Nach Freibergers Ausfall denkt RWE über Alternative nach

Gute Besserung, Kollege: Der Rödinghauser Daniel Flottmann (l.) und Kevin Freiberger.
Gute Besserung, Kollege: Der Rödinghauser Daniel Flottmann (l.) und Kevin Freiberger.

Essen.. Die Rot-Weissen hatten direkt nach dem Spiel in Rödinghausen bereits befürchtet, dass Kevin Freiberger eine Zeit lang verletzt ausfallen würde. Wie lange? Da wollte man den Ärzten nicht vorgreifen. Doch die Symptome verhießen nichts Gutes. Am Montagnachmittag wurde das ungute Gefühl zur Gewissheit: Der Neuzugang hat sich das vordere Kreuzband gerissen und wird mindestens für ein halbes Jahr ausfallen. Rot-Weiss ist schockiert.

Noch keine Minute war das erste Spiel der Regionalliga-Saison 2018/19 alt, als das Schicksal im Wiehenstadion seinen Lauf nahm. Freiberger rutschte an der Außenlinie vehement in einen Zweikampf und verdrehte sich dabei das Knie. Nach sechs Minuten humpelte der Offensivmann vom Feld. Es war ein verdammt kurzes Pflichtspiel-Debüt für den Offensivmann, mit dessen Rückkehr RWE so große Hoffnungen verknüpft hat. Der drittligaerfahrene Freiberger ist sozusagen der Königstransfer in dieser Saison.

„Ich kann versprechen, dass ich den Kopf nicht hängen lasse.“

Die 1:2-Pleite in Rödinghausen war schon bitter genug, aber dieser Ausfall hat eine ganz andere Dimension. „Wir haben sehr lange gemeinsam an diesem Wechsel gearbeitet und viel Energie hineingesteckt“, sagt der Sportdirektor Jürgen Lucas. „Wir sind davon überzeugt, dass Kevin uns entscheidend nach vorne gebracht hätte. Mit seiner sportlichen Klasse und als Persönlichkeit sollte er eine Führungsrolle übernehmen.“ Daraus wird nun vorerst nichts.

„Ich weiß, dass viele Personen Hoffnung in mich gesetzt haben“, kommentiert Kevin Freiberger und macht sich und dem Verein Mut: „Ich kann versprechen, dass ich den Kopf nicht hängen lasse. Ich werde mir die nötige Zeit für meine Genesung nehmen und dann alles dafür tun, bald wieder für RWE auf dem Platz zu stehen.“

Soll RWE personell noch einem nachlegen?

Nicht nur, dass dieser eine Leistungsträger ausfällt, für die Rot-Weissen ist es schon der dritte Offensivspieler, der langfristig fehlt. Cedric Harenbrock hatte sich Mitte April das Kreuzband gerissen, und Mittelstürmer David Jansen (Achillessehne) pausiert seit fünf Wochen, und so recht voran geht es mit der Heilung nicht.

Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob RWE vielleicht noch einmal personell nachlegen wird? „Wir haben hohe Ziele, da ist es einfach unsere Pflicht, darüber nachzudenken“, sagt Lucas. Den Spielermarkt habe man sowieso immer im Blick. Man werde nun prüfen, was möglich ist – natürlich auch finanziell. „Wir müssen und werden uns in jedem Fall mit diesem Thema auseinandersetzen.“

Florian Bichler überzeugt nach Einwechslung in Rödinghausen

Zum Auftakt hatte sich durchaus gezeigt, dass die Essener vor allem in der Breite an Qualität gewonnen haben. Für Freiberger kam Florian Bichler in die Partie und machte seine Sache sehr ordentlich. „In einigen Szenen hat er angedeutet, was wir von ihm erwarten. Er hat Tempo und Zug zum Tor“, findet der Sportdirektor.

Neuzugang Lukas Scepanik vertrat auf der linken Abwehrseite Kevin Grund, der nach einer verletzungsbedingten Trainingspause zunächst auf der Bank saß. Scepanik wurde zwar bei der Vorbereitung des 0:1 auf dem falschen Fuß erwischt, steigerte sich aber wie das gesamte Team. Ähnlich war’s bei Daniel Heber auf der anderen Seite. Der ehemalige Oberhausener fing zögerlich an, so mancher Pass geriet zu kurz. Aber auch er fand später in die Partie und wirkte fortan wesentlich selbstbewusster.

Selbstvertrauen werden die Rot-Weissen benötigen, denn am nächsten Sonntag (15 Uhr) ist wieder Derby-Zeit an der Hafenstraße. Gegen den Wuppertaler SV, der zum Auftakt Aufsteiger Herkenrath mit 3:1 besiegte, müssen die ersten Punkte her, sonst könnte RWE noch ganz andere Probleme bekommen.

 
 

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