - RW Essen 1:1 (0:1)

RWE: Heller, Cokkosan, Zeiger, Tomiak, Becker, Meier, Brauer (76. Remmo), Baier (66. Rabihic), Bednarski, Platzek, Malura (66. Grund).

Tore: 0:1 Becker (20.), 1:1 Dudda (50.)

Zuschauer: 800

 

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