Essen

Bleibt er in Essen? Der Vertrag des 110-Prozent-Manns von RWE läuft aus

Engagiert und ehrgeizig: In der Schlussminute hatte Gino Windmüller gegen Aachen noch die große Ausgleichschance.
Engagiert und ehrgeizig: In der Schlussminute hatte Gino Windmüller gegen Aachen noch die große Ausgleichschance.
Foto: Thorsten Tillmann
  • Gino Windmüller hat in den letzten Wochen überzeugt
  • Gepräche mit dem Berater laufen
  • Noch ist aber unklar, ob alle vier Innenverteidiger bleiben dürfen

Essen. Am Ende des Aachen-Spiels fand sich Gino Windmüller in einer Gastrolle wieder: Er hätte der Held des Abends werden können.

In letzter Spielminute hatte er sich auf leisen Sohlen in den gegnerischen Strafraum geschlichen, er bekam auch tatsächlich den Pass, kurzer Haken um den Aachener Abwehrspieler, doch sein Flachschuss mit Links ging ganz knapp am linken Torpfosten vorbei. Chance vertan, Niederlage besiegelt.

Keiner ärgerte sich unter den 10187 Zuschauern – jene, die aus Essen kamen – so wie der Schütze selbst: „Wir haben ein geiles Spiel gemacht, vor dieser überragenden Kulisse, da ärgert mich die vertane Chance umso mehr“, meinte der RWE-Akteur. Aber niemand kann gegen seine Gene anspielen, auch nicht Windmüller, der bedauernd feststellte: „Ich bin kein Linksfuß und kein Stürmer.“

Wer Wind sät, muss an Windmüller erst mal vorbei

Abgesehen von dem Negativergebnis kann der 1,93 Meter große Abwehrhüne die letzten 14 Tage durchaus als persönlichen Erfolg verbuchen. In Verl, Wuppertal und gegen Aachen füllte er die „Assistenten-Rolle“ neben Philipp Zeiger zur vollsten Zufriedenheit aller aus.

Wer Windmüller in die Abwehr stellt, weiß, was er bekommt: Absolute Lufthoheit im eigenen Strafraum, sein Bruder-Leichtfuß-Risiko tendiert nahezu gen Null. Während Abwehr-Konkurrent Richard Weber Vorteile in der Spieleröffnung hat und den Diagonalpass über 40 Meter sein eigen nennt, kann Windmüller die Beherrschung des eigenen Strafraums für sich in Anspruch nehmen. Merke: Wer Wind sät, muss an Windmüller erst einmal vorbei!

In Gesprächen mit dem Berater

„Er hat seine Aufgabe ordentlich gemacht, aber auch bei ihm gilt wie bei so vielen anderen: Es ist noch Luft nach oben“, so das Zwischenzeugnis von Sportdirektor Jürgen Lucas.

Der wird sich mit der Personalakte Gino W. in den nächsten Wochen noch intensiver beschäftigen müssen, läuft der Vertrag des 27-Jährigen, der vor knapp zwei Jahren aus Regensburg ins Ruhrgebiet gekommen war, zum Saisonende aus. „Ich befinde mich in Gesprächen mit seinem Berater, aber ich brauche noch Zeit für die Entscheidung“, verrät Lucas.

RWE hat genug Innenverteidiger

Klar, das Budget will gut verplant sein, und mit Weber, Jan-Steffen Meier und Timo Becker gibt es neben dem gesetzten Zeiger auf der Innenverteidiger-Position wahrlich keine Not.

Auch vor dieser Saison war Windmüller der letzte, mit dem am Ende verlängert wurde: „Natürlich hätte man gerne früher Klarheit“, gesteht Windmüller, bis dahin aber will er alles abrufen: „Wenn der Trainer mich reinwirft, gebe ich immer 110 Prozent.“

Propheters Mutter spricht von Sklavenhandel

In Sachen Planungs-Unsicherheit sitzt Windmüller im selben Boot wie alle Aachener Spieler, die nach der erneuten Insolvenz in eine ungewisse Zukunft blicken. Auch Torschütze Jerome Propheter, der in seinem halbjährigen Gastspiel im RWE-Trikot bei den Fans Spuren hinterlassen hat.

„Meine Mutter sagt immer, Fußball ist moderner Sklavenhandel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Spieler bis Mai oder Juni warten wollen, wie es mit ihnen weiter geht.“ Propheter, noch ein Kandidat für RWE?

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