4:1 - RWE gewinnt beim KFC mit viel Mühe nach Verlängerung

Gibt seinem Team nach dem Sieg im Pokal zwei Tage frei: RWE-Trainer Jan Siewert.
Gibt seinem Team nach dem Sieg im Pokal zwei Tage frei: RWE-Trainer Jan Siewert.
Foto: Michael Gohl / Funke Foto Services
Nur 1:1 nach 90 Minuten - Rot-Weiss Essen tat sich im Niederrheinpokal beim KFC Uerdingen ziemlich schwer. Am Ende schafften die RWE-Kicker ein 4:1.

Uerdingen. Am kommenden Mittwoch wird die dritte Runde im Niederrheinpokal ausgelost, der Titelverteidiger ist weiter im Rennen: Durch einen 4:1 (1:1)-Sieg nach Verlängerung nahm Rot-Weiss Essen die Hürde KFC Uerdingen aber erst im Schlussspurt. Ergebnisse lügen manchmal im Fußball: „Wer heute nicht im Stadion war und nur das 4:1 liest, der meint, es war eine klare Sache, so war es allerdings nicht”, stellte Michael Boris, Trainer des KFC Uerdingen, richtig fest.

Das konnte den Sieger aber nicht mehr belasten. „Die Mannschaft bekommt jetzt zwei freie Tage, das hat sie sich verdient. Jetzt freuen sich die Jungs schon auf Lotte”, hofft RWE-Trainer Jan Siewert, dass ein bisschen Schwung mit in den Ligaalltag genommen wird.

Fritz nur auf der Bank

Für den Kapitän hatte es bis zum Anpfiff dann doch nicht gereicht: Moritz Fritz nahm in der Grotenburg auf der Bank Platz. Für Jeffrey Obst rückte Kasim Rabihic in die Startelf, seinen Platz auf der rechten Abwehrseite nahm hingegen Leon Binder ein. Erfreulicherweise war die Zeit des Abtastens zwischen den beiden Traditionsklubs nur von kurzer Dauer, der Regionalligist riss das Geschehen gleich nach Anpfiff an sich, der KFC agierte auffallend abwartend. Schon nach zehn Minuten hätten die Gäste in Führung gehen können: Nach einem langen Pass kam Kevin Behrens mit der Fußspitze einen Tick eher an den Ball als KFC-Keeper Daniel Schwabke, der Ball trudelte aber neben dem Pfosten ins Aus. Zwei Minuten später war es aber so weit: Benjamin Baier schlug die Ecke herein, Marcel Platzek verlängerte per Kopf, und Philipp Zeiger, der momentane Torjäger, stand am zweiten Pfosten völlig blank und nickte ein: 0:1.

Mit der ersten gefährlichen Aktion, ebenfalls einem Standard, gelang dem Oberligisten der Ausgleich: Freistoß durch Timo Achenbach (23.), in der Mitte brachte Takehiro Kubo ein Haarbüschel an den Ball und es stand 1:1.

Platzek klagt über Schwindelgefühle

Von da an wurde es ein anderes Spiel: Wie schon oft in den vergangenen Partien ging bei den Rot-Weissen mit dem Gegentreffer die Selbstsicherheit verloren, die Pässe kamen auch auf kurzer Distanz nicht mehr an, der Spielaufbau verlor an Klarheit. Und personell hatten die Gäste auch einen Nackenschlag zu verdauen: Marcel Platzek, der in einem (ungeahndeten) Zweikampf im Strafraum einen Tritt gegen den Halswirbel bekommen hatte, klagte über Schwindelgefühle und wurde nach 31 Minuten durch Malcom Olwa-Luta ersetzt – ein herber Verlust.

Nach dem Wechsel fanden die Essener zumindest wieder zur Grundordnung zurück. Dazu viel Ballbesitz, aber ohne zwingende Effektivität. Vielleicht hätte es den Gästen geholfen, wenn sie nach 52 Minuten wenigstens personell in Überzahl gegangen wären: Nach einem gekonnten Judogriff des hitzigen Fabio Fahrian gegen Kevin Grund hätte es durchaus auch Rot für den Uerdinger geben können. Nein, so ging der mit hohen Erwartungen ausgestattete Pokalfight in der zweiten Halbzeit zu Ende.

RWE dreht in der Verlängerung auf

Und wenn einmal Gino Windmüller überraschend im Strafraum passgenau die Brust von Benjamin Baier (81.) fand, ließ dieser die Kugel wegspringen. Grottig.

So ging es zwangsläufig in die Verlängerung. Und da half, wie konnte es anders sein, wieder ein Standard: Ecke Baier, Kopfball des völlig freistehenden Gino Windmüller – und der Titelverteidiger war wieder im Lostopf. Erst recht, als zwei Minuten vor Ende der eingewechselte Marwin Studtrucker Torhüter Schwabke umkurvte und einnetzte. Als Cebio Soukou eine Minute später auf 4:1 erhöhte, hatte sich Uerdingens Abwehr längst aufgelöst.

 
 

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