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DERWESTEN.de-Niederrheinpokal: RWE-Trainer Giannikis gibt im Derby gegen ETB seinen Einstand

Trainer Argirios Giannikis und Benjamin Baier.
Trainer Argirios Giannikis und Benjamin Baier.
Foto: Michael Gohl
Nur zwei Tage hatte RWE-Trainer Argirios Giannikis Zeit, mit seinem Team zu arbeiten. Der ETB-Kollege stellt sich auf Veränderungen ein.

Essen. Es ist nicht nur ein Spiel im Achtelfinale des Niederrheinpokals, das an diesem Mittwoch um 19 Uhr am Uhlenkrug angepfiffen wird. Ganz sicher nicht. Dafür sind die Umstände zu außergewöhnlich. Die Schwarz-Weißen aus der Oberliga fordern die Rot-Weissen heraus. Und natürlich ist der Regionalligist aus dem Norden der Stadt favorisiert. Doch die bislang schwachen Leistungen der Roten in dieser Saison dürften manch einen in der Fußballszene dazu animieren, auf eine Überraschung zu tippen (Tageskassen öffnen um 17 Uhr).

RWE hat in dieser Saison vor allem enttäuscht. Der ambitionierte Club von der Hafenstraße ist auf Grund gelaufen und steckt fest in einer Schaffenskrise. Der neue Trainer Argirios Giannikis soll nun das Schiff wieder flott machen. Am vergangenen Samstag nach der bitteren 0:2-Pleite gegen Viktoria Köln wurde er vorgestellt, seit Montag ist der 37-Jährige mit seinem Team im Training. „Ich hätte ihm ein bisschen mehr Zeit gewünscht, die Mannschaft vorzubereiten“, sagt RWE-Sportdirektor Jürgen Lucas.

Und ausgerechnet bei einer so wichtigen Partie Spiel mit K.o.-Charakter gibt Giannikis sein Debüt. Für Impulse soll der neue Chef sorgen, man darf gespannt sein, wie seine Spieler reagieren. Ein sensibler Zeitpunkt ist es in jedem Fall. Verliert RWE gegen den Lokalrivalen, würde die miese Stimmung noch schlechter werden. Und Giannikis wird es angesichts der aufflammenden Emotionen womöglich ausbaden müssen.

Aber was kann man schon mit vier oder fünf Trainingseinheiten verbessern? In Einzelgesprächen hat der neue Chefcoach seine Spieler näher kennengelernt und ihnen wohl auch Mut zugesprochen. Er hat auf dem Rasen versucht, Dinge zu vermitteln und sich mit seinen Assistenten Carsten Wolters und Manuel Lenz beraten. Mehr geht in der kurzen Zeit nicht. „Aber es wird definitiv Änderungen geben“, sagt Argirios Giannikis. Ein Wunderheiler sei er aber nicht.

ETB-Trainer Wölpper hat den Gegner beobachtet

Manni Wölpper, der Kollege auf der anderen Seite, hat es derzeit auch nicht leicht. Von den vergangenen fünf Spielen haben die Schwarz-Weißen vier verloren. „Die waren alle auswärts“, sagt Wölpper sofort. „Die müssen wir aus den Köpfen streichen.“ Dass die Gäste mit einem neuen Cheftrainer anreisen, findet er nicht so prickelnd. Drei Spiele vom Gegner hat sich der ETB-Trainer angeschaut, um sich über die Strategie und Taktik des Konkurrenten schlau zu machen. Und nun? Wer weiß, welche Ideen Giannikis hat? „Aber egal“, sagt Wölpper trotzig. „Es kann nur heißen, Ärmel hoch und alles raushauen.“ Der ETB will ins Viertelfinale – was denn sonst?

Vermutlich wird Wölpper seine Jungs auch an das Testspiel Anfang Juli an gleicher Stelle erinnern. Die Gastgeber waren damals gerade erst in die Vorbereitung gestartet, auch in dieser Hinsicht hatte Rot-Weiss ihnen einiges voraus. Doch der Oberligist hielt sich wacker, unterlag zwar mit 1:3, war aber lange Zeit auf Augenhöhe. Und nach dem überzeugenden Saisonstart galt der heimstarke ETB ja fast schon als Aufstiegskandidat.

Personalsituation

ETB: Abwehrspieler Paul Voß ist nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Velbert gesperrt. Außerdem fehlen Güll und Erdogan.
RWE: Nach dem Platzverweis gegen Viktoria Köln ist Dennis Malura gesperrt. Torjäger Marcel Platzek (Verdacht auf Gehirnerschütterung) ist einsatzbereit.

 

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