Ausgliederung: Darum holt Welling die RWE-Fans früh ins Boot

Michael Welling ist seit 2010 Geschäftsführer bei Rot-Weiss Essen.
Michael Welling ist seit 2010 Geschäftsführer bei Rot-Weiss Essen.
Foto: Socrates Tassos
Am 11. Juni gibt es bei Rot-Weiss Essen eine erste Abstimmung in Sachen Ausgliederung. Vereinsboss Welling erklärt, wie er auf die Fans zugeht.

Essen.. Rot-Weiss Essen bindet seine Mitglieder zu einem frühen Zeitpunkt in die Planung einer Ausgliederung der Fußball-Abteilung ein. Auf der Versammlung am 11. Juni sollen die Mitglieder darüber entscheiden, ob sich der Regionalligist weiter gedanklich mit dem Thema beschäftigen soll oder nicht.

Das Besondere: Auf der dritten Informationsveranstaltung zu diesem Thema lud der Traditionsverein Mitglieder von anderen Fan-Vertretungen ein. Wir sprachen nach der Veranstaltung mit Essens Fußball-Boss Michael Welling.

Michael Welling, es war eine lange und emotionale Diskussion. Wie ist Ihr Eindruck?

Michael Welling: Es hat vor allem Spaß gemacht und es war wichtig. Die Ausgliederung ist ein sehr komplexes Thema. Es ist daher wichtig, dass man all diese Fragen erörtert. Wir haben durch unsere Gäste ein breites Spektrum bekommen, um viele Fälle kennenzulernen. Das hat den Mitgliedern von RWE eine gute Basis gegeben, um sich zu informieren. Wir als Verein können daraus viel lernen.

Waren Ihnen die Standpunkte der Gäste in dieser Deutlichkeit vorher klar oder haben Sie viele neue Erkenntnisse gewonnen?

Welling: Es waren nicht viele Dinge dabei, die mir neu waren. Aber, und das ist wichtig, es ging ja nicht um mich oder meine Kollegen von der Vereinsführung. Es ging darum, eine Diskussion für die Mitglieder anzubieten, damit sie sich informieren können.

Sie binden die Mitglieder sehr, sehr früh in einen Entscheidungsprozess mit ein. Woher kommt die Motivation dazu?

Welling: Wir sind ein eingetragener Verein. Ich glaube, dass die Bedeutung der Fans für unseren Verein sehr hoch ist. Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt, dass es richtig ist, die Fans frühzeitig mit einzubinden. Da spielen Emotionen eine große Rolle, natürlich aber auch Vorurteile. Die Diskussion darüber müssen wir in unseren Gedanken-Prozess einbinden. Wir werden uns auf der Mitglieder-Versammlung ein Votum holen, ob wir mit der Fortführung unserer Gedanken für eine Ausgliederung beginnen dürfen. Ich hoffe, dass wir es bekommen. Dann werden wir damit beginnen, in Workshops eine Satzung auszuarbeiten.

Sie sagten auf der Veranstaltung, dass Sie Gespräche mit Interessenten geführt haben. Wie stehen diese potentiellen Investoren dazu, dass Sie die Mitglieder in einem so frühen Stadium in die Entscheidungsfindung einbinden?

Welling: Die, mit denen wir sprechen, können nachvollziehen, dass es wichtig ist. Sie wissen vor allem, dass der Verein wichtig ist. Den Interessenten ist wichtig, dass die Mitglieder ihre Zustimmung geben. Keinem ist daran gelegen, dass wir in diesem Fall etwas realisieren, wofür es Gegenwind geben wird. Daher sind alle, mit denen wir sprechen, sehr entspannt und vor allem daran interessiert, was passiert und wie es passiert.

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