Regionalligaspieler schwer verletzt - Wuppertal-Boss erbost: "Wo waren 16 Sanitäter?"

KFC-Spieler Christian Müller musste ins Krankenhaus.
KFC-Spieler Christian Müller musste ins Krankenhaus.
Foto: Stefan Rittershaus

Wuppertal.. Der 1:0-Sieg von KFC Uerdingen beim Wuppertaler SV wurde von einer schweren Verletzung überschattet. Uerdingens Christian Müller musste auf die Intensivstation eines Wuppertaler Krankenhauses gebracht werden.

Früh kam es zum Zweikampf

In Minute 13 passierte es: Bei einem Zweikampf im Laufduell wurde KFC-Spieler Christian Müller von Wuppertals Abwehrrecken Peter Schmetz unsanft getroffen und zu Fall gebracht. Was anfangs nach einem normalen Zweikampf aussah, entpuppte sich später als folgenschwere Verletzung - die in einem Wuppertaler Krankenhaus auf der Intensivstation mit erheblicher Verspätung behandelt werden konnte.

Müller lag schon zwei Minuten

Als Müller bereits zwei Minuten auf dem Feld lag, forderten Spieler und Funktionäre beider Vereine lautstark die Unterstützung der im Stadion am Zoo stationierten Einsatzkräfte. Mit der Zeit wurden die Akteure unruhiger, gestikulierten wild in Richtung Sanitäter und rannten mitunter quer über den gesamten Platz, um auf die Dringlichkeit der Situation aufmerksam zu machen.

Stadionsprecher forderte zur Hilfe auf

Sowohl die Zuschauer auf den Rängen als auch der Wuppertaler Stadionsprecher mussten die Rettungskräfte mehrfach zum Handeln auffordern.

Als die Sanitäter den Platz nach langen Minuten des Wartens betraten, wurden sie von dem Publikum mit hämischem Beifall empfangen.

WSV-Spieler Daniel Grebe peitschte die Kräfte förmlich an, redete lautstark auf sie ein und ließ sich zu einer ungeschickten Szene hinreißen.

Wollte Sanitäter zum Verletzten treiben

Als er einen der Sanitäter vehement zur Stelle des verletzten Christian Müller treiben wollte, brachte er ihn mit einem heftigen Schubser zu Fall. Grebe entschuldigte sich sofort bei dem Sanitäter.

Nach der insgesamt zehnminütigen Behandlung wurde der gebürtige Berliner Christian Müller unter tosendem Applaus der 4.322 Zuschauer mit der Liege vom Feld gefahren.

Wir haben nach dem Spiel mit Wuppertals Sportvorstand Manuel Bölstler über die Geschehnisse gesprochen

Manuel Bölstler, wissen Sie, wie es Christian Müller geht?

Manuel Bölstler: Er liegt auf der Intensivstation eines Wuppertal Krankenhauses. Es geht ihm den Umständen entsprechend. Ich habe mit Christian bei Arminia Bielefeld zusammen gespielt und kenne ihn. Er wird das schaffen und ich drücke ihm beide Daumen, dass er schnell wieder auf die Beine kommt. Die Gesundheit des Menschen ist das Wichtigste. Da wird das Spiel schnell zur Nebensache.

Wie erklären Sie sich, dass Müller solange auf erste Hilfemaßnahmen seitens der Sanitäter warten musste?

Bölstler: Das ist mir auch einige Stunden später noch unerklärlich. Ich habe auf meinem Platz auf der Tribüne gesessen und die Szene beobachtet. Nach ein, zwei Minuten habe ich mich auch gefragt: 'Wo sind denn die 16 Sanitäter, die wir für das Risikospiel geordert haben?'

Wo waren sie denn?

Bölstler: Das weiß ich ja auch nicht. Ich habe mich sofort von meinem Platz begeben und bin auf den Stadion-Vorplatz gelaufen, weil auf dem Spielfeld weit und breit keine Sanitäter zu sehen waren und Christian Müller da hilflos lag. Mit einigen Mitarbeitern unseres Vereins haben wir auf die vier Sanitäter am Stadion-Vorplatz eingeredet und sie gebeten sofort in den Innenraum zu gehen, weil dort ein verletzter Spieler liegt. Sie erwiderten, dass sie für den Stadion-Innenraum nicht zuständig seien und erst einmal mit dem Einsatzleiter Kontakt aufnehmen müssen. Ich konnte nicht glauben, was ich da zu hören bekam.

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Wie ging es weiter?

Bölstler: Daraufhin habe ich die Sanitäter etwas forscher angeschrien und ihnen zu verstehen gegeben, dass das hier kein Spaß sei und der Spieler Hilfe benötigt. Ich habe gesagt, dass die Trage sofort ins Stadion gebracht werden muss. Sie sagten mir, dass sie diese nicht aus dem Krankenwagen holen könnten, weil der Wagen zugeparkt sei. Unfassbar! Leute von uns haben sich auf den Weg gemacht und die Trage selbstständig ins Stadion-Innere gebracht. Die Sanitäter folgten und konnten endlich Christian Müller helfen und ins Krankenhaus bringen.

Wie erklären Sie sich diese ganz schlechte Komödie um die Sanitäter?

Bölstler: Ich weiß es wirklich nicht. Wir haben 16 Sanitäter und einen Notarzt für dieses Spiel gestellt. Das hat unsere Geschäftsführerin schwarz auf weiß gelistet. Ich habe aber nur vier auf dem Vorplatz gesehen und später zwei, die von der Tribüne kamen, die sagten, dass sie nur für den Tribünenbereich zuständig seien. Da fehlen aber noch zehn Sanitäter. Ich weiß nicht, wo sie waren. Ich kann nur betonen, dass das keine Lappalie ist und wir eine lückenlose Aufklärung erwarten. Aus dem Umfeld unseres Vereins hat auch eine Person eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gestellt.

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