Dopingfall Soukou - Anwalt hofft auf gerechtes Urteil

Hofft auf baldiges Comeback im Kreis seiner Mannschaftskollegen: Cebio Soukou.
Hofft auf baldiges Comeback im Kreis seiner Mannschaftskollegen: Cebio Soukou.
Foto: WAZ FotoPool
Am 26. Januar tagt die Spruchkammer des WFLV im Dopingfall Cebio Soukou von Rot-Weiss Essen. Sportjurist Michael Lehner ist bedingt optimistisch.

Essen.. Montag, den 26. Januar, haben sich Cebio Soukou und Rot-Weiss Essen dick im Kalender angestrichen. Dann wird vor der Spruchkammer des WFLV der Dopingfall Soukou verhandelt. Zugleich wird der Protest der Sportfreunde Lotte gegen die Wertung der Partie gegen RWE (1:1) auf der Tagesordnung stehen.

Viel Arbeit für alle Seiten, sich bis dahin ihre Argumente zurechtzulegen. Auch in einem Heidelberger Anwaltsbüro wird bis dahin fleißig Vorarbeit betrieben. Michael Lehner, ein international anerkannter Sportjurist, hat das Mandat des RWE-Spielers übernommen.

Poté, Cornelius und Vucicevic - Sportjurist Lehner kennt sich aus mit Doping-Verhandlungen

Der passionierte Marathonläufer kennt sich aus mit Doping-Verhandlungen, seine Bilanz ist durchaus vorzeigbar: Im Fall des Michael Poté, einem Spieler von Dynamo Dresden, dem im April dieses Jahres in der Zweitliga-Partie gegen Aue eine zu hohe Sprühdosis eines Asthmamittels nachgewiesen worden war, beließ es das zuständige DFB-Sportgericht bei einer Verwarnung des Spielers. Auch bei Manuel Cornelius (TB Berlin), der im Jahr 2000 zu hohe Nandrolon-Werte hatte, wurde das Verfahren letztlich eingestellt. Nur bei Nemanja Vucicevic (1860 München), dem 2006 nach der Zweitligapartie gegen Burghausen eine verbotene Substanz (Finasterid) in einem Haarwuchsmittel nachgewiesen worden war, gab es ein halbes Jahr Sperre, zudem wurden den Löwen die drei Punkte aus der Partie aberkannt.

Und jetzt Soukou. Anwalt Lehner ist da durchaus guter Dinge: „Wir wollen es schnell, ruhig und emotionslos über die Bühne bringen. Und wir sollten die Kirche im Dorf lassen“, beschwichtigt er. Denn was sei genau passiert? „Wir sprechen hier nicht von vorsätzlichem Doping, alle nehmen doch Nahrungsergänzungsmittel. Ganz anders sähe doch die Sache bei Blutdoping aus, da verstehe ich keinen Spaß“, betont Lehner.

„Undichten“ Stelle - ein Skandal

Gar keinen Spaß versteht er auch bei der Tatsache, dass der gegnerische Verein, die Sportfreunde Lotte, schon vom Ergebnis der A-Probe in Kenntnis gesetzt worden waren: „Um das mal klar zu sagen, das ist ein Skandal,“ wetterte er gegenüber der „undichten“ Stelle.

Inwieweit es das Strafmaß vor der Spruchkammer mit beeinflusst, bleibt abzuwarten. Über das Strafmaß kann auch Michael Lehner nur mutmaßen: „Wir haben hier mit Sicherheit keinen Zwei-Jahres-Fall. Wenn man sich an dem Fall von Evi-Sachenbacher-Stehle orientiert, wäre das halbe Jahr schon sehr ambitioniert.“ Die Biathletin war wegen erwiesener Methylhexanamin-Einnahme erst zu zwei Jahren verdonnert worden, doch der internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Sperre auf sechs Monate reduziert und hatte das Ganze als leicht fahrlässiges Verhalten eingestuft.

Dieses wollen Soukou und sein Anwalt durch eine neuerliche Laborprobe des eingenommen Präparats belegen, in dem die Verunreinigung durch den nicht deklarierten Zusatzstoff nachgewiesen werden soll. Um so etwas in Zukunft zu vermeiden, sieht Lehner aber noch einen anderen Ansatz: „Die Vereine sollten einen Zentraleinkauf von genau getesteten Mitteln einführen, sodass die Athleten dieses sehr geordnet von einer verantwortlichen Stelle bekämen.“

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