Özil ist das "Superhirn" der DFB-Elf

Mesut Özil war bei seinem Heimspiel in Gelsenkirchen der überragende Mann. Beim 6:2 gegen Österreich erzielte er zwei Treffer selbst und war an einem weiteren maßgeblich beteiligt. Der Madrilene muss sich vor Messi oder Iniesta nicht verstecken.

Gelsenkirchen. Von der Familie und Freunden bejubelt, von den Kollegen bewundert: Spielmacher Mesut Özil hat einmal mehr seine Extraklasse unter Beweis gestellt. „Er ist ein Ausnahmekönner. Ich bin froh, dass ich mit ihm in einer Mannschaft spielen darf. Er trägt nicht umsonst die Zehn bei Real Madrid“, sagte der Leverkusener Andre Schürrle nach dem 6:2 (3:1) gegen Österreich fast schon ehrfürchtig über den gerade einmal zwei Jahre älteren Özil.


Der gebürtige Gelsenkirchener ist erst 22, aber in seiner Entwicklung schon jetzt auf einer Stufe mit den ganz Großen der Fußball-Branche. In der Form, in der sich der Mittelfeldspieler gegen Österreich und zuletzt auch bei Real präsentierte, muss er sich auch vor einem Messi, einem Xavi oder einem Iniesta nicht verstecken. Längst ist er der Kopf der deutschen Nationalmannschaft und der „Königlichen“ - sozusagen das „Super-Hirn“.


Emotionen lebte er auf dem Platz aus

Doch auch nach der Gala bei seinem Heimspiel in der Arena AufSchalke blieb Özil gewohnt zurückhaltend. Die Fragen nach seiner überragenden Leistung beantwortete er ohne große Gefühlsregung. Seine Emotionen lebte der Mittelfeldspieler zuvor auf dem Platz umso mehr aus.


53.313 Zuschauer sahen begeistert zu, wie Özil vor Spielfreude sprühte und seine Aktionen mit einer unglaublichen Leichtigkeit zelebrierte. „Man hat gemerkt, dass er in seiner alten Heimat brillieren wollte. Er war spiel- und lauffreudig“, lobte Teammanager Oliver Bierhoff.


Und Özil war torgefährlich. Der „Königliche“ erzielte diesmal gleich zwei Treffer (23. und 47.) zum zwischenzeitlichen 2:0 und 4: 1. „Das freut mich besonders, denn da hat es etwas gehapert bei ihm“, meinte Bierhoff. Dass ihm das 1:0 nach einem Volleyschuss nicht auch noch angerechnet wurde, sondern Miroslav Klose, der den Ball noch minimal berührt hatte, spielte für Özil deshalb keine Rolle.


„Das ist unwichtig. Hauptsache, wir haben uns qualifiziert“, sagte der 27-malige Nationalspieler, der beim Spiel in Polen am Dienstag wie Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer geschont wird und die Reise gar nicht erst antritt. Ansonsten sei er „sehr zufrieden“, teilte er mit, um gleich anzufügen: „Das Lob geht aber an die Mannschaft. Wir haben gezeigt, dass wir eine Topmannschaft sind, und bewiesen, dass wir auf einem guten Weg sind. Unser Ziel muss es nun sein, den EM-Titel zu holen. Wir wissen, was wir können. „


Was er selbst kann, steht außer Zweifel. Selbst der als Jahrhunderttalent gepriesene Mario Götze von Borussia Dortmund muss sich derzeit hinten anstellen. Dass es für ihn so gut läuft, hat für Özil, der zuletzt schon in Spanien überschwängliche Kritiken erhielt, einfache Gründe: „Ich habe hart an mir gearbeitet und das Glück, dass ich bei Real genauso das Vertrauen des Trainers genieße wie bei der Nationalmannschaft.“


Doch am Samstag stand bei Özil erst einmal nicht der Fußball im Vordergrund. Er besuchte in Gelsenkirchen seine Eltern. Die hatten schon am Freitagabend genauso wie der Rest der Familie und Freunde auf der Tribüne der Schalke-Arena mitgefiebert. „Alle haben sich mit mir gefreut. Es war ein schönes Gefühl, wieder in der Heimat zu sein. Ich bin sehr glücklich“, sagte Özil und lächelte dabei sogar ein bisschen. (sid)

 
 

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