Essen

Peter Hyballa ist ein Trainerkandidat bei RWE

RWE-Training mit den Interimstrainern, Co-Trainer Carsten Wolters (3 v.l.) und Sportdirektor Jürgen Lucas (4 v.l.), am Montag auf dem  Willi Lippens-Platz am Stadion Essen.
RWE-Training mit den Interimstrainern, Co-Trainer Carsten Wolters (3 v.l.) und Sportdirektor Jürgen Lucas (4 v.l.), am Montag auf dem Willi Lippens-Platz am Stadion Essen.
Foto: Socrates Tassos
  • Rot-Weiss Essen sucht als Trainer "positiv emotionalen Typen, der die Liga kennt, schon einen Namen besitzt und die RWE-Mentalität versteht"

Essen. Die Ansprache in der Kabine war kurz und bündig, eine Viertelstunde später ging es im Gänsemarsch hinaus aufs Trainingsgelände. Am Tag nach der Entlassung Sven Demandts richtete Sportdirektor Jürgen Lucas, der zusammen mit den Co-Trainern Carsten Wolters und Manuel Lenz vorübergehend das Training leiten wird, seinen Appell an die Mannschaft. Dabei betonte Lucas noch einmal die Grundtugenden an der Hafenstraße und dass die Zeit der Alibis und Ausreden nun endgültig vorbei sein muss.

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Während auf dem Willi-Lippens-Platz „Business as usual“ praktiziert wurde, wird hinter den Kulissen eifrig der Nachfolger für Demandt gesucht. Ein schwieriges Unterfangen, eigentlich hat Rot-Weiss in den letzten Jahren alles durch: erfahrene Coaches mit sofortigem Erfolgsdrang (Fascher), junge Trainer mit neuen Ideen, aber ohne Renommee (Siewert), dann wieder ein Erfahrener mit Stallgeruch, der den Laden aus der eigenen Jugendarbeit kannte (Demandt) – geholfen hat es wenig bis gar nicht. Ist die Mannschaft vielleicht „untrainierbar“?

Gesucht wird die eierlegende Wollmilchsau

Soweit wollen die Verantwortlichen nicht gehen, aber zumindest bekennt Aufsichtsrats-Vorsitzender André Helf: „Wir suchen die eierlegende Wollmichsau.“ Zwar habe man noch keinen klaren Favoriten, aber zumindest weiß man, was man will: „Wir suchen einen positiv emotionalen Typen, der gut vernetzt ist und die Liga kennt, der einzelne Spieler wieder nach vorne bringen kann, der die Mentalität bei Rot-Weiss versteht und RWE nicht als Durchgangsstation betrachtet. Keinen Newcomer, sondern einen, der sich schon einen Namen gemacht hat – und der ins übrige Team passt“, so Helf. Viele Wünsche auf einmal.

Das Namenskarussell ist natürlich längst in Schwung gekommen. Die immer wieder genannten Andreas Zimmermann (Ex-RWO) und Farat Toku (Wattenscheid) sind wohl keine heiße Spur. Andre Pawlak hätte ins „Beuteschema“ gepasst, hat aber gerade erst die U21 des 1. FC Köln von Patrick Helmes übernommen. Und der von Teilen der Vereinsführung immer mal gerne genannte Maik Walpurgis ist durch seine Bundesliga-Episode mit Ingolstadt mittlerweile wohl zu teuer geworden. Zum Glück, sagen viele Fans, die dem ehemaligen Lotter Trainer seine Worte in der damaligen „Wettspiel-Affäre“ nicht vergessen, und schon gar nicht verziehen haben.

Vielleicht wird es ja auch einer, der bei RWE schon einmal unterschrieben hatte, ehe er „erstes Opfer“ der sich ankündigenden Insolvenz wurde: Peter Hyballa. 2010 war die Tinte unter dem RWE-Vertrag bereits getrocknet, ehe es das Papier nicht mehr wert war. Die Worte von Stefan Meutsch haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Der damalige RWE-Vorsitzende sagte damals in dieser Zeitung, dass man mit der Neubesetzung des Trainerpostens auch der bedenklichen Zuschauerentwicklung der letzten Monate Rechnung getragen habe: „Wir müssen die Leute wieder begeistern, so dass sie sich wieder richtig darauf freuen können, ins Stadion zu gehen.“

Und was sagte Hyballa damals selbst: „Dass Rot-Weiss Essen ein echter Kultklub mit kultigen Fans ist“, habe ihn gereizt. „Und wir möchten das sportlich vielleicht auch wieder ein bisschen kultiger gestalten, um die Jungs an der Hafenstraße wieder zu begeistern.“ Den Faden von damals könnte er jetzt wieder aufnehmen. Verpasst hat er in der Zwischenzeit nicht viel. Fragt sich nur, ob der 41-Jährige, der zuletzt in Nimwegen war, noch zu finanzieren ist.

 

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